BIM 01.07.2019, 00:00 Uhr

Planen und Bauen mit Open BIM

Im BIM-Planungsprozess ist die Datenübergabe entscheidend. Um die Methode im Projekt einzusetzen, sollen der Datenaustausch und die Kommunikation der Planungsbeteiligten reibungslos verlaufen. Möglich ist dies durch den Planungsansatz der offenen Datenaustauschsysteme.

Open BIM beschreibt den offenen, softwareunabhängigen und systemübergreifenden Datenaustausch, vorrangig über IFC. Abb.: Graphisoft

Open BIM beschreibt den offenen, softwareunabhängigen und systemübergreifenden Datenaustausch, vorrangig über IFC. Abb.: Graphisoft

Open BIM beschreibt den offenen, softwareunabhängigen und systemübergreifenden Datenaustausch, in den meisten Fällen über das Dateiformat IFC (Industry Foundation Classes). IFC steht für den hersteller- und plattformübergreifenden Austausch von Gebäudemodell-Daten (BIM-Daten) und ist als Dateiformat technischer Standard für den Datenaustausch in einer modell- und bauteilorientierten Planung. Initiiert und vorangetrieben von der unabhängigen Organisation buildingSMART, wird IFC ständig weiterentwickelt. Gängiger Standard ist bisher IFC2x3, führende Softwarelösungen sind bereits für IFC4 zertifiziert. Parallel dazu werden laufend Richtlinien und Handlungsempfehlungen erarbeitet, um die auf jeden Anwendungsfall bezogene Informationsübergabe sicherzustellen – zum Beispiel was und mit welchem Detaillierungsgrad (LOD) der entwerfende Architekt an den Tragwerkplaner übergibt. Professionelle Softwarelösungen aus allen Bereichen des Hoch- und Tiefbaus können IFC verarbeiten. IFC lässt sich dabei immer plattformneutral und plattformübergreifend einsetzen, was einen effizienten Planungsprozess und konsistente Daten bedeutet. Doch nicht nur IFC ist als offener Datenstandard definiert. Hinzu kommt verstärkt das BIM Collaboration Format (BCF). BCF eignet sich unter anderem für die Betrachtung und Kommentierung von Kollisionspunkten im Modell und wird in vielen Tragwerks-, TGA- und Modellprüfprogrammen verwendet. Darüber hinaus ist noch CoBie als wichtiger Datenstandard zu nennen, der nicht geometrische Attribute für das Gebäudemanagement (FM) definiert.

Ein offener Datenaustausch bei BIM

Durch den offenen IFC-Standard ergeben sich Vorteile für die verschiedenen Planungspartner. Alle Projektbeteiligten sind frei bei der Auswahl ihrer BIM-Software. In den zahlreichen Projekten, die ein Ingenieurbüro zeitgleich in der Umsetzung hat, arbeiten stets verschiedene Partner zusammen. Wechselnde Planungsbeteiligte, zum Beispiel Statiker oder TGA-Fachplaner, setzen in der Regel nicht die gleiche Software ein. Der Open BIM-Ansatz ermöglicht jedem Fachplaner, mit der für ihn idealen Software zu arbeiten und seine Leistungen allen über offene Austauschformate zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt: Bei der Datenübergabe zwischen den Projektpartnern werden nur Teilmodelle mit den jeweils benötigten und vereinbarten Informationen aus dem Gebäudemodell übergeben. Der Statiker bekommt beispielsweise nur das Tragwerk bereitgestellt. Irrelevante Details aus dem Gesamtmodell wie TGA-Planungsinfos werden über eine BIM-Planungslösung wie Archicad nicht übermittelt.

Alle Projektbeteiligten sind bei Open BIM frei in der Auswahl ihrer BIM-Software. Sie können die für sie optimale Softwarelösung wählen und ihre Arbeitsprozesse bestmöglich gestalten. Abb.: Graphisoft

Alle Projektbeteiligten sind bei Open BIM frei in der Auswahl ihrer BIM-Software. Sie können die für sie optimale Softwarelösung wählen und ihre Arbeitsprozesse bestmöglich gestalten. Abb.: Graphisoft

 

Klare Verantwortlichkeiten im BIM-Prozess

Da jeder Planer bei Open BIM in seinem individuellen Fachmodell plant, sind die Verantwortlichkeiten klar geregelt und stets nachvollziehbar. Zu einem bestimmten Zeitpunkt werden geprüfte und feste Planungsstände an die Planungspartner übergeben. Auf diese Stände können sich die anderen Planer verlassen und im Zweifel auch berufen. Dieser Arbeitsablauf entspricht den bewährten Arbeitsmethoden getrennter Gewerke, nur dass statt 2D-Plänen nun Modelle mit mehr Informationen übergeben werden. Insbesondere sind, und das ist für den weit überwiegenden Teil aller Gebäudeplanungen essenziell, im Open BIM-Prozess die Haftungsbereiche jedes (Fach-)Planers klar umrissen. Korrekturen und Anpassungen lassen sich zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen und dem Projektpartner zuordnen.

Die Teilmodelle, die untereinander ausgetauscht werden, können vor der Übergabe überprüft werden. Spezielle Programme (Model Checker), lesen das IFC-Modell ein und überprüfen es auf die Einhaltung von Planungsregeln, die der Ingenieur im Vorfeld selbst vergeben hat. Damit helfen sie zusätzlich, Fehler und Unstimmigkeiten früh zu finden, bevor sie in die weitere Planung eingehen oder in der Bauphase hohe Kosten verursachen.

Nutzen von BIM erkennen

Neben Ingenieuren erkennen ebenso Architekten den Mehrwert von BIM. Angela Fritsch Architekten GmbH aus Darmstadt arbeiten konsequent nach dem Open BIM-Ansatz. Andreas Pilot, Architekt und BIM-Manager im Büro, sieht noch weitere Vorteile: „Open BIM bringt auch die Förderung und Intensivierung des Netzwerkgedankens mit sich, denn es findet derzeit ein schneller Entwicklungsprozess statt – als Einzelkämpfer hat man hier wenig Chancen. Es ist unumgänglich, zu kooperieren und sich intensiv auszutauschen, wie zum Beispiel bei dem Verein buildingSmart.“ Zahlreiche Bausoftwarehersteller, unter anderem Graphisoft mit seiner BIM-Software Archicad, unterstützen den Open BIM Ansatz im buildingSmart e. V.

www.graphisoft.de

Open BIM beschreibt den offenen, softwareunabhängigen und systemübergreifenden Datenaustausch, vorrangig über IFC.

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