Heizen statt Schneeschippen 25.01.2021, 10:15 Uhr

Winterdienst: Flächenheizungen sorgen für freie Wege

Endlich Schnee! Sobald die Temperaturen sinken, warten Kinder ungeduldig auf die weiße Pracht. Ihren Eltern geht es da meist ganz anders: Die Pflicht Gehwege und Zufahrten eis- und schneefrei zu halten, schmälert die Vorfreude. Entlastung versprechen elektrische Flächenheizungen – auch zum Vorteil der Umwelt.

Elektrische Freiflächenheizsyteme ermöglichen Schnee- und eisfreie Einfahrten ohne die Umwelt mit Salz zu belasten. Foto: BVF

Elektrische Freiflächenheizsyteme ermöglichen Schnee- und eisfreie Einfahrten ohne die Umwelt mit Salz zu belasten.

Foto: BVF

Im Winter gehören Eis und Schnee in vielen Regionen nach wie vor zum Alltag. Vereiste Gehwege, Einfahrten, Treppen und Laderampen bieten bei niedrigen Temperaturen ein besonderes Gefährdungspotenzial, Unfälle sind vorprogrammiert. Um Stürze zu vermeiden schreibt der Gesetzgeber im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht vor, solche Gefahrenquellen zu beseitigen. Wer es klassisch mag, kann dafür zu Schneeschieber und Streusalz greifen. Eine automatisierte Alternative sind Freiflächenheizungen. Einmal installiert, ersetzen sie über Jahrzehnte zuverlässig den Räumdienst, minimieren Betriebs- und Bewirtschaftungskosten und machen zudem den Einsatz von chloridbelastetem Tausalz überflüssig.

Heizsysteme trotzen extremen mechanischen Belastungen

Um an der Belagsoberfläche einen schnellen und gleichmäßigen Abtauvorgang zu erzielen, können Heizleitungen, Heizmatten oder selbstregelnde Heizbänder gewählt werden. Die Elektro-Außenheizung ist eine typische Widerstandsheizung, die Strom sofort nahezu verlustfrei in Wärme umwandelt. Der elektrische Heizdraht besteht zumeist aus einem robusten und wasserdichten Heizleiter, der theoretisch überall im Außenbereich unter nahezu jedem Bodenbelag verlegt werden kann. Da die Heizsysteme bei diesen Anwendungen extremen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, müssen in solchen Fällen Systeme, hergestellt nach IEC 60800 beziehungsweise IEC 62395–1, verwendet werden, die auch den Anforderungen für isolierte Heizleitungen mit der geltenden Norm VDE DIN 0253 entsprechen. Eine Verlegung ist in Beton, Zement, Sandbett, Estrich oder Gussasphalt möglich und die Einsatzgebiete entsprechend breit gefächert. Neben Fahrbahnen, Einfahrten, Bürgersteigen oder Parkflächen, können auch Treppen und Ablaufrinnen mit elektrischen Flächenheizungen schnee- und eisfrei gehalten werden. Eine Heizleistung von 200 bis 400 Watt pro Quadratmeter bei Freiflächen und 300 bis 500 Watt pro Quadratmeter bei Stufen gilt als Richtwert.

Intelligente Regelungstechnik schaltet Flächenheizung automatisch ein und aus

Die oberflächennahe Verlegung der Heizmatten sowie vollautomatische feuchte- und temperaturabhängige Steuerungen garantieren den effizienten Einsatz und wirtschaftlichen Betrieb. Das wohl wichtigste Element der Freiflächenheizung ist der digitale Eis- und Schneemelder, mit einem oder zwei kombinierten Feuchte- und Temperaturfühlern. Wichtige Parameter für die Platzierung sind sowohl Beschattung als auch freie Bewitterung. Bei größeren Anlagen wird der Einsatz von zwei Temperatur- und Feuchtefühlern empfohlen. Die Flächenheizung schaltet erst dann ein, wenn Glättebildung zu erwarten ist und sie schaltet sich aus, wenn die beheizte Fläche völlig abgetaut ist. Dies muss aber so früh erfolgen, dass keine unnötige Energie verbraucht wird. Wenn sich die Temperatur des Sensors unterhalb der eingestellten „frostkritischen“ Temperaturschwelle befindet, wird die Feuchtemessung aktiviert. Wenn dann aufgrund der Messung Feuchte erkannt wird, schaltet das Heizsystem ein, ansonsten wird die Feuchtemessung periodisch wiederholt. Frühestens nach Ablauf der eingestellten Mindestheizzeit wird das Heizsystem wieder abgeschaltet, sofern keine Feuchte mehr auf dem Sensor vorhanden ist.

Vom Dach bis zur Tiertränke: Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für elektrische Freiflächenheizungen

Aber nicht nur von glatten Gehwegen und Einfahrten geht im Winter eine Gefahr aus. Auch Eiszapfen, die von Dachrinnen und Hausfassaden herabhängen, könnten beim Herunterfallen Menschen verletzen oder Sachschaden verursachen. Zudem haben Frostschäden durch Eisbildung in Regenrinnen oder Fallrohren oft kostspielige Reparaturen zur Folge. Durch die Beheizung von Dachflächen, Teilbereichen wie Dachkehlen und Traufen, ist es möglich die statische Belastung eines Daches durch das Abtauen von Schneemassen deutlich zu reduzieren. Ebenfalls sind Bauschäden, die auf Grund von nicht ablaufendem Schmelzwasser auftreten können, sowie Personenschäden durch herabfallende Dachlawinen vermeidbar. Auch diese Systeme verfügen über intelligente Regel- und Überwachungstechnik und weisen eine kurze Reaktionszeit auf. Um die Funktion der Dachrinne auch über den Winter aufrechtzuhalten, ist zusätzlich deren Beheizung durch elektronische Heizbänder möglich. Und nicht nur der Mensch profitiert von elektrischen Flächenheizungen: Auf dem Markt sind auch Systeme verfügbar, die Beheizung von Frühbeeten oder Tiertränken übernehmen.

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