Sensornetz soll kritische Infrastruktur vor Drohnen schützen
Mecklenburg-Vorpommern plant ein Netz aus rund 150 Sensoren zur Drohnenerkennung. Das zweijährige Forschungsprojekt soll Energieanlagen, Häfen und andere kritische Infrastrukturen besser schützen.
Symbolbild: Die Risiken durch Drohnen, die zur Spionage oder Sabotage eingesetzt werden können, nehmen zu.
Foto: Smarterpix/semisatch
Mecklenburg-Vorpommern will Drohnenbewegungen künftig systematisch erfassen und in Echtzeit auswerten. Das Innenministerium hat dazu gemeinsam mit dem Institut für sichere mobile Kommunikation (ISMK) an der Hochschule Stralsund ein Forschungsprojekt gestartet. Entlang der Ostseeküste und an ausgewählten sicherheitsrelevanten Einrichtungen soll ein Netz aus rund 150 Sensoren entstehen.
Die passiven Funksensoren sollen Signale funkgesteuerter Drohnen empfangen und deren Bewegungen erfassen. Die Daten werden zentral zusammengeführt und zu einem digitalen Lagebild aufbereitet, das den beteiligten Sicherheitsbehörden in Echtzeit zur Verfügung stehen soll. Das System ist für eine weiträumige Erfassung ausgelegt.
Verdächtige Drohnenbewegungen früher erkennen
Hintergrund: Die Risiken durch Drohnen, die zur Spionage oder Sabotage eingesetzt werden können, nehmen zu. Besonders gefährdet sind nach Einschätzung der Projektpartner Energieanlagen, Häfen und militärische Einrichtungen. Bisher werden Drohnensichtungen häufig nur punktuell und mit zeitlicher Verzögerung gemeldet.
„Wir brauchen ein Lagebild, das Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenführt und unseren Sicherheitsbehörden zeigt, was tatsächlich im Luftraum passiert“, so Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel. Ziel sei es, verdächtige Flugbewegungen schneller zu erkennen und früher darauf reagieren zu können. „Wir bringen Forschung, Technologie und die Erfahrung unserer Sicherheitsbehörden zusammen. So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass wir schneller erkennen, besser entscheiden und am Ende früher handeln können“, so Pegel weiter.
Sensortechnik bereits erprobt
Die Sensoren stammen von der Berliner Gesellschaft für Sichere Mobile Kommunikation (GSMK). Nach Angaben des Unternehmens ist die Technik bereits erprobt und einsatzbereit. Im Forschungsprojekt geht es deshalb vor allem um die Vernetzung der Sensoren. Außerdem will man ermitteln, wie sich die gewonnenen Informationen in die Einsatzabläufe der Sicherheitsbehörden integrieren lassen.
Für das zunächst auf zwei Jahre ausgelegte Vorhaben sind nach Medienberichten Mittel im niedrigen einstelligen Millionenbereich vorgesehen. Anschließend wollen die Verantwortlichen über einen weiteren Ausbau entscheiden.
Eine aktive Drohnenabwehr ist nicht Bestandteil des Projekts. Sie bleibt Aufgabe der zuständigen Sicherheitsbehörden. Auch die tatsächliche Erkennungsleistung des geplanten Sensornetzes muss sich im praktischen Einsatz erst zeigen.




