VDI-Richtlinienentwurf 09.12.2021, 16:28 Uhr

Holzhackschnitzel sicher lagern

Der Trend ist eindeutig: Während Öl und Gas den Rückzug antreten, werden Wärmepumpen oder Solarthermieanlagen für die Wärmeerzeugung immer häufiger nachgefragt. Zu den Gewinnern zählt auch die Biomasseheizung, beispielsweise befeuert mit Holzhackschnitzeln. Vorgaben für die sachgerechte Lagerung des natürlichen Brennstoffes hat aktuell der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in einer Richtlinie erarbeitet.

Foto: panthermedia.net/ Jürgen Wiesler

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In Deutschlands Heizungskellern dominieren nach wie vor gasbetriebene Wärmeerzeuger. Doch mit lauter werdenden Forderungen den CO2-Ausstoß zu reduzieren und weniger auf fossile Brennstoffe zu setzen, wächst das Interesse an nachhaltigen Alternativen. Die Holzheizung ist eine davon. Für 2020 verzeichnete der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) in diesem Segment einen nie dagewesenen Boom: Der Absatz an Pelletkesseln ist demnach im vergangenen Jahr um 208 % gestiegen! 35.000 Pelletsanlagen wurden bundesweit neu installiert. Wenngleich der Anteil am Markt der Wärmeerzeuger damit nach wie vor überschaubar ist, überzeugen viele Verbraucher die Argumente: Als nachwachsender Rohstoff lässt sich Holz CO2-neutral verfeuern und trägt damit zur Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase bei. Zudem zählt Holz traditionell zu den günstigsten Brennstoffen und kann häufig regional bezogen werden.

Holz-Heizung: Welcher Kessel passt zu welcher Anwendung?

Wer sich für Holz als Brennstoff zur Wärmeerzeugung interessiert, muss mit Unterstützung eines Heizungsfachmanns zunächst die passende Heizform identifizieren. Am Markt sind verschiedene Kesselvarianten verfügbar. Neben dem Kaminofen sind dies:

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  • Scheitholzkessel/ Stückholzkessel (Holzheizungen mit Scheitholzkessel kommen häufig im ländlichen Raum zum Einsatz. Vor allem für Nutzer mit eigenem Baumbestand ist diese Heizform eine sinnhafte Alternative. Verbrannt wird gesägtes oder gehacktes Holz mit einer Scheitlänge von bis zu 50 Zentimetern. Die Bestückung erfolgt wie der Ascheaustrag von Hand. In Kombination mit einem Pufferspeicher kann überschüssige Wärme gespeichert und bedarfsgerecht wieder ins Heizsystem eingespeist werden. Praktischer Nebeneffekt: Der Heizkessel muss seltener mit neuem Holz befüllt werden.
  • Holzvergaserkessel: Der Holzvergaserkessel ist eine Variante des Scheitholzkessels. Das Besondere: Er verfügt über zwei Verbrennungskammern. Holz wird nicht nur verbrannt, sondern es wird auch die Wärme aus dem Verbrennen der dabei entstehenden Gase genutzt. In der oberen Kammer wird Primärluft zugeführt, das Holz erst getrocknet und dann in Holzgas umgewandelt. Per Gebläse gelangt es in die untere Kammer. Dort werden die schwerer zu verbrennenden Bestandteile mittels Sekundärluft in nutzbare Wärme umgewandelt. Auf diese Weise erreicht ein Holzvergaserkessel sehr hohe Wirkungsgrade und verursacht nur geringe Emissionen.
  • Hackschnitzelkessel/ Pelletkessel: Im Vergleich zum Scheitholzkessel passen Systeme mit Hackschnitzeln (getrocknete und gehäckselte Holzreste) und Pellets (Presslinge aus Wald- oder Industrieholzresten) die Leistung selbstständig an den tatsächlichen Bedarf an und sind darüber hinaus deutlich komfortabler zu handhaben. Der Kessel wird automatisiert beschickt, das zerkleinerte Holz aus einem Lager über ein Förderschnecken- oder Saugsystem bedarfsgerecht zur Verbrennung transportiert. Auch das Entaschen, die Reinigung und Zündung erfolgen automatisch. Lediglich der Aschebehälter muss etwa einmal pro Monat entleert werden.
  • Kombikessel/ Hybridlösungen: Hybridlösungen ermöglichen dem Nutzer das Verbrennen verschiedener Brennstoffe. Beispielsweise können viele Hackschnitzelkessel auch Holzpellets verfeuern. Umgekehrt ist dies meist nicht möglich. Der Allrounder in diesem Zusammenhang ist ein Kombikessel, der durch Holzscheite, Hackschnitzel und Pellets gleichermaßen gespeist werden kann.

Gefahren vorbeugen: VDI-Richtlinie 3464 Blatt 2 für die sichere Lagerung und Aufbereitung von Holzhackschnitzeln

Für den fachgerechten Betrieb der Feuerungsanlage sowie die Lagerung des Brennstoffes Holz gibt es ebenfalls einiges zu beachten. So können beispielsweise bei der Lagerung, der Aufbereitung und dem Umschlag von Holzschnitzeln Gefahren für Menschen und Umwelt entstehen. Ein Haufen Holzhackschnitzel kann sich beispielsweise durch die Aktivität von Mikroorganismen im Holz derart stark erwärmen, dass es zu einer Selbstentzündung kommt. Um solchen und weiteren Gefahren vorzubeugen, beschreibt die Richtlinie VDI 3464 Blatt 2 im Entwurf Maßnahmen zur korrekten Lagerung von Holzhackschnitzeln, die im privaten und gewerblichen Bereich für die Verbrennung zur Wärmeerzeugung vorgesehen sind. Es werden verschiedene Gefahren angesprochen und Maßnahmen für eine sichere Lagerung benannt. Herausgeber des Richtlinien-Entwurfes „Emissionsminderung – Lagerung und Umschlag von Holzhackschnitzeln für die energetische Nutzung im privaten und gewerblichen Bereich – Anforderungen unter Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsaspekten“ ist die VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss. Die Richtlinie ist im November 2021 als Entwurf erschienen und kann beim Beuth Verlag (Tel.: +49 30 2601–2260) bestellt werden. VDI-Mitglieder erhalten zehn Prozent Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien. Zudem besteht die Möglichkeit zur Mitgestaltung der Richtlinie durch Stellungnahmen über das elektronische Einspruchsportal oder durch schriftliche Mitteilung an die herausgebende Gesellschaft. Die Einspruchsfrist endet am 28. Februar 2022.

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