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Platzsparender Transport 19.08.2026, 14:30 Uhr

Bauteile mittels Schwerkraft effizient befördern

Hängefördersysteme eigenen sich für den manuellen oder teilautomatisierten Transport einer Vielzahl von Komponenten und Bauteilen. Sie können eine Alternative zu Kleinladungsträgern sein.

Hängefördersystem

Hängefördersysteme sind platzsparend und können deshalb eine Alternative zu KLT darstellen. Bild: item

Foto: item

Hängefördersysteme ermöglichen eine besonders produktive Bereitstellung von Materialien, die aufgrund ihrer unregelmäßigen Form idealerweise hängend über eine Förderstrecke bewegt werden. Vor allem wenn es darum geht Waren zu transportieren, die in üblichen KLT zu viel Platz einnehmen oder sich leicht verhaken, bieten sich Hängefördersysteme an. Sie sind nicht nur kostengünstig und flexibel anpassbar, sondern vor allem eins: platzsparend.

Kleine Systeme in definierter Größe

Hängefördersysteme bestehen meist aus einer Konstruktion mit Laufwagen, an die das Transportgut gehängt wird. Diese Laufwagen bewegen sich entlang eines Profils bis zur Entnahmestelle. Im Gegensatz zu KLT, die es in vielen verschiedenen Ausführungen hinsichtlich Länge, Breite und Höhe gibt, sind die Laufwagen in einer definierten einheitlichen Größe vorhanden. Sie sind deutlich kleiner als KLT und benötigen daher bei der Lagerung weniger Platz. Wie Item Industrietechnik angibt, zeigt sich dort, und auch mit Blick auf den Rückführprozess an der Produktionslinie, dass das Hängefördersystem den KLT platztechnisch vorteilhaft ist.

Ein Beispiel: Beim „traditionellen“ Transport von Handschuhfachklappen in der Automobilindustrie können jeweils vier Stück pro KLT über zwei Zuführebenen an die Produktionslinie geführt werden. Über zwei Rückführebenen werden die leeren Behälter abtransportiert. Während die KLT gefüllt auf dem Hinweg genauso viel Platz einnehmen wie leer auf dem Rückweg, sieht das beim hängenden Transport der Handschuhfachklappen mittels Fördersystem anders aus. Dieses reduziert das Volumen des Leerguts, weil die Laufwagen im Vergleich zu den KLT kleiner und somit platzsparender sind.

Platz sparen bei der Rückführung

Nach Entnahme des Materials können sie gesammelt in nur einem einzigen KLT rückgeführt werden. Entsprechend müssen zwei der insgesamt vier Ebenen nicht mehr für die Rückführung der leeren KLT bereitgehalten werden, sondern können ebenfalls für die Materialzulieferung an die Produktionslinie genutzt werden. „Auf diese Weise kann durch den Austausch des KLT-Transports gegen ein Hängefördersystem rund das Eineinhalbfache an Material an der Produktionslinie bereitgestellt werden. Je nach Bauteil kann dieser Faktor auch noch höher ausfallen“, erklärt Michael Guntermann, Produktmanager und Teamleiter Application & Support bei der Item Industrietechnik GmbH.

Dachhimmel in vielen verschiedenen Ausführungen werden häufig flach aufeinandergestapelt gelagert. Die dafür notwendigen Paletten inklusive der Laufwege nehmen viel Platz ein, was durch den Einsatz eines Hängefördersystems reduziert werden kann. Bild: item

Platzgewinn an der Produktionslinie und im Lager

Auch Dachhimmel lassen sich mit dem Hängefördersystem transportieren. Dabei kann durch dessen Einsatz ebenfalls mehr Material zugeführt und gleichzeitig der Platz an der Produktionslinie und im Lager deutlich besser ausgenutzt werden.

Dachhimmel gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen, mit Schiebe- oder Panoramadach oder gänzlich geschlossen. Darüber hinaus unterscheiden sie sich nach Farben und Materialien. All diese unterschiedlichen Varianten werden flach aufeinandergestapelt gelagert. Um dabei die unteren Dachhimmel nicht zu beschädigen, ist die Anzahl begrenzt oder sie müssen voneinander separiert gelagert werden, sodass viele Stapel mit einem hohen Platzbedarf entstehen.

Beim Hängefördersystem von item ist eine Neigung von 3° ausreichend, um den hängenden Transport allein durch das Eigengewicht des Transportguts sicherzustellen. Bild: item

„Die Paletten inklusive der Laufwege können schnell bis zu 20 m² einnehmen. Das ist enorm viel – die Fläche könnte durch den Einsatz eines Hängefördersystems deutlich reduziert werden“, sagt Michael Guntermann. Für eine hängende Förderung der Dachhimmel ließen sich zwei Laufschienen nebeneinander anbringen, sodass zwei Laufwagen (einer pro Schiene) einen Dachhimmel transportieren könnten. So würde bei gleicher Materialmenge rund die Hälfte an Platz eingespart werden, der wiederum für das Vorhalten weiterer Dachhimmel genutzt werden kann. Ein zusätzlicher Vorteil: Paletten werden durch das hängende System überflüssig, was sich positiv auf den Platzbedarf im Lager auswirkt. Gleichzeitig minimiert sich dank der Aufhängung der Dachhimmel das Risiko von Beschädigungen durch Bodenfahrzeuge oder Stapler erheblich. Ein wichtiger Faktor, weil Dachhimmel empfindlich sind und leicht verformt oder verschmutzt werden können.

Außer für Handschuhfachklappen und Dachhimmel eignen sich Hängefördersysteme auch für viele weitere Bauteile wie Kabel, Cockpitblenden, Fußmatten, Messgeräte oder andere Teile aus der Automobilindustrie. Ebenso sind die Systeme für Produkte und Komponenten anderer Branchen nutzbar, die mit einem Hängefördersystem effizient zur Weiterverarbeitung bereitgestellt werden können.

Transport über das Eigengewicht – bei geringer Neigung

Es gibt bereits einige Hängefördersysteme am Markt. „Diese sind aber meist angetrieben oder sind sie es nicht, bestehen sie überwiegend aus Stahl und die Anbindung an einen Baukasten ist schwierig und umständlich“, sagt Michael Guntermann. „Unser System besteht aus einem Aluminiumprofil, das leicht gekürzt und mit den anderen item-Komponenten optimal kombiniert werden kann.“ Es ist eine – im Vergleich zu anderen Systemen – sehr geringe Neigung von 3° ausreichend, um den hängenden Transport allein durch das Eigengewicht des Transportguts sicherzustellen. Das spart Energie und reduziert den Höhenverlust beim Transport.

Das Hängefördersystem von Item besteht aus bis zu 6 m langen Laufschienenprofilen, die sich miteinander kombinieren lassen. Mit einer intelligenten Verbindungstechnik werden sie mit einer Neigung von 3° an einem Rahmen aus dem Profilrohrsystem D30 befestigt. So entstehen Transportwagen oder Gestelle mit einem integrierten Hängefördersystem. Die ESD-sicheren Laufwagen haben an der Unterseite einen universellen Anschlusspunkt, an dem beliebige Haken etc. eingehängt werden können, die dann das Transportgut mit einem Maximalgewicht von 5 kg aufnehmen. Die Laufwagen werden auf die Einführung geschoben und bewegen sich leer oder mit dem Fördergut durch die Schwerkraft auf dem reibungsarmen Laufschienenprofil bis zum Entnahmepunkt. Dort ermöglicht der Endanschlag eine einfache und ergonomische Entnahme. Der Anschlag am Entnahmepunkt stoppt die Laufwagen und bietet zusätzlichen Schutz, zum Beispiel beim Transport mit fahrerlosen Transportsystemen. Trotz Bewegung bleiben die Transportgüter sicher an Ort und Stelle und lassen sich auch über längere Distanzen platzsparend transportieren.

Die ESD-sicheren Laufwagen haben an der Unterseite einen universellen Anschlusspunkt, an dem beispielsweise Haken eingehängt werden können, die dann das Transportgut mit einem Maximalgewicht von 5 kg aufnehmen. Bild: item

Derzeit lassen sich mit dem Hängefördersystem Transportgüter sehr einfach auf einer geraden Strecke fördern. Aber auch der Transport über Kurven ist möglich, wodurch das Einsatzgebiet noch einmal erweitert werden kann. Künftig bietet das System die Möglichkeit, die Laufwagen zu vereinzeln, zu bremsen und leere Waren automatisch zurückzuführen. „Darüber hinaus lässt sich das System als mechanische Teilautomatisierung auch in Karakuri-Anwendungen oder zum Shootern einsetzen. Somit können Waren ohne manuelles Handling von Transportfahrzeugen an Bereitstellungsregale übergeben werden“, so Michael Guntermann. Letztendlich eröffnet die Anbindung an ein hängendes Fördersystem vielfältige Möglichkeiten für einen effizienten, teilautomatisierten Transport in der Intralogistik. 

(Quelle: Item Industrietechnik GmbH)

Von Udo Schnell

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