Kein Platz für Heizkörper: So wird die alte Schlosserei trotzdem warm
Wer Altbauten energetisch sinnvoll betreiben möchte, wird dies nicht ohne Modernisierungsmaßnahmen erreichen können. Mit dem Bezug s eines neuen Firmensitzes stellte sich daher auch für Unternehmer Dominik Lehr die Frage: Wie lassen sich historische Räume mit begrenztem Platzangebot effizient und zeitgemäß beheizen?
Deckenstrahlplatten nutzen das Strahlungsprinzip: Nach dem Vorbild der Sonne geben sie ihre Energie unmittelbar an Oberflächen und Personen ab, sodass die Wärme mit hoher Effizienz genau dort ankommt, wo sie benötigt wird.
Foto: Zehnder Group
Vor rund zwei Jahren suchte Dominik Lehr, Inhaber und Geschäftsführer der Lehr Beteiligungsgesellschaft in Freiburg, für den operativen Betrieb seines Unternehmens neue Büroräume. Eine alte Schlosserei aus dem Jahr 1891 wurde schnell zum gefragten „Objekt der Begierde“. Allerdings musste das in die Jahre gekommene Gebäude vor dem Einzug grundlegend saniert werden.
Dabei tauchte ein typisches Problem bei der Sanierung von Altbauten auf: In alten Gemäuern gibt es oft wenig Platz für aufwendige Technik beziehungsweise Heizkörper an der Wand und am Boden. Dieser Umstand verschärft sich nochmals, wenn der vorhandene Raum als Großraumbüro dienen soll und bereits die Büroausstattung viel Fläche in Anspruch nimmt.

Darüber hinaus entschied sich Lehr weitere individuelle bauliche Maßnahmen vorzunehmen, die den verfügbaren Platz für die Heizkörper-Montage an der Wand einschränkten: „Wir haben uns schnell dazu entschieden, einen Großteil der Wände durch Glasfronten zu ersetzen, um möglichst viel natürliches Licht in die Räume zu lassen. Der Vorteil: Die Räume erscheinen größer und heller, allerdings wurde die Heizungslösung damit zu einer echten Herausforderung. Denn viel Platz für Heizkörper an der Wand gab es nun nicht mehr“, erinnert sich Lehr. Gesucht wurde demnach ein System, das wenig Raum beansprucht, gleichmäßig wärmt und sich in die bestehende Architektur einfügt.
Alternative Deckenstrahlplatten: Bedarfsgerechte Wärme von oben
Sind Deckenstrahlplatten eine Option? „Anfangs waren wir sehr skeptisch. Wärme von oben, wie soll das denn funktionieren? Kommt die Wärme bei uns unten an den Schreibtischen an? Nach einem Jahr und einer Heizperiode kann man die starke Leistungseffizienz der genutzten Deckenstrahlplatten aber definitiv bestätigen. Die Wärme ist direkt spürbar, auch wenn sich die Wärmequelle über unseren Köpfen und nicht im Blickfeld befindet. Sehr erfreut haben uns neben dem guten Raumklima auch die erstaunlich niedrigen Verbrauchswerte“, lobt Lehr.
Deren Einbau war unkompliziert möglich, da die Deckenstrahlplatten bereits als komplett montierte Segel geliefert wurden. Dadurch war eine zeitsparende Montage an einem Stück vor Ort möglich. Nachdem die Segel an ihrem Bestimmungsort eingebracht worden waren, folgte das präzise Setzen und Nivellieren der Montagesätze.
Mithilfe von Lasern wurde dabei sichergestellt, dass alle Montagesätze exakt ausgerichtet waren, bevor die Deckenstrahlplatten an die vorhandenen Rohrleitungen angeschlossen wurden. Abschließend wurde eine Dichtigkeitsprüfung durchgeführt, um die Funktionsfähigkeit und Sicherheit der gesamten Installation zu gewährleisten.
„Das ausführende Handwerk hatte die Deckenstrahlplatten innerhalb kürzester Zeit routiniert montiert. Das ging trotz der riesigen Segel schneller als erwartet“, berichtet Lehr. Die optionale Kühlfunktion der Deckenstrahlplatten wurde für die Büroräume in der Beteiligungsgesellschaft Lehr nicht benötigt, könnte aber jederzeit mühelos nachgerüstet werden.
Ein weiterer Vorteil dieser Wärmeerzeugerlösung ist ihr geringes Gewicht. Da die Deckenstrahlplatten nur rund 15 kg/m² wiegen, können sie nicht nur händisch eingebracht werden, sondern es wird auch die Statik der Decke nur minimal beeinflusst und die maximal zulässige Tragkraft nicht überschritten.
Mehr Platz für anderes
Gerade in Bestandsgebäuden mit wenig nutzbarer Wand- und Bodenfläche haben Deckenstrahlplatten klar Vorteile. Sie benötigen keinen Stellplatz, versperren keine Fensterflächen und lassen sich auch in kleineren Bürostrukturen einsetzen. In den modern umgebauten Büroräumen der ehemaligen Schlosserei wurden sie im Großraumbüro, in den Besprechungsräumen und in der Küche montiert.

So funktionieren Deckenstrahlplatten
Die verwendeten Deckenstrahlplatten arbeiten mit dem Strahlungsprinzip: Nach dem Vorbild der Sonnenstrahlung geben sie ihre Energie unmittelbar an Oberflächen und Personen ab, sodass die Wärme mit hoher Effizienz genau dort ankommt, wo sie benötigt wird. Dadurch kann die Raumluft um bis zu drei Kelvin kühler bleiben als bei klassischen Konvektionslösungen, was wiederum den Energieverbrauch spürbar senkt.
Daher eignen sich Deckenstrahlplatten sehr gut für den Einsatz in Büroräumen. Ihr Betrieb ist lautlos, es entsteht keine trockene Raumluft und die Temperatur passt sich dank der Regelung exakt den individuellen Anforderungen an. Zugleich erzeugt das System keine Luftbewegung, wodurch kein Staub und andere Partikel aufgewirbelt werden. Für Dominik Lehr steht fest: „In der Beheizung mit Deckenstrahlplatten steckt großes Potenzial, vor allem dann, wenn Wandflächen zur Befestigung von Heizkörpern rar sind. Unsere Mitarbeitenden erfreuen sich auf jeden Fall im Winter an den angenehm warmen Temperaturen ohne Zugluft. Und genau das war unser Ziel.“




