Zum E-Paper
Lösungen für kühle Innenräume 11.08.2026, 12:30 Uhr

Monoblock oder Splitgerät: Welches Klimagerät sich wann wirklich lohnt

Tropennächte und lange Hitzephasen häufen sich , entsprechend gefragt sind Klimageräte. Doch mobile Monoblocks brauchen bis zu dreimal so viel Strom wie fest installierte Splitgeräte. Die Verbraucherzentrale NRW erklärt, worauf es bei der Wahl ankommt.

Frau liegt auf Sofa

Welches Klimagerät in die eigenen vier Wände passt, hängt von vielen Faktoren ab.

Foto: Smarterpix / HayDmitriy

Längere Hitzeperioden und immer mehr Tropennächte zeigen: Hohe Temperaturen sind längst kein Ausnahmeereignis mehr. Für viele Menschen stellt sich deshalb die Frage, wie sich Wohn- und Arbeitsräume auch über längere Hitzephasen hinweg angenehm kühl halten lassen. Entsprechend steigt das Interesse an Klimageräten.

Die Verbraucherschützer raten dazu, zunächst die Rahmenbedingungen zu prüfen und erst danach ein Gerät auszuwählen. „Eine gute Planung sollte immer vor der Auswahl eines Gerätes stehen“, so Simon Lautenbach, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW. Entscheidend sei unter anderem, dass die Kühlleistung zur Größe und Beschaffenheit des Raumes passt.

Grundsätzlich unterscheidet man folgende Geräte:

Monoblock-Klimageräte: flexibel und schnell einsatzbereit

Mobile Monoblock-Klimageräte vereinen alle technischen Komponenten in einem Gehäuse. Sie können frei im Raum aufgestellt und an eine herkömmliche Steckdose angeschlossen werden. Eine Installation durch einen Fachhandwerker entfällt.

Die warme Abluft wird bei mobilen Monoblock-Klimageräten in der Regel über einen Schlauch durch ein geöffnetes Fenster oder eine Tür nach draußen geleitet. Genau hier liegt allerdings ein Nachteil: Durch die Öffnung kann – falls keine ausreichende Isolierung gelingt – gleichzeitig warme Außenluft wieder in den Raum gelangen. Umgekehrt: Eine möglichst gute Abdichtung des geöffneten Fensters kann die Effizienz verbessern.

Besonders bei größeren Räumen, starker Sonneneinstrahlung oder schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen können Monoblock-Geräte deshalb schnell an ihre Grenzen kommen. Für eine vergleichbare Kühlwirkung benötigen Monoblocks in der Praxis etwa zwei- bis dreimal so viel Strom wie ein fest installiertes Splitgerät.

Split-Klimageräte: effizienter, aber aufwendiger

Split-Klimageräte bestehen aus einer Innen- und einer Außeneinheit. Beide Komponenten sind über Kältemittelleitungen miteinander verbunden. Der lautere Teil der Anlage befindet sich dadurch außerhalb des Gebäudes.

Ein wesentlicher Vorteil im Vergleich zu Monoblock-Geräten ist die höhere Effizienz. Die Verbraucherzentrale NRW nennt für gute Splitgeräte einen SEER-Wert von 6 bis 8 und darüber. Bei mobilen Geräten liegt der EER-Wert dagegen typischerweise bei etwa 2,6 bis 3,0.

Wichtig: Die Effizienzklassen der beiden Gerätetypen lassen sich aufgrund unterschiedlicher Kennzahlen und Skalen nicht unmittelbar miteinander vergleichen. Ein Splitgerät mit der Energieeffizienzklasse A arbeitet deutlich effizienter als ein Monoblock mit derselben Klasse.

Ein Nachteil der fest installierten Splitanlage ist die notwendige Montage. Für die Installation ist ein zertifizierter Fachbetrieb erforderlich. Zudem ist in der Regel ein Wanddurchbruch notwendig. In Mietwohnungen muss deshalb die Zustimmung des Vermieters eingeholt werden.

Mobile Splitgeräte als Zwischenlösung

Neben klassischen Monoblock- und fest installierten Splitgeräten gibt es auch noch mobile Split-Klimageräte. Sie verfügen ebenfalls über eine Innen- und Außeneinheit, sind jedoch werkseitig befüllt und geschlossen.

Dadurch können Käuferinnen und Käufer die Geräte grundsätzlich selbst aufstellen. Benötigt werden ein geeigneter Standort für das Außengerät, eine Möglichkeit zur Ableitung des Kondenswassers und ein leicht geöffnetes Fenster für die vergleichsweise dünne Leitung.

Der Vorteil: Mobile Splitgeräte kommen ohne größere bauliche Veränderungen aus. Allerdings sind sie teurer als Monoblock-Geräte.

Welche Kühlleistung braucht ein Klimagerät?

Die Größe des Raumes allein entscheidet nicht darüber, welche Kühlleistung benötigt wird. Auch Fensterflächen, Wärmedämmung, Sonneneinstrahlung und interne Wärmequellen spielen eine Rolle.

Ein zu schwaches Klimagerät kann dauerhaft laufen, ohne den Raum ausreichend zu kühlen. Ein überdimensioniertes Gerät ist ebenfalls nicht optimal: Es schaltet häufiger ein und aus, arbeitet dadurch ineffizienter und kann schneller verschleißen.

Auch die Lautstärke sollte beim Kauf berücksichtigt werden. Das gilt insbesondere für Klimageräte in Schlafräumen sowie für Außeneinheiten, die in der Nähe von Nachbarwohnungen aufgestellt werden.

Klimaanlage richtig betreiben und Strom sparen

Auch ein effizientes Klimagerät kann unnötig viel Energie verbrauchen, wenn es falsch eingesetzt wird. Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt unter anderem:

  • Klimageräte nur bei Bedarf einschalten.
  • Räume nicht unnötig stark herunterkühlen.
  • Fenster und Türen während des Kühlbetriebs geschlossen halten.
  • Öffnungen für Abluftschläuche und Leitungen möglichst gut abdichten.
  • Den Abluftschlauch eines Monoblocks möglichst kurz halten und dämmen.
  • Das Außengerät einer Splitanlage nicht zustellen oder einhausen.
  • Split-Klimageräte regelmäßig warten lassen.
  • Filter reinigen und den Kondenswasserablauf kontrollieren.

Besonders sinnvoll kann es sein, ein Schlafzimmer vor dem Zubettgehen vorzukühlen, statt die Klimaanlage die gesamte Nacht durchlaufen zu lassen.

Klimagerät oder Luft-Luft-Wärmepumpe?

Wichtig zu wissen: Split-Klimageräte sind technisch gesehen Luft-Luft-Wärmepumpen und können deshalb auch zum Heizen eingesetzt werden. Im Kühlbetrieb entzieht die Anlage der Raumluft Wärme und gibt diese nach draußen ab. Im Heizbetrieb funktioniert das Prinzip umgekehrt: Die Außeneinheit entzieht der Außenluft Wärme, die mithilfe von Strom auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und anschließend über die Inneneinheit an den Raum abgegeben wird.

Dabei findet kein Luftaustausch zwischen innen und außen statt. Eine Klimaanlage beziehungsweise Luft-Luft-Wärmepumpe ersetzt daher keine Wohnraumlüftung.

Luft-Luft-Wärmepumpen können auch heizen

Besonders interessant können Split-Klimageräte als Heizlösung für kleinere oder unregelmäßig genutzte Wohnungen sein. Das gilt insbesondere für Gebäude, die bisher beispielsweise mit Nachtspeicheröfen beheizt werden und keine Heizungsrohre, Heizkörper oder Fußbodenheizung besitzen. Der Vorteil: Die Nachrüstung eines wassergeführten Heizsystems kann in solchen Gebäuden aufwendig und teuer sein. Eine Luft-Luft-Wärmepumpe lässt sich vergleichsweise einfach installieren.

Bei Single-Split-Anlagen versorgt eine Außen- eine Inneneinheit. Bei Multi-Split-Anlagen können dagegen mehrere Inneneinheiten an eine Außeneinheit angeschlossen werden. Je nach Wohnungsgröße und Raumaufteilung lassen sich so mehrere Räume beheizen und kühlen. Zukunft Altbau nennt als grobe Größenordnung Kosten von etwa 3 000 € pro Raum. Die tatsächlichen Kosten hängen allerdings unter anderem von Gerät, Gebäude und Installationsaufwand ab.

Für welche Gebäude sind Klimageräte weniger geeignet?

Größere Wohnungen und Häuser können für Luft-Luft-Wärmepumpen schwieriger zu versorgen sein. Je nach Grundriss können mehrere Außeneinheiten notwendig werden. Besonders anspruchsvoll ist laut Zukunft Altbau außerdem der Einsatz als alleinige Heizung in unsanierten Altbauten. Dort kann der Wärmebedarf so hoch sein, dass eine reine Luft-Luft-Wärmepumpe nicht ausreicht.

Hinzu kommen weitere Einschränkungen: Klimageräte können kein Warmwasser für Küche und Bad bereitstellen. Dafür ist eine zusätzliche Lösung erforderlich, beispielsweise ein Durchlauferhitzer, Boiler oder eine Brauchwasser-Wärmepumpe.

Auch die Luftbewegung kann zum Problem werden. Eine ungünstig geplante Wärmeverteilung kann Zugerscheinungen oder störende Strömungsgeräusche verursachen. Manche Menschen empfinden die Wärmeverteilung über die Raumluft zudem als weniger angenehm als die Wärmeabgabe klassischer Heizkörper.

Was ist effizienter: Monoblock oder Splitgerät?

Wer lediglich an wenigen heißen Tagen eine einzelne Wohnung oder einen Raum kühlen möchte, kann mit einem Monoblock-Klimagerät eine flexible und vergleichsweise unkomplizierte Lösung finden. Der geringere Anschaffungspreis und die einfache Inbetriebnahme sind klare Vorteile.

Wer dagegen regelmäßig kühlen möchte und Wert auf eine hohe Energieeffizienz legt, ist mit einem fest installierten Splitgerät in vielen Fällen besser beraten. Der höhere Anschaffungs- und Installationsaufwand wird durch die deutlich effizientere Kühlung ausgeglichen.

Mobile Splitgeräte können eine interessante Alternative sein, wenn eine höhere Effizienz gewünscht wird, aber keine dauerhafte bauliche Installation möglich ist.

Von Daniel Schmelzer

Zu unseren Fachmedien Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren Fachmedien-Newslettern verpassen Sie keine News mehr und bleiben immer auf dem neuesten Stand. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.