Geotechnik 29.04.2022, 15:39 Uhr

Anwendung des Fachmodells Baugrund im BIM-Kontext

Das im Rahmen einer Planung mit der Methode des Building Information Modeling oft erstellte, aber bisher in der Praxis wenig genutzte Fachmodell Baugrund bietet vielfältige Anwendungspotenziale.

Das Fachmodell Baugrund mit verschiedenen Sub-Fachmodellen. Foto: S. Henke / VDI Fachmdedien, K. Klotz

Das Fachmodell Baugrund mit verschiedenen Sub-Fachmodellen.

Foto: S. Henke / VDI Fachmdedien, K. Klotz

Mit Einführung des Stufenplans Digitales Planen und Bauen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wurde es erforderlich, alle relevanten öffentlichen Großprojekte unter Verwendung der Methode des Building Information Modeling (BIM) zu planen. Dies erfordert unter anderem die Einbindung des Fachmodells Baugrund in den Planungsprozess, sodass ein digitales Baugrundmodell erstellt und im Lebenszyklus der Maßnahme möglichst umfassend und gewinnbringend eingesetzt werden muss.

Das Fachmodell Baugrund

Das Fachmodell Baugrund ist das Produkt der geotechnischen Erkundung und setzt sich aus verschiedenen Sub-Fachmodellen zusammen (siehe Abbildung). Grundsätzlich ist festzuhalten, dass das Fachmodell Baugrund den Status eines Bestandsmodells hat. Dies ist dadurch begründet, dass der Baugrund in seinem Aufbau beziehungsweise seiner Schichtung mit den vorhandenen Eigenschaften „gegeben“ und somit nicht planbar ist. Es wird lediglich durch den Geotechnischen Sachverständigen eine möglichst genaue, aber immer nur punktuelle Erkundung der Baugrundverhältnisse vorgenommen, wobei die Erkenntnisse oftmals sukzessive in verschiedenen Erkundungsphasen gewonnen werden.

Gerade dies führt dazu, dass das Fachmodell Baugrund im BIM-Kontext besonders zu betrachten ist. Erste Erfahrungen zeigen, dass die vollen Potenziale des Fachmodells nur ausgeschöpft werden können, wenn im Gesamtprojektabwicklungsprozess Änderungen umgesetzt werden. Bisher ist es oftmals so, dass die Baugrunderkundungsarbeiten parallel zur Planung erfolgen, das heißt die Aufschlussergebnisse werden planungsbegleitend an den Planer transferiert, um den Planungsprozess aufrechtzuerhalten.

Dieses Vorgehen führt dazu, dass die Potenziale des Fachmodells nicht vollumfänglich nutzbar sind, da zum Beispiel das finale Sub-Fachmodell der Baugrundschichten erst nach Abschluss aller Erkundungsarbeiten erstellbar ist. Dies ist dann oftmals so spät und der Planungsfortschritt so weit fortgeschritten, dass eine planungsbegleitende Nutzung des Fachmodells nur eingeschränkt möglich ist.

Anwendung des Fachmodells

Bei der Nutzung des Building Information Modeling ist zu berücksichtigen, dass BIM konsequent über den gesamten Lebenszyklus einer Baumaßnahme verfolgt werden soll, was auch für das Fachmodell Baugrund gilt. Demnach sollten die Anwendungsfälle unter Berücksichtigung des Lebenszyklus gegliedert werden in Anwendungsfälle

  • im Kontext der Baugrunderkundung,
  • im Rahmen der Fachplanung,
  • im Rahmen der Bauausführung und im Betrieb.

Anwendungsfälle bei Baugrunderkundung, Fachplanung, Bauausführung und Betrieb

Lesen Sie mehr zu Anwendungsfällen, die über die in den Empfehlungen des AK 2.14 der DGGT (Deutsche Gesellschaft für Geotechnik) enthaltenen generellen Zusammenstellung hinausgehen und aktuell gut umsetzbar sind sowie einen entsprechenden Nutzen haben, in einem vierseitigen Beitrag von Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Sascha Henke von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Der Schwerpunkt dieses Beitrags in der Ausgabe 05|2022 des Bauingenieur liegt auf der Nutzung dieses Fachmodells im Planungsprozess und gegebenenfalls darüber hinaus.

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  1. Inhalt 05|2022: Der Bauingenieur im Mai 2022
  2. Building Information Modeling: Drei hartnäckige BIM-Mythen aufgeklärt
  3. Weitere Beiträge aus dem Special Digitalisierung

 

Von Sascha Henke / Karlhorst Klotz

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