CNC-Maschinen 23.07.2025, 16:30 Uhr

Schneidwerkzeuge effizient und präzise bearbeiten

CNC-Schleifmaschinenhersteller Anca stellt zur EMO 2025 Präzision und Effizienz in den Mittelpunkt. Neben neuen Maschinen gibt es auch Software-Innovationen.

Schleifen von Microwerkzeugen: Mit der MicroX macht Anca die Vorteile seiner Ultra-Technologie auch für das Schleifen von Kleinstwerkzeugen zugänglich.  Foto: ANCA

Schleifen von Microwerkzeugen: Mit der MicroX macht Anca die Vorteile seiner Ultra-Technologie auch für das Schleifen von Kleinstwerkzeugen zugänglich.

Foto: ANCA

Der CNC-Schleifmaschinenhersteller Anca präsentiert zur EMO 2025 eine Reihe neuer Produkte und Dienstleistungen. Dazu zählen Lösungen für Maschinen, Software, Automatisierung und Services. Diese sollen Herstellern von Schneidwerkzeugen dabei helfen, Herausforderungen wie Fachkräftemangel, veränderte Marktbedingungen und steigende Anforderungen an Ressourceneffizienz zu bewältigen.

„Der nachhaltige Erfolg von Präzisionswerkzeug-Hersteller Anca beruht ganz wesentlich auf zwei Aspekten: der Qualität der gefertigten Werkzeuge und der Effizienz der Fertigung“, sagt Edmund Boland, der die globale CNC-Maschinensparte von Anca leitet. „ Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der EMO stellen wir neue Entwicklungen vor, mit denen unsere Kunden ihre Effizienz steigern, komplexere Anforderungen erfüllen und ihr Produktportfolio erweitern können.“

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Schleiftechnik-Paket für höchste Präzision

Ein Schwerpunkt des Messeauftritts des Schleiftechnikspezialisten ist die „Ultra“-Technologie – eine Kombination aus hochpräziser Achssteuerung, intelligenten Servoalgorithmen und einem integrierten Paket aus präzisen mechanischen Komponenten, Software und KI. Die Technologie soll die Genauigkeit, Wiederholbarkeit und Produktivität beim Schleifen signifikant verbessern. Grundlage dafür ist die hohe Fertigungstiefe des Maschinenherstellers.

Zur EMO sollen zwei auf der Plattform basierende Neuheiten vorgestellt werden: eine für die Bearbeitung von Mikrowerkzeugen und die andere für Wendeschneidplatten. Die Schleifmaschine MicroX Ultra ist demnach für die Serienproduktion von Mikro-Werkzeugen bis hinunter zu einem Durchmesser von 0,03 mm konzipiert. Die Maschine ist ausgestattet mit Nanometer-Steuerung, In-Prozess-Lasermessung und der Spindel-Temperaturkompensation (MTC) von Anca . Auf der Messe soll unter anderem ein Demo mit einem Kugelfräser von 0,3 mm Durchmesser und einem schnellem Scheibenwechsel gezeigt werden.

Die Produktionsmaschine MX7 Ultra dient dagegen zum hochgenauen, automatisierten Schleifen von Wendeschneidplatten mit komplexen Geometrien. Die Maschine verbindet 5-Achs-Profilschleifen mit dem MTC-System und ermöglicht automatisiertes Aufspannen inklusive Kompensation von Profil- und Spanflächen. Als Co-Aussteller zeigt Mitsubishi dazu ergänzend eine Lösung zum Abrichten von metallgebundenen Schleifscheiben.

Schneidkantenpräparation: Neues Verfahren zur Feinstbearbeitung von Werkzeugen

Als weitere Premiere wird die EPX-SF vorgestellt. Das ist eine Maschine für das sogenannte Stream Finishing, insbesondere zur Optimierung von Werkzeugen durch Schneidkantenpräparation. Nach der erfolgreichen Validierung bei Testkunden wird die Maschine nun mit weiteren Verbesserungen vorgestellt. Dazu gehören eine optimierte Greifertechnik, ein vereinfachter Trommelwechsel sowie eine abgestimmte Beschichtungstechnologie sowie eine intelligente Feinabstimmung auf Basis von Prozessdaten. Die Lade-/Entladezeiten konnten laut Hersteller um 45 % auf 25 Sekunden reduziert werden.

Rohlinge mit hohem Materialabtrag schleifen

Für die EMO 2025 wurde darüber hinaus die Maschinenserie CPX um Funktionen für das Schleifen von Flächen an Rohlingen und nicht-runden Formen erweitert. In Zusammenarbeit mit den Spanntechnik-Experten von GDS können auf der Maschine nun auch direkt gesinterte Rohlinge bearbeitet werden. Die CPX Linear steht für hohe Materialabtragsraten, die auf Produktivität, Präzision und Prozesssicherheit einzahlen sollen. Sie erreicht laut Hersteller eine Oberflächengüte von <0,2Ra und verfügt über eine automatische In-Prozess-Messung des Außendurchmessers sowie automatische Beladung für Durchmesser von 3 bis bis 20 mm. Der große Arbeitsbereich wird von einer leistungsstarken Schruppspindel unterstützt.

Die Rohlingsbearbeitungsmaschine CPX kann nun auch nicht-runde Formen schleifen und Rohmaterial mit Sinterhaut bearbeiten.

Foto: ANCA

Software und weitere Lösungen optimieren die Prozesse beim Werkzeugschleifen

Auf der EMO zeigt Anca darüber hinaus mehrere Weiterentwicklungen im Bereich der Software. Dazu zählt InsertsPro – ein neues Softwarepaket für Hersteller von Wendeschneidplatten. Dank der Simulation von Profilen mit der darin enthaltenen Software CIM3D können Platten effizienter und schneller geschliffen werden. Automationen und Voreinstellungen vereinfachen die Bedienung. Durch die Möglichkeit zur automatischen Berechnung und Kompensation kommen Anwender schneller zum Gutteil.

Die neueste Version der Anca-Schleif-Software ToolRoom RN35 zielt dagegen darauf ab, die Produktivität zu steigern sowie Werkzeugqualität und Oberflächengüten zu verbessern. Softwaregestützte Vorschuboptimierung und Nebenzeitenreduzierung ermöglicht Taktzeiteinsparungen um bis zu 20 %. Verbesserungen beim Nutenschleifen sowie VRML-Import in iGrind machen des Schleifen flexibler und effizienter.

Darüber hinaus treibt der Schleiftechnikspezialist die Automatisierung der Prozesse mit seinem Anca Integrated Manufacturing System (AIMS) voran. AIMS Automate steht für autonome Produktion sowie integrierte Steuerung und Materialfluss. Das erlaubt es Herstellern, die Präzision und Qualität ihrer Werkzeuge zu maximieren und gleichzeitig die Kosten pro Werkzeug und die Ausschussrate zu minimieren sowie den Arbeitsaufwand drastisch zu reduzieren. Die intelligente Automatisierung steigert die Produktivität, Skalierbarkeit und Wiederholgenauigkeit und erhöht die Auslastung der Maschinen um 15 bis 20%.

Anca zeichnet auf der EMO herausragende Werkzeuge und Anwenderinnen aus

Ein Höhepunkt auf der EMO wird die Preisverleihung für das „Tool of the Year“ sowie die „Female Machinist of the Year“. Die Preise für hochpräzise und kreative Werkzeuge einerseits und die Förderung weiblicher Fachkräfte andererseits nutzen die EMO als Plattform, um die Fachkenntnisse und Leistungen zu würdigen, die täglich in der Branche erbracht werden.

  • Anca auf der EMO 2025: Halle 11, Stand F34

Quelle: ANCA

Ein Beitrag von:

  • Martin Ciupek

    Martin Ciupek ist Ingenieur und Technikjournalist mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Robotik und Automatisierungstechnik.

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