Zum E-Paper
Additive Fertigung 09.10.2026, 12:00 Uhr

Doch kein Ende? Neuer Träger und neues Konzept für die Rapid.Tech

Im Juli kam die Meldung, dass die Messe Rapid.Tech eingestellt wird. Jetzt wurde ein Verein gegründet, der dieses Aus verhindern will.

Bright colorful objects printed by a 3d printer close-up. Progressive modern additive technology. Copy spase, spase for text.

Bright colorful objects printed by a 3d printer close-up. Progressive modern additive technology. Copy spase, spase for text.

Foto: smarterpix/Marina1408

Im Juli hieß es noch, dass nach 20 Jahren Schluss sei – nun scheint es doch noch eine Zukunft für die Rapid.Tech 3D zu geben. Im September hat sich ein Verein gegründet, der – mit Zustimmung der Messe Erfurt – das bisherige Format weiterentwickeln will. Dabei gehe es nicht nur um eine Fortführung der Messe, sondern um eine Vertiefung der fachlichen Tiefe der Veranstaltung.

Gründungsmitglieder wollen Plattform erhalten und weiterentwickeln

Die Gründungsmitglieder des RapidTech 3D e.V kommen aus dem bisherigen Fachbeirat. Ziel des Vereins sei es, die über viele Jahre entstandene Plattform und Community rund um Additive Manufacturing zu erhalten und inhaltlich konsequent weiterzuentwickeln.

Weitere Infos: Rapid.tech: Traditionsreiche AM-Messe wird nach über 20 Jahren eingestellt

Die Gründung sei eine Folge der Entscheidung der Messe Erfurt, die Rapid.Tech 3D im bisherigen Veranstaltungsformat nicht fortzuführen. Mit Zustimmung und Unterstützung der Messe Erfurt soll das etablierte Format nun unter neuer, unabhängiger Trägerschaft weitergeführt werden.

„Dass wir die Rapid.Tech 3D aus der Community heraus weiterführen können, ist alles andere als selbstverständlich. Michael Kynast und das Team der Messe Erfurt haben über viele Jahre gemeinsam mit dem Fachbeirat eine außergewöhnliche Plattform geschaffen“, sagt Carl Fruth, Vorstand des RapidTech 3D e.V..

Auch der Freistaat Thüringen habe die Rapid.Tech und den Technologietransfer rund um Additive Manufacturing früh und kontinuierlich unterstützt, führt Fruht aus. Dass dieser Übergang jetzt konstruktiv ermöglicht sei, schaffe die Grundlage für das nächste Kapitel.

Unabhängige Plattform für Wissen, fachlichen Austausch und neue Geschäftsmodelle

Der Verein versteht sich den Angaben zufolge als unabhängige Plattform für Wissensvermittlung und fachlichen Austausch rund um additive Fertigung und angrenzende Produktionstechnologien. Im Mittelpunkt stehen neue technische Entwicklungen, industrielle Anwendungen, Start-ups, wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Geschäftsmodelle.
Dabei soll der Blick bewusst über klassische AM-Themen hinausgehen. Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz und Physical AI, Automatisierung und neue Produktionskonzepte sollen künftig deutlich stärker berücksichtigt werden, heißt es weiter.

„Die additive Fertigung hat sich in vielen Branchen als strategische Schlüsseltechnologie etabliert. Damit diese Entwicklung weiter an Dynamik gewinnt, braucht es Orte für den offenen Austausch von Erfahrungen, Ideen und Best Practices“, sagt Dr. Karsten Heuser, Vorstand des RapidTech 3D e.V..

Genau dafür stehe die Rapid.Tech seit mehr als zwei Jahrzehnten, erläutert Heuser. Mit dem RapidTech 3D e.V. werde die Grundlage geschaffen, dass dieser Austausch von Experten für Experten auch in Zukunft sichergestellt sei. Denn langfristige Innovationskraft entstehe nicht durch einzelne Unternehmen, sondern durch starke und vernetzte Ökosysteme von Experten.

Ziel: Stärkung des fachlichen Charakters der Rapid.Tech

Ein wesentliches Ziel des neuen Vereins ist es, den fachlichen Charakter der Rapid.Tech weiter zu stärken. Nicht Unternehmensmarketing, sondern technischer Inhalt, Erfahrungsaustausch und auch kontroverse Diskussionen sollen im Vordergrund stehen.
Industrie, Wissenschaft, Start-ups und Nachwuchs sollen dabei nicht in getrennten Welten stattfinden, sondern gezielt zusammengebracht werden.

Auch das Veranstaltungskonzept selbst soll weiterentwickelt werden, heißt es weiter. Diskutiert wird unter anderem ein flexibles Modell mit wechselnden Austragungsorten und technologischen Schwerpunkten.

Bis Ende Oktober werden noch Gründungsmitglieder gesucht

Der Verein öffnet seinen Gründungskreis für weitere Unterstützer aus Industrie, Wissenschaft und der AM-Community. Noch bis zum 31. Oktober 2026 besteht die Möglichkeit, als Gründungsmitglied beizutreten und die weitere Entwicklung von Beginn an mitzugestalten.

(Quelle: RapidTech 3D e.V.)

Von Udo Schnell

Zu unseren Fachmedien Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren Fachmedien-Newslettern verpassen Sie keine News mehr und bleiben immer auf dem neuesten Stand. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.