Generalsanierung 11.03.2020, 09:14 Uhr

Schulsanierung im laufenden Betrieb und mit Zukunftspotenzial

Das Berufskolleg am Haspel in Wuppertal musste im laufenden Schulbetrieb saniert werden. Dabei nutzten die Planer die Gelegenheit die Modernisierung so zu gestalten, dass für künftige Neuerungen weniger Umbauten notwendig sind.

Das Berufskolleg am Haspel liegt direkt an der Wupper.

Das Berufskolleg am Haspel liegt direkt an der Wupper.

Foto: Axel Hartmann

Der Zahn der Zeit nagt an jedem Gebäude. Auch an dem Berufskolleg am Haspel in Wuppertal. Anfang der 1960er Jahre wurde es am Ufer der Wupper als Stahlbetonskelettbau errichtet. 2011 sollte der Brandschutz aufgerüstet werden und die Fachräume der Schule für Gestaltung und Technik saniert werden. Zur Vorbereitung nutzten die Verantwortlichen die Gelegenheit, die Schule auf weitere Mängel zu untersuchen. Dabei wurden sie fündig. Sie stellten eine Schadstoffbelastung fest, erkannten dass die Elektro- und Sanitärinstallationen erneuert werden mussten und auch die Grundleitungen sowie die Heizungs- und Lüftungsanlage waren in die Jahre gekommen. Zudem entsprach das Gebäude nicht mehr den Anforderungen der Energieeffizienz. All diese Mängel mussten in den drei Gebäudeteilen des Kollegs in einem engen Terminplan beseitigt werden.

Sanierung nach dem gleichen Prinzip

8.900 Quadratmeter gesamt Bruttofläche galt es zu sanieren. Dabei sah der Zeitplan für die Arbeiten für jedes Gebäudeteil ein Jahr vor. Dass die Baukörper nicht gleichzeitig saniert wurden, hatte Vorteile. Zwei Gebäudeteile konnten so für den Schulunterricht weiter genutzt werden. Modernisiert wurden die Bauten nach dem gleichen Bauprinzip. Zuerst wurde der Baukörper vollständig zurück gebaut. Nur noch die Rohbaukonstruktion blieb erhalten. Dadurch konnte die Schadstoffsanierung erfolgen. Die Stahlbetonstützen der Fassade erhielten eine Betonsanierung. Dann wurde die Heizungsanlage erneuert, neue Elektroleitungen verlegt und die Lüftungsanlage installiert. Die Sanierungsphase wurde gleichzeitig dafür genutzt, dass die erdberührenden Bereiche vor kapillaren Wassereintritt geschützt wurden. Hierzu wurden die von innen zugänglichen Abschnitte mit einer Beschichtung als Abdichtung versehen. Die Nähe des Berufskollegs zum Fluss Wupper machte diese Maßnahme notwendig.

Die neue Fassade spiegelt die technische Ausrichtung der Schule nach außen. Foto: Axel Hartmann

Flexible und zukunftsfähige Sanierung

Die Sanierung des Berufskollegs umfasste zusätzlich eine Anpassung der Grundrisse. Hierzu zählt, dass die Räume flexibel gestaltet werden können. Dadurch kann unter anderem auf neue Situationen, wie andere Klassenstärken, einfacher reagiert werden. Die unterschiedlichen Aspekte der Inklusion wurden unter anderem mit dem Einbau eines Aufzugs berücksichtigt.

Als Schule für Gestaltung und Technik wurde auf eine zukunftsfähige Infrastruktur geachtet. Die Schüler lassen sich hier für Chemieberufe ausbilden oder erlernen Fachwissen aus den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik, Robotik, IT und Bautechnik. Dazu ist es wichtig, die technischen Einbauten und Ausstattungen auf dem neuesten Stand der Technik zu haben. Aus diesem Grund befinden sich nach der Sanierung in jedem Raum Beamer und Dokumentenkameras. Farbdrucker und Filmkameras ergänzen die didaktischen Möglichkeiten. Darüber hinaus gibt es einen Praktikumsraum mit sechs Digestorien (Abzugshaube im Laborbereich). Die anderen Räume sind jeweils mit einem Lehrerarbeitstisch und Digestorien ausgestattet. Alle naturwissenschaftlichen Räume wurden hochwertig ausgestattet. Mit Blick auf die Zukunft wurden bei den Räumen Hohlböden eingesetzt. Durch sie ist es möglich, ohne große Umbauten, neue Techniken einzubauen, die das Lernen unterstützen.

Ein neuer Aufzug gewährleistet die barrierefreie Erschließung. Foto: Axel Hartmann

Energieeffizienz in sanierter Fassade

Neben der neuen Heizungs- und Lüftungsanlage unterstützt die neue Fassade die Energieeffizienz des Gebäudes. Die Planer entschieden sich für eine hoch wärmegedämmte hinterlüftete, vorgehängte Fassade. Sie soll wartungsarm und langlebig sein. Zum Einsatz kamen Eternit-Fassadenplatten.

Neuer Sonnenschutz für die sanierte Schule

Um vor Wärme und Sonne in den Räumen zu schützen, umfasste die Fassadensanierung neue Verschattungselemente. Das starre System besteht aus dreieckigen, gelochten Blechen, die oben und seitlich am Fenster moniert wurden. Für die bestmögliche Verschattung wurden vorab unterschiedliche Berechnungen in einem Simulationsprogramm durchgeführt und ein Prototyp hergestellt. Nun können die Schüler mit kühlem Kopf auf das Berufsleben vorbereitet werden.

Die Sanierung wurde von pbr geplant www.pbr.de

Die Fassadenplatte aus Eternit www.eternit.de

Die Sanierung wurde von pbr geplant www.pbr.de

Die Fassadenplatte aus Eternit www.eternit.de

Von ingenieur.de

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