Studie 05.12.2024, 10:30 Uhr

Ruhestand in Sicht: Sinkt die Arbeitszufriedenheit kurz vor der Rente?

Kurz vor der Rente erleben viele Menschen Veränderungen in ihrer Arbeitszufriedenheit. Dieser Übergang kann die letzten Jahre im Job entscheidend prägen und ist ein interessantes Thema, das oft übersehen wird.

Rente

Der Übergang zur Rente: Wie sich die Arbeitszufriedenheit in den letzten Jahren verändert.

Foto: PantherMedia / Yuri Arcurs

Kurz vor der Rente oder einige Jahre davor stellt sich für viele die Frage, ob sie weiterhin Freude an ihrer Arbeit haben oder ob die Aussicht auf den Ruhestand stärker lockt. Für einige bleibt die Arbeit ein wichtiger Teil ihres Lebens, der ihnen Struktur, Sinn und soziale Kontakte bietet. Andere spüren jedoch eine wachsende Sehnsucht nach Freiheit, weniger Verantwortung und mehr Zeit für persönliche Interessen oder Familie. Oft hängt diese Einstellung von den Arbeitsbedingungen, der persönlichen Zufriedenheit und den individuellen Lebensplänen ab, was die letzten Jahre vor der Rente zu einer Phase des Nachdenkens und der Vorbereitung macht.

Arbeitszufriedenheit in den letzten Jahren vor dem Ruhestand

Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im European Journal of Ageing, untersucht, wie sich die Arbeitszufriedenheit in Deutschland während der letzten zehn Berufsjahre vor dem Ruhestand entwickelt. Anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) fand das internationale Forscherteam heraus, dass die Arbeitszufriedenheit insbesondere in den letzten Jahren vor dem Ruhestand leicht zurückgeht.

Die Studie zeigt, dass die Arbeitszufriedenheit über das Arbeitsleben hinweg meist stabil bleibt, in den letzten Jahren vor der Rente jedoch leicht sinkt. Dabei spielen Faktoren wie Bildung, Gesundheit und familiäre Situation eine Rolle. Menschen mit höherer Bildung oder guter Gesundheit erleben oft geringere Einbußen in ihrer Arbeitszufriedenheit.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist der Zeitpunkt, zu dem der Übergang in den Ruhestand erfolgt. „Die Studie bestätigt, dass Arbeitnehmer*innen, die später in den Ruhestand gehen, tendenziell zufriedener mit ihrer Arbeit sind und geringere Rückgänge in der Zufriedenheit aufweisen. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Entscheidung für einen späteren Ruhestand mit einem positiven Arbeitsumfeld zusammenhängt“, erklärt einer der Autoren der Studie, Dr. Georg Henning vom Deutschen Zentrum für Altersfragen die Ergebnisse der Untersuchung.

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Gründe für den Rückgang der Arbeitszufriedenheit

Die Forschenden konnten die genauen Gründe für den Rückgang der Arbeitszufriedenheit kurz vor der Rente nicht erklären. Ein möglicher Faktor könnte sein, dass Menschen ihren Ruhestand eher anstreben, wenn ihre Zufriedenheit mit der Arbeit nachlässt, obwohl viele bereits früh im Leben ihren Rentenzeitpunkt planen und in der Regel daran festhalten. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Qualität der Arbeitserfahrung in den letzten Jahren vor dem Ruhestand sinkt. Dies könnte auf körperliche oder geistige Veränderungen oder auf Altersdiskriminierung am Arbeitsplatz zurückzuführen sein. Es könnte auch sein, dass sich Menschen bewusst von der Arbeit distanzieren, um sich auf den Ruhestand vorzubereiten.

Weitere Untersuchungen sind notwendig, um die Veränderungen in den Arbeitsbedingungen in den letzten Berufsjahren und deren Zusammenhang mit dem Ruhestand sowie mögliche Prozesse der Entkopplung zu verstehen.

Die Untersuchung zeigt, wie wichtig eine altersgerechte Arbeitsgestaltung und gezielte Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit älterer Arbeitnehmer sind. Angesichts des demografischen Wandels und einer höheren Regelaltersgrenze ist es unerlässlich, ein motivierendes Arbeitsumfeld zu schaffen und die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern.

Arbeitszufriedenheit steigern

Die Steigerung der Arbeitszufriedenheit kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist die Verbesserung des Arbeitsplatzes, etwa durch flexible Arbeitszeiten, die eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ermöglichen, sowie durch ergonomische Arbeitsplätze, die das körperliche Wohlbefinden der Mitarbeitenden fördern. Zudem sollten Aufgaben klar definiert und an die individuellen Stärken der Arbeitnehmer angepasst werden, um Überlastung zu vermeiden und die Arbeit effizienter zu gestalten.

Ein weiterer Ansatz ist die Förderung der persönlichen Entwicklung. Dazu gehören Weiterbildungsangebote, die den Mitarbeitenden neue berufliche Perspektiven eröffnen, sowie die Schaffung von klaren Karrierewegen und Aufstiegsmöglichkeiten. Eine regelmäßige Feedbackkultur, in der Mitarbeitende Anerkennung erfahren und konstruktive Rückmeldungen erhalten, trägt ebenfalls zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit bei.
Ein positives soziales Arbeitsumfeld ist ebenso wichtig. Der Teamzusammenhalt kann durch gemeinsame Aktivitäten gestärkt und durch die frühzeitige Lösung von Konflikten gefördert werden. Offene Kommunikation, bei der Mitarbeitende in Entscheidungsprozesse einbezogen werden, trägt zu einem respektvollen Umgang und einem besseren Arbeitsklima bei. Zudem sollte die Leistung der Mitarbeitenden regelmäßig anerkannt werden.

Gesundheit und Wohlbefinden spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Betriebliches Gesundheitsmanagement, wie Sportprogramme, Gesundheitschecks oder mentale Unterstützung, kann die Zufriedenheit steigern, ebenso wie die Förderung von Pausen und die Begrenzung von Überstunden, um eine gute Work-Life-Balance zu ermöglichen.

Nicht zuletzt ist die Rolle der Führungskräfte entscheidend. Gute Führungskräfte, die als Vorbilder agieren, fair sind und ihre Mitarbeitenden fördern, tragen maßgeblich zu einer positiven Arbeitsatmosphäre bei. Eine klare Unternehmenskultur, die gemeinsame Werte und Ziele vermittelt, sowie eine inklusive Arbeitsumgebung, in der sich alle Mitarbeitenden wertgeschätzt fühlen, sind ebenfalls entscheidend für die Arbeitszufriedenheit.

Hier geht es zur Untersuchung

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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