Neue Arbeitswelt: Digitalisierung und Krise 19.03.2021, 11:38 Uhr

Corona: Die goldene Stunde des Arbeitsschutzes?

Maskenpflicht in Firmen, Abstandsregeln, Hygienekonzepte, anhaltendes Homeoffice, keine Mittagspausen zu zweit… noch nie stand der Schutz der Gesundheit am Arbeitsplatz so sehr im öffentlichen Fokus wie seit Beginn der Corona-Pandemie. Die Fachkräfte, die täglich dafür sorgen, dass ihre Kolleginnen und Kollegen gesund durch den Arbeitstag kommen, sind für Unternehmen in der Krise essenzieller denn je. Und doch zieren sie keine Titelseiten. Wie hat sich ihre Arbeitswelt verändert und vor welchen Herausforderungen steht der Arbeitsschutz der Zukunft?

Arbeitsschutz steht immer mehr im Fokus - und wird in Zukunft stärker digital. Quelle: PantherMedia/Wavebreakmedia

Arbeitsschutz steht immer mehr im Fokus - und wird in Zukunft stärker digital.

Foto: PantherMedia/Wavebreakmedia

Dies sind einige der Fragen, die im aktuellen Safety Management Trend Report beleuchtet werden. Herausgegeben wird der Branchenreport von Quentic, einem der führenden Lösungsanbieter für Software as a Service im Bereich Arbeitssicherheit und Umweltmanagement. In diesem Jahr steht die Frage im Fokus, wie es den Arbeitsschützerinnen und Arbeitsschützern in den Betrieben geht, was ihre Arbeit erleichtern kann und wie sie mit der Digitalisierung umgehen. Dazu wurden mehr als 600 Fachkräfte aus ganz Europa befragt und elf Expertinnen und Experten aus dem Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz interviewt.

Mehr Wertschätzung und steigende Herausforderungen für Arbeitsschützer

Die gute Nachricht zuerst: Die Hälfte der befragten Fachkräfte gibt in der Umfrage an, dass sich die Wahrnehmung von Arbeitsschutzthemen in ihrem Unternehmen durch die Corona-Krise positiv verändert hat. Nur Wenige sehen eine negative Entwicklung. Doch ein genauerer Blick zeigt: mit den Anforderungen wachsen auch die Herausforderungen. Während vor der Krise fast drei Viertel der Befragten ihre Arbeit als positiv herausfordernd beschreiben, rutscht der Wert zum Herbst 2020, als die Befragung durchgeführt wurde, auf unter 60 Prozent ab. Gleichzeitig hat sich der Anteil derjenigen, die ihre Arbeit als negativ herausfordernd empfinden, während der Pandemie von knapp 15 auf mehr als 30 Prozent sogar verdoppelt. Das ist keine Überraschung, wenn man bedenkt, wie vielfältig das Aufgabengebiet bereits ohne eine weltweite Pandemie ist.

Der Arbeitsschutz muss mit Digitalisierung Schritt halten

Manche Unternehmen hatten bereits vor dem Corona-Ausbruch einige Aspekte des betrieblichen Arbeitsschutzes digitalisiert und konnten dadurch besser mit der Krise umgehen. Als besonders hilfreich wird das digitale Managen von Gefährdungsbeurteilungen, Online-Unterweisungen und Schulungen, sowie Remote Audits empfunden. Doch, von spontanen Sicherheitsmeetings per Videokonferenz bis hin zu einer nachhaltigen Digitalstrategie für den Arbeitsschutz ist es für Viele noch ein langer Weg. Dem müssen sich Verantwortliche im Bereich Arbeitssicherheit widmen.

Prävention: Mentale Gesundheit fördert körperliche Fitness

Der Arbeitsschutz der Zukunft ist eng mit der Digitalisierung verbunden. Aber auch mit mehr Bewusstsein für Psychische Belastungen. Die Expertengruppe, die für den Bericht interviewt wurde, sieht Themen wie Prävention, psychologische Sicherheit und mentale Gesundheit als wichtigste Grundpfeiler für modernen Arbeitsschutz in einer komplexen Arbeitswelt. Sie weisen darauf hin, dass übermäßige Belastung in jeder Form ein Risikofaktor ist: Wer ausgelaugt ist, verletzt sich schneller oder droht wegen Burnouts ganz auszufallen. Das gilt auch im Homeoffice. Isolation, das Gefühl einer andauernden Erreichbarkeit sowie die Vereinbarkeit mit Familienverpflichtungen sind Themen und Risiken, die Arbeitssicherheitsverantwortliche auch zukünftig und dauerhaft im Blick halten müssen.

Worauf liegt Ihr Fokus für die nahe Zukunft?

Foto: Quentic GmbH/ Safety Management Trend Report 2021

Ein weites Feld mit vielen Chancen und Möglichkeiten

Die Studienergebnisse zeigen: die Herausforderungen sind vielfältig, aber die Chancen auch. Umso wichtiger wird es für Arbeitssicherheitsverantwortliche, ihre Kolleginnen und Kollegen so für den Arbeitsschutz zu begeistern, dass eine nachhaltige Sicherheitskultur entsteht. Gut, dass sich die befragten Fachkräfte dem mit großer Leidenschaft widmen. Sie haben sich das Thema „Begeisterung für Arbeitssicherheit erzeugen“ ganz oben auf ihre Prioritätenliste für das Jahr 2021 gesetzt.

Weitere wichtige Themen des Branchenberichts:

  • die richtigen Erfolgsindikatoren und motivierende Methoden im Arbeitsschutz
  • die Attraktivität des Berufsfeldes für junge Karrierestarter
  • Arbeitsschutz im Kontext von Globalisierung und Digitalisierung

Diese Ergebnisse sind ein Auszug aus dem Safety Management Trend Report.

Von Juliane Röhner

Top Stellenangebote

Stadtwerke Ostfildern-Firmenlogo
Stadtwerke Ostfildern Stellvertretende Technische Werkleitung (m/w/d) Wärme / Wasser Ostfildern
Stadt Weil der Stadt-Firmenlogo
Stadt Weil der Stadt Tiefbauingenieur/in / Tiefbautechniker/in (m/w/d) Weil der Stadt
Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung-Firmenlogo
Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung Referent (m/w/d) "Störfallmeldestelle und Anlagensicherheit" Berlin, Salzgitter
Friotherm Deutschland GmbH-Firmenlogo
Friotherm Deutschland GmbH Ingenieur Kälte-/ Verfahrenstechnik (m/w/d) Weißensberg
Stadt Oberhausen-Firmenlogo
Stadt Oberhausen Technische Beigeordnete / Technischer Beigeordneter (w/m/d) Oberhausen
Kreis Düren-Firmenlogo
Kreis Düren Vermessungsingenieur/in (m/w/d) Düren
Duale Hochschule Baden-Württemberg-Firmenlogo
Duale Hochschule Baden-Württemberg Professur für Elektrotechnik im Studiengang Embedded Systems Friedrichshafen
Hochschule Osnabrück-Firmenlogo
Hochschule Osnabrück Professur für Mechatronik Osnabrück
Hochschule Osnabrück-Firmenlogo
Hochschule Osnabrück Professur für Prozessleittechnik Osnabrück
VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH-Firmenlogo
VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (m/w/d) Bauwesen & nachhaltiges Bauen Berlin
Zur Jobbörse