Klimaneutrale Logistik 20.12.2021, 06:45 Uhr

Im Lieferverkehr haben eLKW großes Potenzial

Der Baustoffhändler die Stark Deutschland GmbH und die Hochschule Fulda beteiligen sich aktuell an einem Praxistest für eLogistik. Die Inbetriebnahme eines voll elektrisch betriebenen 26-Tonners am 29. November bildet den Startschuss des Projektes.

Der eLKW im Zentrum des Praxistests für eLogistik ist ein Sondermodell der Marke MAN: Der MAN eTGM. Ausgestattet mit einem 264-kW-Elektromotor besitzt der eTruck eine effektive Reichweite von 150-200 km. Foto: Stark Deutschland GmbH

Der eLKW im Zentrum des Praxistests für eLogistik ist ein Sondermodell der Marke MAN: Der MAN eTGM. Ausgestattet mit einem 264-kW-Elektromotor besitzt der eTruck eine effektive Reichweite von 150-200 km.

Foto: Stark Deutschland GmbH

70 % des Güterverkehrs erfolgen in Deutschland per LKW und verursachen damit rund ein Drittel der CO2-Emissionen im Verkehrssektor. Entsprechend hoch sind mögliche Einsparpotenziale: So ergeben Hochrechnungen der Hochschule Fulda, dass der CO2-Ausstoß in Hessen allein durch eLKW um rund 210.000 t im Jahr reduziert werden könnte. Mit dem Ziel, diese Entwicklung aktiv voranzutreiben, hat der Baustoffhändler Stark Deutschland Ende November einen voll elektrisch betriebenen eLKW innerhalb des ersten großen Praxistests der Branche in Betrieb genommen. Gemeinsam mit der Hochschule Fulda, Industriepartnern und Kunden sollen in den kommenden Monaten Daten gesammelt werden, um das Potenzial von eLKW im Lieferverkehr zu untersuchen. Langfristiges Ziel ist die nachhaltigere Ausrichtung des Logistiksektors in Deutschland.

Grüne Logistik als wichtiger Baustein 

Nach dem Klimaschutzplan der Bundesregierung soll bis 2030 ein Drittel der Fahrleistung im schweren Straßengüterverkehr elektrisch oder auf Basis strombasierter Kraftstoffe erbracht werden. Um dies zu erreichen, fördert die Bundesregierung eine Reihe von Initiativen, welche die neue Technologie konkurrenzfähig machen und die Planungs- und Investitionssicherheit für Unternehmen erhöhen.

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Auch das Land Hessen versteht sich als Innovationstreiber: „Wir sind ein Transit- und Logistikland. Es ist wichtig, dass Hessen auf diesem Gebiet zukunftsfähig bleibt. Deshalb fördern wir bereits seit 2015 Forschungs- und Pilotprojekte zur Elektromobilität. Denn Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit gehen Hand in Hand“, so Dirk Säuberlich, Projektmanager Automotive, Elektromobilität, Luftfahrt, Logistik, Systemtechnik bei der Innovationsförderung Hessen. „Wir unterstützen Maßnahmen, welche die Praxis- und Alltagstauglichkeit von Elektromobilität nachweisen. Projekte wie das von der Hochschule Fulda und der Stark Deutschland GmbH haben großes Potenzial.“

Zu den Lieferantenpartnern, die das Projekt unterstützen, gehören Villeroy & Boch, Ardex, PCI, Wedi, Otto Chemie, Knauf, Bosch, OWA, Sakret, Richter Systeme, Quandt und Rockwool.

Mit Vollstrom voraus: Der E-Truck

Der eLKW im Zentrum des Projektes ist ein Sondermodell der Marke MAN: Der MAN eTGM. Ausgestattet mit einem 264-kW-Elektromotor besitzt der eTruck eine effektive Reichweite von 150–200 km. Zusätzlich ist das Fahrzeug mit einem Mitnahmestapler der Marke Moffett ausgestattet, der eine Traglast von bis zu 2,5 t aufweist und mit einem 13 kW-Elektromotor betrieben wird. Einsatzgebiet ist die Rhein-Main-Region, mit Ladestationen in den Raab Karcher Niederlassungen in Frankfurt am Main und Darmstadt. Kunden erhalten so die Möglichkeit, Baustoffe klimaneutral zum Einsatzort liefern zu lassen.

Der durch das Land Hessen mitfinanzierte 26-Tonner wird in den kommenden Monaten essenzielle Daten liefern, um gemeinsam mit der Hochschule Fulda eine abgesicherte Dekarbonisierungs-Strategie für den Schwerlastverkehr in Ballungsgebieten zu entwickeln. Im Vergleich zu konventionell betriebenen Diesel-LKW stößt der neue eLKW mindestens 30 % weniger CO2 aus, wobei natürlich auch die Emission anderer schädlicher Stoffe wie Methan, Stickoxide, Ammoniak oder Feinstaub eklatant reduziert wird. Da bereits mehr als 95 % der rund 260 Niederlassungen im Markennetzwerk von Stark Deutschland mit Ökostrom betrieben werden, verbessert sich die Klimabilanz des Projektes zudem durch das Betanken mit grüner Energie. Insbesondere in urbanen Gegenden stellt zudem die Geräuschbelastung einen enormen Vorteil des eLKW dar, dar im Gegensatz zu mit Diesel betriebenen LKW fast geräuschlos über die Straßen gleitet.

RMW

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