Software-defined Manufacturing 27.03.2025, 17:52 Uhr

Entkoppelte Steuerung macht Produktion flexibel

Modell am Messestand zeigt Potenzial einer zentralen Maschinensteuerung – neues Industrie-4.0-Barometer: Deutschland fällt zurück.

HANNOVER MESSE 2024

Zukunftsweisende Produktion mit Software-defined Manufacturing und KI.

Foto: Deutsche Messe AG

Agile Transformation und die Bereitschaft für technische Veränderungen entwickeln sich in wirtschaftlich unruhigen Zeiten zu Kernkompetenzen für Unternehmen weltweit, führt die Management- und IT-Beratung MHP aus. Besonderes Potenzial habe der Ansatz des Software-defined Manufacturing (SDM) als Grundlage für eine zukunfts- und leistungsfähige Produktion. Wie das genau in der Praxis funktioniert, zeigt MHP am Partnerstand von AWS auf der Hannover-Messe.

„Mit Blick auf die wachsenden Herausforderungen durch Deindustrialisierung und globalen Wettbewerbsdruck sind Software-defined Manufacturing und Industrial Cloud Solutions der Schlüssel zu einer resilienten, effizienten und nachhaltigen Produktion.“

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Federico Magno, Group CEO von MHP: „Als Platinpartner von AWS auf der Hannover Messe zeigen wir, wie digitale Innovation die Zukunft der Industrie sichert. Mit Blick auf die wachsenden Herausforderungen durch Deindustrialisierung und globalen Wettbewerbsdruck sind Software-defined Manufacturing und Industrial Cloud Solutions der Schlüssel zu einer resilienten, effizienten und nachhaltigen Produktion. Unsere innovativen Cloud-Technologien und maßgeschneiderten Lösungen schaffen greifbaren Impact, indem sie Unternehmen ermöglichen, Fertigungsprozesse flexibel zu konfigurieren, zu optimieren und kontinuierlich weiterzuentwickeln – für eine wettbewerbsfähige Industrie in Europa und darüber hinaus.“

Softwaresteuerung und Hardware entkoppeln

SDM beschreibt eine Produktion, bei der die Steuerungssoftware nahezu vollständig von der Hardware der Maschinen und Anlagen entkoppelt ist – die Software wird auf eine zentrale Plattform, einen sogenannten Layer, gebracht. Aufgrund dieser Trennung und der umfassenden Digitalisierung von Fertigungs- und Maschinenprozessen entsteht laut MHP eine intelligente Produktionsumgebung, die sich einerseits „auf Knopfdruck“ schnell und einfach an neue Anforderungen anpassen lässt und andererseits kontinuierlich durch Updates und Upgrades als Gesamtsystem hocheffizient bleibt. Eine Schlüsselrolle spiele dabei der digitale Zwilling: Integriert in SDM, können digitale Zwillinge nicht nur den aktuellen Zustand der Produktion widerspiegeln, sondern auch dynamisch angepasst und optimiert werden.

Zentrale Steuerung schafft eine messbare Leistungsverbesserung

MHP zeigt den Angaben zufolge am Beispiel einer verkleinerten Lernfabrik von Festo, wie sich Fabriken digital im Nvidia Omniverse nachbilden lassen. Die Software läuft dabei entkoppelt von der Maschine in der AWS Cloud – dafür werden Daten mit der ICS-Lösung integrate_it von MHP erfasst, transformiert und auswertbar gemacht. Die zentrale Steuerung aller Maschinen schafft eine messbare Leistungsverbesserung des Produktionsprozesses, heißt es weiter.

KI bleibt Motor der digitalen Transformation

Neben SDM bleibe künstliche Intelligenz (KI) weiterhin der Motor der digitalen Transformation, führt MHP aus. KI definiere Effizienz neu, indem sie skalierbare Ergebnisse, Echtzeit-Prozessoptimierung, Energieeinsparung und gesteigerte Produktivität auch mit begrenzten Ressourcen ermögliche. Aufgrund KI-gestützter Automatisierung und datenbasierte Kennzahlen lassen sich präzise und komplexe Entscheidungen schneller und wirkungsvoller treffen.

„Digitale Zwillinge sowie auch zahlreiche KI-Lösungen sind etablierte Technologien, die durchaus direkt und ohne allzu hohen Implementierungsaufwand an vielen Stellen im Unternehmen integriert werden können.“

„Mithilfe von Cloud-Technologien – beispielsweise von AWS –, Datenanalysen und künstlicher Intelligenz können Unternehmen ihre Produktionslinien dynamisch anpassen, um Qualität und Durchsatz zu maximieren. Und das, ohne auf physische Hardwareänderungen angewiesen zu sein. Mit diesen Zutaten wird die Fertigung deutlich agiler, intelligenter und zukunftsfähiger“, so Markus Wambach, Group COO von MHP. Er ergänzt: „Und digitale Zwillinge sowie auch zahlreiche KI-Lösungen sind etablierte Technologien, die durchaus direkt und ohne allzu hohen Implementierungsaufwand an vielen Stellen im Unternehmen integriert werden können. Nichtsdestotrotz muss hierfür eine – falls noch nicht vorhanden – Grundlage geschaffen werden: eine entsprechende Datenstrategie.“

Industrie-4.0-Barometer 2025: Unternehmen machen Fortschritte

Zum siebten Mal in Folge stellt das Unternehmen das neue Industrie-4.0-Barometer 2025 vor. Dieses Jahr steht laut MHP das Thema datengetriebene Produktion im Mittelpunkt. Weltweit machen Unternehmen Fortschritte beim Einsatz von Industrie-4.0-Technologien – jedoch nicht mehr so schnell wie früher. Die schwierigen Marktbedingungen hindern die Digitalisierung zwar nicht, jedoch lässt sich auch ein deutlicher Rückstand der Datenkompetenz in der DACH-Region erkennen. Langfristig könnte der deutschsprachige Raum noch weiter hinter China und die USA fallen, so MHP weiter.

Reifegrad Datenanalysefähigkeiten. Grafik: MHP

Gründe dafür ist beispielsweise das Fehlen von entsprechenden Datenstrategien sowie der effizienten Nutzung der eigenen Daten entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Datensilos und der fehlende Austausch hemmen die Digitalisierung. Auch der Reifegrad der Datenanalysefähigkeit weist einen signifikanten Rückstand auf.

Hemmnisse Einführung Industrie-4.0-Technologien. Grafik: MHP

„Digitale Transformation ist eine Mammutaufgabe – nicht delegierbar. Eine klare Datenstrategie mit technologischem Zielbild sowie einem abgeleiteten Weg aus Datensilos hin zu durchgängiger Datenintegration ist entscheidend. Datenqualität muss denselben Stellenwert haben wie klassische KPIs“, so Christian Fiebig, Partner bei MHP. „Daher sollten Unternehmen vor allem jetzt in die Digitalisierung investieren und den Boden für moderne Technologien vorbereiten.“

Internationaler Vergleich Datenstrategie. Grafik: MHP

Vorträge und Showcases auf der Messe

Weitere Projekte und Themen stellen die Expertinnen und Experten von MHP in Vorträgen und Showcases auf der Messe vor. So steht nicht nur die Modernisierung der AGV-Flotte bei VW Sachsen im Fokus, sondern auch die Verbesserung von Geschäftsprozessen mit SAP Signavio und der MHP POLARIS Methode am Beispiel der Bauer AG.

MHP auf der Hannover Messe 2025: Halle 15, Stand D76

Quelle: MHP

Ein Beitrag von:

  • Udo Schnell

    Chefredakteur Konstruktion

    Fachthemen: Antriebstechnik, Automatisierung, Maschinenelemente, Fluidtechnik, CAD, Digitalisierung, Produktentwicklung, Werkstoffe

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