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Photovoltaik 12.06.2026, 15:30 Uhr

Batteriespeicher: Die Wirtschaftlichkeit in drei Schritten berechnet

Solarstromspeicher versprechen eine vergünstigte Photovoltaik-Nutzung. Aber wann lohnt sich ein Batteriespeicher tatsächlich? Ein paar wenige Kennzahlen reichen aus, um diese Frage zu beantworten.

Die Nutzung von Sonnenenergie im privaten Bereich gewinnt zunehmend an Bedeutung - und damit auch die Frage, welcher Batteriespeicher für die Bevorratung am besten eignet ist. Foto: Smarterpix / iceberg_dp

Die Nutzung von Sonnenenergie im privaten Bereich gewinnt zunehmend an Bedeutung - und damit auch die Frage, welcher Batteriespeicher für die Bevorratung am besten eignet ist.

Foto: Smarterpix / iceberg_dp

Wer eine Photovoltaikanlage anschafft, sollte auch über einen Batteriespeicher nachdenken. Denn: Mit Solarstromspeichern könne man inzwischen viel Geld sparen, so die Initiative Zukunft Altbau. Wenige Kennzahlen reichen bereits aus, um die Wirtschaftlichkeit des Speichers zu ermitteln, so das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm.

Günstiger Strom aus „eigener Herstellung“

Neue Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach oder an der Fassade erzeugen Strom für durchschnittlich nur noch rund zehn bis 13 Cent pro Kilowattstunde und sind damit deutlich günstiger als Netzstrom, der derzeit im Schnitt bei etwa 33 Cent pro Kilowattstunde liegt. Wer Solarstrom selbst nutzt, spart also einen zweistelligen Centbetrag pro Kilowattstunde. Batteriespeicher erhöhen den Anteil des selbst verbrauchten Solarstroms: Ihre Anschaffung ist inzwischen meist profitabel. Das sei insbesondere deshalb interessant, so Zukunft Altbau, weil die Alternative Stromnetzeinspeisung für Neuanlagen mit rund acht Cent pro Kilowattstunde nicht kostendeckend ist und künftig sogar ganz wegfallen könnte.

Batteriespeicher-Boom: Viele möchten die Vorteile nutzen

Die Nachfrage nach kompakten Heimspeichern ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) waren Anfang 2026 rund 2,4 Millionen Hausbatteriespeicher in Deutschland in Betrieb. „Allein 2025 wurden in Deutschland mehrere hunderttausend Systeme installiert“, so Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Bei neuen Photovoltaikanlagen zählen sie inzwischen zur Standardausstattung.“

Sinkenden Preise haben ihre Wirtschaftlichkeit derweil deutlich verbessert. Die Kosten liegen heute zwischen rund 300 bis 500 Euro pro Kilowattstunde Kapazität. Hinzu kommen noch die Ausgaben für die Installation durch einen Fachbetrieb.

Was ich über meinen Batteriespeicher wissen muss

Und woher weiß ich, ob ein Speicher für meine Anlage rentabel ist? Kern einer Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte die Frage sein, wie viel Solarstrom der Speicher über seine Lebensdauer tatsächlich bereitstellt und welche Stromkosten man dadurch vermeidet, so Zukunft Altbau. „Gut ausgelegte Systeme erreichen in Einfamilienhäusern typischerweise 200 bis 250 Vollzyklen pro Jahr, also vollständige Be- und Entladungen“, berichtet Birgit Groh vom Deutschen Energieberater-Netzwerk (DEN). „Die vom Speicher insgesamt zur Verfügung gestellte Energiemenge ergibt sich aus den Faktoren Vollzyklen pro Jahr, Speicherkapazität in Kilowattstunden und Lebensdauer in Jahren.“ Zu berücksichtigen seien außerdem typische Speicherverluste von etwa 15 Prozent, die durch Be- und Entladen sowie Stand-by-Verbrauch entstehen.

Batteriespeicher: Wirtschaftlichkeitsberechnung in drei Schritten

Und so können Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer die Wirtschaftlichkeit eines Speichers in drei Schritten selbst grob überschlagen:

  1. Zuerst muss man die Ersparnis berechnen, die sich daraus ergibt, dass man statt einer Kilowattstunde Strom aus dem Netz eine selbst erzeugte und gespeicherte Kilowattstunde nutzt. Eine Kilowattstunde aus dem Netz kostet rund 33 Cent. Für das Einspeisen des eigens produzierten Stroms würde man knapp acht Cent erhalten. Die Ersparnis pro Kilowattstunde beträgt somit rund 25 Cent, nutzt man den Solarstrom selbst.
  2. Danach ermittelt man die Kosteneinsparung pro Kilowattstunde Speicherkapazität über die Lebensdauer der Batterie: Dabei kann man von 225 Vollzyklen pro Jahr ausgehen. Das heißt eine Kilowattstunde der Batterie wird in einem Jahr 225-Mal durch die eigene Photovoltaikanlage vollgeladen und durch die Eigennutzung des Stroms wieder vollständig entladen. Somit spart man rechnerisch über 15 Jahren Lebensdauer rund 840 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität ein (225 Zyklen multipliziert mit 25 Cent Ersparnis hochgerechnet auf die 15 Jahre).
  3. Schließlich zieht man noch die Speicherverluste ab: Abzüglich der Verluste von 15 Prozent bleiben etwa 720 Euro Ersparnis pro Kilowattstunde Speicherkapazität über die Lebensdauer der Batterie übrig. Liegen die Anschaffungskosten des Batteriespeichers pro Kilowattstunde Kapazität unter diesem Wert, ist der Speicher voraussichtlich wirtschaftlich, liegen sie darüber, rechnet er sich finanziell eher nicht.

Branchenstudien sehen die Wirtschaftlichkeitsgrenze in einer ähnlichen Größenordnung; bei etwa 600 bis 700 Euro pro Kilowattstunde. Mögliche Änderungen am Zählerschrank, die zusätzliche Kosten verursachen, sind in der Kostenkalkulation von Zukunft Altbau nicht enthalten.

Speichergröße: Jahresstromverbrauch in Megawattstunden

Für die Praxis gilt: „Der Speicher sollte nicht wesentlich größer sein als der Jahresstromverbrauch in Megawattstunden“, so Frank Hettler von Zukunft Altbau. „Ein Haushalt mit 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, das sind sechs Megawattstunden, fährt in der Regel mit einer Speicherkapazität von rund sechs bis acht Kilowattstunden gut. Mit Blick auf eine Zukunft mit Elektroauto und Wärmepumpe kann allerdings bereits heute die Anschaffung eines größeren Speichers sinnvoll sein.“ Die Leistung der Photovoltaikanlage in Kilowatt sollte mindestens so hoch sein wie die Speicherkapazität in Kilowattstunden, damit der Speicher in ausreichend vielen Stunden vollgeladen werden kann, rät der Experte. Ein guter Aufstellort im Haus sei ein Raum mit moderaten Temperaturen zwischen fünf und 20 Grad Celsius. Das maximiert die Lebensdauer.

Zusätzliche Ertragspotenziale biete die Kombination mit variablen Stromtarifen: Seit Anfang 2025 müssen alle Stromversorger solche Angebote machen. Sie geben die Börsenpreisschwankungen an die Kundschaft weiter. In Zeiten niedriger Börsenpreise und geringem oder fehlendem Solarertrag kann der Speicher günstigen Netzstrom aufnehmen und später – wenn die Preise hoch sind oder die Solaranlage keinen Strom liefert – im Haushalt bereitstellen. Dann sei auch eine größere Speicherkapazität sinnvoll, die sowohl den eigenen Solarstrom als auch günstigen Netzstrom nutzt. Zukünftig könnten auch Elektroautos mit bidirektionaler Ladefunktion die lokale Speicherkapazität weiter vergrößern und das Stromnetz entlasten, so Zukunft Altbau.

Wer bei der Auswahl des Batteriespeichers helfen kann

Wer einen Solarstromspeicher installieren möchte, sollte mehrere Vergleichsangebote von qualifizierten Fachbetrieben aus der Region einholen. Spezialisierte Solarteure, Fachkräfte für Solartechnik und Elektrofachbetriebe informieren über Effizienz, Lebensdauer, Preise und die passende Größe des Speichers. Einen schnellen Überblick über geeignete Betriebe kann man sich im Internet verschaffen. Beispielsweise stellt das Photovoltaik-Netzwerk für Baden-Württemberg eine Übersicht über Solarteurbetriebe zur Verfügung.

Bei der Auswahl helfen auch herstellerunabhängige Tests: Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) etwa untersucht jährlich eine Vielzahl von Heimspeichern und bewertet sie. Die aktuellen Ergebnisse der „Stromspeicher-Inspektion“ sind online abrufbar.