Quereinstieg 2026: Chancen, Trends und Entwicklungen am Arbeitsmarkt
Quereinstieg liegt im Trend: Immer mehr Fachkräfte wechseln ohne klassische Ausbildung die Branche – getrieben von Fachkräftemangel und Skills-based Hiring.
Quereinstieg als Karriere-Booster?
Foto: PantherMedia / Randolf Berold
Inhaltsverzeichnis
- Was bedeutet Quereinstieg?
- Re-Skilling als Schlüssel für den beruflichen Neustart
- Quereinstieg im Fokus: Der Arbeitsmarkt 2026 im Umbruch
- Warum Unternehmen Quereinsteiger zunehmend schätzen
- Generationen und ihre Haltung zum Quereinstieg
- Quereinstieg im Fokus: Der Arbeitsmarkt 2026 im Wandel
- Gründe für den Neuanfang
- Chancen und Herausforderungen für Quereinsteiger
Was bedeutet Quereinstieg?
Ein Quereinstieg in den Beruf bietet Menschen die Möglichkeit, in ein neues Berufsfeld zu wechseln, auch wenn sie zuvor in einem anderen Bereich tätig waren. Quereinsteiger bringen dabei oft neue Perspektiven, Erfahrungen und Fähigkeiten mit, die in der neuen Position wertvoll sein können.
Der Einstieg in ein anderes Berufsfeld erfordert jedoch Flexibilität, Lernbereitschaft und die Bereitschaft, sich in neue Themen einzuarbeiten.
Unter Quereinstieg versteht man den Wechsel in einen Beruf, der sich deutlich von der bisherigen Tätigkeit unterscheidet – häufig auch ohne klassische Ausbildung in diesem Bereich. Statt formaler Abschlüsse stehen praktische Fähigkeiten, Motivation und Lernbereitschaft im Vordergrund.
Re-Skilling als Schlüssel für den beruflichen Neustart
Ein wichtiger Baustein für einen erfolgreichen Quereinstieg ist Re-Skilling, worüber wir ausführlich berichtet haben. Dabei handelt es sich um den gezielten Erwerb neuer Fähigkeiten, um den Anforderungen eines anderen Berufs gerecht zu werden. Re-Skilling ermöglicht es Fachkräften, ihr Wissen zu erweitern und beruflich in komplett neue Bereiche vorzustoßen.
Beispiele für Quereinstiege mit Re-Skilling gibt es viele:
- Ein Ingenieur, der durch Fortbildungen ins Projektmanagement wechselt.
- Eine Erzieherin, die sich in Personalwesen oder Verwaltung weiterbildet.
- Ein Lehrer, der mithilfe von IT-Kursen in die Softwarebranche einsteigt.
Unternehmen profitieren von Quereinsteiger*innen, die frische Perspektiven und vielseitige Erfahrungen mitbringen. Für die Beschäftigten selbst eröffnet der Quereinstieg in Kombination mit Re-Skilling echte Chancen für berufliche Neuorientierung, langfristige Stabilität und mehr Zufriedenheit im Job.
Quereinstieg im Fokus: Der Arbeitsmarkt 2026 im Umbruch
Der Arbeitsmarkt in Deutschland befindet sich weiterhin im Wandel. Unternehmen öffnen sich stärker für Quereinsteiger*innen, viele Beschäftigte rücken Jobsicherheit wieder nach oben auf ihre Prioritätenliste, und der technologische Fortschritt hinterlässt in immer mehr Berufsfeldern sichtbare Spuren. Das zeigt das aktuelle „Hiring Trends Update“ von Stepstone sowie die Auswertungen des Nutzerverhaltens auf der Jobplattform.
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Warum Unternehmen Quereinsteiger zunehmend schätzen
Unternehmen richten ihren Fokus deutlich auf Quereinsteiger*innen: 64 % der Firmen planen, im kommenden Jahr gezielt Menschen aus anderen Berufsfeldern einzustellen. 77 % wollen ihre Auswahlkriterien anpassen und Fähigkeiten stärker berücksichtigen. Damit rückt „Skills-based Hiring“ – also die Orientierung an praktischen Kompetenzen statt formalen Abschlüssen – immer mehr in den Mittelpunkt.
Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch den demografischen Wandel: Immer mehr Beschäftigte scheiden altersbedingt aus dem Arbeitsmarkt aus, während zugleich weniger neue Arbeitskräfte nachrücken. Auch das Suchverhalten von Jobsuchenden spiegelt diesen Trend wider: Die Nachfrage nach Quereinstiegen in Büro- und kaufmännische Berufe auf Stepstone.de stieg im Jahresvergleich um 107 %.
Auch im XING-Report 2025 wurde deutlich: Quereinsteiger sind gefragter denn je. Demnach sehen rund 60 % der Unternehmen Quereinsteigerinnen als wichtige Unterstützung im Kampf gegen den Fachkräftemangel und schätzen ihre vielseitigen Erfahrungen als Innovationsimpuls. Jeder fünfte Recruiter*in (22 %) stellt Quereinsteigende sogar bevorzugt ein – so der repräsentative XING Arbeitsmarktreport 2025.
Generationen und ihre Haltung zum Quereinstieg
Rund die Hälfte der GenZ, die erst seit sieben bis neun Jahren im Berufsleben steht, hat bereits über einen Quereinstieg in eine andere Branche nachgedacht. Aus Sicht von Recruitern bieten solche Bewerbenden großes Potenzial: Fast zwei Drittel (64 %) behandeln sie gleichwertig mit Kandidat*innen, die einen traditionellen Karriereweg verfolgt haben. Das zeigte nämlich der XING Arbeitsmarktreport 2024, der auf einer Online-Befragung von 2000 Beschäftigten und 300 Recruitern in Deutschland basiert und vom Marktforschungsinstitut Appinio durchgeführt wurde.
Innerhalb der Generationen haben besonders die Babyboomer selten ihre Berufswahl hinterfragt: 46 % von ihnen haben nie über einen Quereinstieg nachgedacht. Bei der GenZ liegt dieser Anteil bei nur 29 %. Von denen, die tatsächlich den Schritt in eine neue Branche gewagt haben, ist der Anteil bei der Generation X mit 26 % am höchsten. Doch auch 21 % der GenZ, die noch nicht lange im Berufsleben stehen, haben bereits einen Wechsel vollzogen.
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Quereinstieg im Fokus: Der Arbeitsmarkt 2026 im Wandel
„Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zunehmend dynamischer und ist sehr viel komplexer geworden. Gleichzeitig bietet er zahlreiche Möglichkeiten wie Remote Work, die frühere Generationen nicht hatten“, erklärte Thomas Kindler, Managing Director von XING vor einem Jahr. „Das führt dazu, dass die Jüngsten am Arbeitsmarkt eher bereit sind, sich auszuprobieren und Dinge infrage zu stellen.“ Der Trend setzt sich nun fort.
Die Gründe für einen Quereinstieg sind vielfältig. Für die meisten, die die Branche gewechselt haben, waren finanzielle Vorteile entscheidend (51 %). Es folgen bessere Jobsicherheit (36 %) und der Wunsch, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen (32 %). Für etwa ein Viertel spielten auch eine bessere Unternehmenskultur, die Möglichkeit, neue oder bisher ungenutzte Fähigkeiten einzusetzen, notwendige Qualifikationen sowie bessere Karriere- und Aufstiegschancen eine Rolle.
Gründe für den Neuanfang
Zwischen Männern und Frauen gibt es teils deutliche Unterschiede: Zwar haben ähnlich viele Frauen wie Männer einen beruflichen Neuanfang gewagt, doch Männer denken häufiger darüber nach (46 % vs. 41 %). Der Anteil derer, für die ein Wechsel nicht infrage kommt, ist bei Männern geringer als bei Frauen (30 % vs. 35 %). Finanzielle Vorteile sind für beide Geschlechter der wichtigste Grund für einen Neuanfang, spielen jedoch für Männer eine größere Rolle (57 % vs. 44 %). Auch das Erlangen und Einsetzen neuer oder bisher ungenutzter Fähigkeiten und Qualifikationen ist für Männer bedeutender als für Frauen (27 % vs. 19 %).
Wer den Schritt wagt, kann auf positive Perspektiven hoffen: Laut dem XING Arbeitsmarktreport, für den 300 Recruiter in deutschen Unternehmen befragt wurden, geben fast zwei Drittel (64 %) an, Quereinsteigenden die gleichen Chancen wie Bewerbenden mit traditionellem Werdegang zu bieten. 6 % bevorzugen Quereinsteigende sogar, während nur 3 % sie grundsätzlich nicht berücksichtigen.
Chancen und Herausforderungen für Quereinsteiger
Chancen:
- 50 % der Personalverantwortlichen setzen auf Quereinsteigende zur Linderung des Fachkräftemangels.
- 47 % schätzen frische Perspektiven, 45 % fördern Vielfalt im Unternehmen.
Herausforderungen:
- 43 % erwarten längere Einarbeitungszeiten.
- 30 % befürchten fehlende branchenspezifische Erfahrung.
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