Tracking mit GPS und Bluetooth 31.08.2022, 16:10 Uhr

Vergessene Maschinen und Geräte durch Tool-Tracking von Ford finden

Ingenieure am Ford Research and Innovation Center in Aachen haben ein System entwickelt, mit dem sich der genaue Standort von Werkzeugen und Maschinen mithilfe von Bluetooth-Konnektivität und GPS-Ortung jederzeit überwachen lässt. Es soll pro Unternehmen bis zu 450 Euro pro Nutzfahrzeug sparen.

Werden Werkzeuge oder Maschinen vor Fahrtantritt vergessen, kann dies Mehraufwand und auch erhöhte Kosten bedeuten. Foto: Ford

Werden Werkzeuge oder Maschinen vor Fahrtantritt vergessen, kann dies Mehraufwand und auch erhöhte Kosten bedeuten.

Foto: Ford

Arbeitskräfte auf Baustellen benötigen eine Menge teurer Werkzeuge und Maschinen, die sie manchmal schlicht vergessen oder verlegen. Der Aufwand für das Suchen und erneute Besorgen kann jährlich zu Mehrbelastungen in Unternehmen von 450 Euro – pro Fahrzeug führen, wie Berechnungen des Lehrstuhls für Marketing der RWTH Aachen ergeben haben. Sie beziffern die Kosten auf etwa 38 EUR pro Fahrzeug und Monat. Außerdem könnten Arbeiter schätzungsweise etwa eine Stunde pro Woche sparen, wenn sie nicht nach Werkzeugen suchen müssen, während Disponenten und Verwaltungskräfte durch eine effizientere Koordinierung von Werkzeugen und Lieferwagen nach diesen Schätzungen fast zwei Stunden pro Woche einsparen.

Standort von Werkzeugen und Maschinen überwachen

Je nach Größe der Flotte können somit große Summen zusammenkommen. Ford-Ingenieure am Research and Innovation Center in Aachen haben kürzlich ein Pilotprojekt für Ford Pro abgeschlossen, das es Unternehmen ermöglichen könnte, den Standort ihrer Werkzeuge und Maschinen ständig zu überwachen. Dafür setzten sie Bluetooth-Konnektivität und GPS-Ortung – eine Kommunikationsfunktion, die derzeit allerdings nach Ford-Angaben nicht käuflich zu erwerben ist.

Das System verwendet robuste Ortungsgeräte, die in den Werkzeugkisten oder an den Maschinen platziert werden, um eine Verbindung zum Firmenfahrzeug sowie zu einem zentralen Server herzustellen. Die Ortungsgeräte erinnern den Fahrer daran, dass ein Werkzeug oder eine Maschine sich beispielsweise noch auf der Baustelle befindet, da es dort vergessen wurde.

Weniger Aufwand für Ersatzbeschaffung, weniger Suchen

Aufgrund dieses Trackings wissen Unternehmen zudem stets, wo sich ihre Werkzeuge und Maschinen zu einem beliebigen Zeitpunkt befinden. Dies ermöglicht eine verbesserte Koordination und unterstützt die Abstimmung mit den Mitarbeitern. Außer dem Aufwand für die Ersatzbeschaffung vergessener oder fehlender Werkzeuge könnten Unternehmen durch dieses Tracking auch davon profitieren, dass Mitarbeiter keine Zeit durch langes Suchen oder durch das Abholen vergessener Werkzeuge verlieren. Die Überprüfung des Bestands ließe sich nach Angaben der Forscher ebenfalls effizienter gestalten, ebenso die Vorausplanung von Werkzeugen und Maschinen, die im Transporter mitgenommen werden müssen.

Auftraggeber dieses Pilotprojekts ist nicht der Automobilhersteller selbst, sondern Ford Pro. Das neue Dienstleistungs- und Vertriebsunternehmen – das „Pro“ steht nach Angaben des Unternehmens für Produktivität – will Gewerbekunden in ihren jeweiligen Geschäftsfeldern durch ein „Eco-System“ aus miteinander verzahnten Bausteinen dabei unterstützen, die Produktivität, das Wachstum und die Nachhaltigkeit ihrer Geschäftstätigkeiten zu steigern.

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Wie das Tool-Tracking funktioniert

Jedes Werkzeug, jede Maschine ist mit einem eigenen Ortungsgerät ausgestattet, das laut Ford robust und wasserdicht ist und extremen Temperaturen standhalten kann. Die Geräte verbinden sich via Bluetooth und GPS-Ortung mit einem zentralen Server, auf den alle Mitarbeiter des Unternehmens sowohl im Büro als auch zum Beispiel auf der Baustelle zugreifen können – etwa über einen Laptop, den Fahrzeugbildschirm oder eine App auf einem Tablet oder Smartphone.

Die Werkzeuge und Maschinen lassen sich nach Kriterien wie „Fahrzeug“, „Lager“, „Werkzeugtyp“ oder „Maschinenname“ codieren und listen. Eine Übersicht zeigt in Echtzeit den aktuellen Standort dieser Geräte, während zugleich auch der Einsatzstatus jedes Werkzeugs und jeder Maschine – „funktionsfähig“, „defekt“ oder „in Wartung“ – angezeigt werden kann.

Das System verwendet Ortungsgeräte, die in den Werkzeugkisten oder an den Maschinen platziert werden, um eine Verbindung zum Firmenfahrzeug sowie zu einem zentralen Server herzustellen.

Foto: Ford

Bereits beim Beladen des Fahrzeugs wird jedes Werkzeug und jede Maschine auf dem bordeigenen Bildschirm erfasst und zugeordnet. So lässt sich am Ende des Tages feststellen, ob möglicherweise ein Werkzeug fehlt. Eine Live-Liste der Werkzeuge an Bord dient dem schnelleren Überprüfen des Bestands. Der Zugriff auf den Status der im Depot des Unternehmens gelagerten Ausrüstung ermöglicht zudem ihren effizienteren Transport zwischen den einzelnen Einsatz-Standorten und eine einfachere Auftragsplanung durch die Zuweisung von Werkzeugen zu jeweiligen Aufträgen. Wird ein Werkzeug oder eine Maschine über Nacht im Fahrzeug gelassen, erhält der Fahrer eine Diebstahlwarnung auf sein Smartphone, sollten Unbefugte versuchen, diese Arbeitsmittel zu entwenden.

Praxistest im Raum Köln und geplante Feldtests

Drei im Raum Köln ansässige Unternehmen unterschiedlicher Branchen (Bauen und Renovieren, Sanitär und Badezimmer sowie Garten- und Landschaftsbau) halfen dabei, die Praxistauglichkeit dieses Tool-Trackings für Flotten verschiedener Größe zu testen. Ford Pro plant, weitere Feldstudien umzusetzen, bevor der Service den Kunden bereits in naher Zukunft zur Verfügung gestellt wird.

Position und Zustand der vernetzten Geräte lassen sich übersichtlich auf einer Karte darstellen.

Foto: Ford

„Selbst der aufmerksamste Kollege kann am Ende eines langen Tages einen Werkzeugkasten zurücklassen oder etwas vergessen, wenn er zu einem anderen Job eilt. Auf stark frequentierten Baustellen können Arbeitsmittel manchmal verwechselt oder gestohlen werden, wenn sie über Nacht liegen bleiben“, sagt Walter Pijls, Supervisor, CV Ecosystems, Research and Advanced Engineering, Ford of Europe. „Da Arbeitsprojekte oft eng getaktet sind, kann der Zeitaufwand für den Ersatz verlorener Geräte zu einer Kaskade von Problemen führen, wobei jede Verzögerung Zeit und Geld kostet“.

Überblick über die Werkzeuge

„Früher haben wir aufwendige Inventarlisten geführt. Da war es mitunter eine echte Herausforderung, einzelne Werkzeuge wiederzufinden“, so Dennis Schmidt-Demel, Projekt Supervisor, Instandhaltung, Demel Garten- und Landschaftsbau. „Jetzt behalten wir nicht nur leichter den Überblick über unsere gesamte Ausrüstung, sondern können auch anhand unserer Daten sehen, welche Werkzeuge wie oft benutzt werden, welche Werkzeuge wir zusätzlich brauchen und welche das Ende ihres Lebenszyklus erreichen“.

Die Geräte verbinden sich mit einem zentralen Server, auf den alle Mitarbeiter des Unternehmens sowohl im Büro als auch zum Beispiel auf der Baustelle via Tablet oder Smartphone zugreifen können.

Foto: Ford

„Bereits das unbeabsichtigte Verlegen eines einzelnen Werkzeugs kann einen ganzen Arbeitstag durcheinanderbringen“, erklärt Jeremy Gould, Direktor, Ford Pro Software, Ford of Europe. „Tool-Tracking ist ein großartiges Beispiel dafür, wie Konnektivität und intelligente Software heutzutage Unternehmen helfen und Ausfallzeiten reduzieren können, während sich die Mitarbeiter voll und ganz auf die anstehenden Aufgaben konzentrieren können.“

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Von Ford Pro / Karlhorst Klotz