Kolumne Karriere für Einsteiger 22.10.2025, 09:00 Uhr

Karrierefalle Schweigen: Warum Reden wichtiger ist als „Das crazy“

Jugendwort 2025: „Das crazy“. Was sagt das über unsere Kommunikation – und die Arbeitswelt – aus? Ein klarer Appell!

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Einfach mal wieder miteinander reden und gegenseitig zuhören, das wäre mal was.

Foto: PantherMedia / Dmyrto_Z

„Das crazy“, so lautet das Jugendwort des Jahres 2025. Gekürt aktuell auf der Frankfurter Buchmesse. Dahinter verbirgt sich eine „sprachliche Allzweckwaffe der Sprachlosigkeit“, so die Definition des Langenscheidt Verlags, der diesen Wettbewerb alljährlich ausrichtet.

Laut tagesschau24 wird „Das crazy“ als Antwort bzw. Füllsatz benutzt, wenn es keine gute, passende oder höfliche Antwort gibt oder wenn der oder die Gefragte auch einfach keine Lust auf eine Antwort hat.

Wenn das Fehlen von Worten zum Trend wird

Teilgenommen an der Befragung haben laut Langenscheidt Verlag fast 2 Mio. Jugendliche zwischen elf und 20 Jahren. Mich hat diese Wahl ehrlich gesagt etwas schockiert und ich habe mich gefragt, was bedeutet es für das Arbeitsleben, die Innovationsfähigkeit und für uns als Gesellschaft, wenn so viele junge Menschen die Allzweckwaffe der Sprachlosigkeit als ihr Jugendwort des Jahres wählen?

Und wie passt es damit zusammen, dass Unternehmen Kommunikationsfähigkeit als eine so wichtige Ressource für ein erfolgreiches Arbeitsleben bewerten? Und was bedeutet das für eine Karriere-Kolumne? Meine Antwort: Redet mal wieder miteinander und hört euch auch mal wieder zu! Das meine ich wirklich ernst.

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Reden – eine unterschätzte Karrierekompetenz

Nur wenn man sagt, was man denkt, kann man gehört werden. Und nur wenn man zuhört und fragt, kann man verstehen! Und das gilt auch und besonders im Berufsleben. Wenn man eine Idee hat, wenn man Dinge anders sieht, wenn man mit etwas unzufrieden ist, sollte man es ansprechen und nicht in eine Sprachlosigkeit verfallen.

Auch wenn es schwer ist, sich als junger Mensch Gehör zu verschaffen und seine Position in etablierten Systemen zu finden: Hört doch bitte nicht damit auf, eure Meinungen und Positionen einzubringen!

Durchhalten zahlt sich aus

Junges und neues Wissen wird dringend benötigt und die Kreativität von jungen gut ausgebildeten Ingenieurinnen und Ingenieuren ist wichtig in den Transformationsprozessen und im schnellen Wandel der Wirtschaft und Gesellschaft.

Ich weiß, es ist nicht leicht, sich gegen die vermeintliche Übermacht der erfahrenen Kollegen und Vorgesetzten sichtbar zu machen, aber es ist wichtig. Auch für die eigene Karriere, denn nur wer sich einbringt, kann auch gesehen werden.

Und eine zweiter Karrierefaktor spielt in diesem Kontext eine Rolle: Durchhalten. Geben Sie nicht gleich auf, nur weil ihr Argument nicht sofort gehört wird. Bleiben Sie dran, sprechen Sie es noch mal an, äußern Sie Ideen und Bedenken, binden Sie Kolleginnen und Kollegen ein, egal wie alt oder jung, erfahren oder unerfahren sie sind. Teamarbeit bedeutet Kommunikation.

Hört zu – auch über Generationen hinweg

Und auch mein Appell an die Ü20-Menschen, hört doch auch mal wieder zu, nehmt die Positionen und Überlegungen der jungen Menschen ernst, vielleicht haben die ja Recht, auch wenn viele Dinge jahrzehntelang anders gemacht wurden.

Viele Projekt scheitern daran, dass nicht oder falsch miteinander gesprochen wird. Ich finde, das können und sollten wir uns nicht leisten, dadurch geht viel zu viel verloren. Also redet miteinander und hört euch wieder zu. Tipps, wie das geht, gibt es bei Google unter Feedbackregeln. Vielleicht wird dann das Jugendwort 2026 tadoma (talking does matters).

Viel Erfolg.

Ein Beitrag von:

  • Anja Robert

    ist die Koordinatorin des Career Centers der RWTH Aachen University. Dort berät sie Studierende und Absolvierende in allen Karrierefragen. Die RWTH Aachen University ist eine der größten technischen Hochschulen Europas. In nationalen Rankings und internationalen Bewertungen belegt die RWTH Aachen University zahlreiche Spitzenplätze in der Vermittlungsfähigkeit der Absolvierenden.

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