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Die Welt im Wandel – die Währungsmärkte zeigen die großen Trends

22. Dezember 2020

Für das Schürfen von Bitcoins benötigen Rechner enorm viel Energie.
Bitcoin: Kryptowährungen haben 2020 ein Comeback erlebt. Foto: panthemedia.net/mtmmarek
Währungsschwankungen werden von Anlegern gerne ausgeblendet. Dabei sind diese für den langfristigen Anlageerfolg entscheidend. Die Absicherung von Währungsrisiken und die Nutzung von Chancen im Währungsmarkt bietet einen kostengünstigen und zielgerichteten Makro-Hedge. Dies wird auch für 2021 so gelten.
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Wie sehr Währungen das Jahresergebnis beeinflussen können, zweit ein Blick über den Atlantik. Während Anleger, die in US-Dollar rechnen zum Stand 20. Dezember 2020 einen S&P500-Indexgewinn von 14,8 Prozent verbuchen, sehen Anleger, die in Euro rechnen nur noch einen Gewinn von sechs Prozent, da der US-Dollar im Vergleich zum Euro 8,8 Prozent seit 01. Januar 2020 verloren hat. Umgekehrt hat aus Sicht eines US-Anlegers auch der DAX in US-Dollar um fast zehn Prozent zugelegt, während Euro-Anleger mit einer knappen Null-Nummer zufrieden sein müssen. Eine Absicherung des Aktienbestandes in US-Dollar hätte einen schönen Zusatzertrag für Euro-Anleger gebracht.

Die Prognosen für 2021 im Verhältnis Euro/US-Dollar waren auch selten zuvor so breit gestreut. Beachtenswerte Analysen sehen einerseits auf Basis eines konjunkturellen Aufschwungs den US-Dollar als sicheren Hafen weiter auf dem Rückzug, teils sogar bis zu 1,35 für einen Euro.

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Erholung des US-Dollars

Andere Analysten dagegen sehen bei der US-Zentralbank eine leichte Tendenz die Zinsen wieder leicht zu erhöhen und erwarten eine deutliche Erholung des US-Dollars auf 1,10 für einen Euro. Zehn Prozent in die eine oder andere Währungs-Richtung können im Jahr 2021 demnach über den gesamten Anlageerfolg entscheiden. Da das kommende Anlagejahr sicherlich eine größere Richtungssuche wird, dürfte eine höhere Schwankungsbreite in allen Anlageklassen, sprich auch den Währungen die Folge sein. Eine Absicherung eines leicht erholten US-Dollars bei enttäuschenden Wirtschaftsdaten im Frühjahr kann für den weiteren Jahresverlauf durchaus sinnvoll sein.

So stellen sich Menschen die Welt im Jahr 2050 vor

Aber auch weitere Währungen lohnt es im Blick zu haben. Obwohl die Zinsen im britischen Pfund bei 10-jährigen Staatsanleihen um insgesamt rund acht Prozent besser sind als bei deutschen Staatsanleihen, kommt das britische Pfund nicht vom Fleck. Seit 2016 tendiert die Inselwährung gegenüber dem Euro zur Schwäche. Der starke Fokus auf Dienstleistungen in Großbritannien hat im COVID-Jahr 2020 die Wirtschaft neben dem Brexit zusätzlich unter Druck gebracht. Auch hier wird im kommenden Jahr ein heißer Ritt zu erwarten sein, wenn die wirtschaftliche Erholung vielleicht doch länger als antizipiert benötigt und möglicherweise bestimmte Finanzdienstleistungen über den Kanal abwandern müssen.

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Abbild der Rohstoffpreise

Der Australische Dollar gilt gemeinhin als Währungsabbild der Rohstoffpreise. Und hier gab es zuletzt deutliche Aufschläge, die Industrie brummt weltweit, speziell in China ist ein deutlicher Aufschwung zu erkennen. Daher verwundert es auch nicht, dass die chinesische Währung gegenüber dem US-Dollar in 2020 über 6,5 Prozent zugelegt hat. Was Anleger auch nicht vergessen sollten. In China gibt es noch Zinsen, nämlich über drei Prozent.

Porträtbild von Michael Thaler
Michael Thaler ist Vorstand der Top Vermögen in Starnberg.

Allerdings befinden sich die Zinsmärkte vor Ort auch im Aufruhr, denn die implizite Staatsgarantie für von Regionalregierungen geführte SOE-Unternehmen gelten nicht mehr uneingeschränkt. So mussten zuletzt durchaus prominente Unternehmen ihre Anleger um Entschuldung bitten. Insgesamt sollte aber Asien, nicht zuletzt aufgrund des Freihandelsabkommens RCEP interessant bleiben. Auch die schwedische Krones ist eine klassische Währung, die die Industrietätigkeit abbildet. Und hier ist seit April 2020 eine deutliche Aufwertung gegenüber dem Euro spürbar.

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Der brasilianische Real dürfte aufgrund politischer Unsicherheiten schwach bleiben, auch wenn sich im kommenden Jahr die Agrarrohstoffpreise erholen. Die norwegische Krone wird gerne als Substitut für eine Erholung des Ölpreises angesehen. Hier könnte im Jahresverlauf trotz den neuen Anforderungen der grünen Ökonomie eine zunehmende Reisetätigkeit dem Ölpreis Rückenwind verschaffen.

Bitcoin: Comeback 2020

Und Bitcoin? Die so genannten Kryptowährungen hatten in 2020 ein fulminantes Comeback gefeiert. Es bleiben aber nach wie vor gravierende regulatorische Risiken, ein hoher Stromverbrauch und die grundsätzliche Frage als Wertsicherungsobjekt angesichts einer sehr hohen Schwankungsbreite. Insgesamt ist aber auch zu konstatieren: Die Akzeptanz von Bitcoins zur Spekulation und Anlage nimmt zu. Und wenn man ehrlich ist, ist Gold auch nicht viel mehr als die Hoffnung, dass im Fall der Fälle Menschen bereit sind Gold als Tauschmittel zu akzeptieren. Wobei auch 2021 ein wenig Gold im Depot eine beruhigende Währung sein sollte.

Diesen und weitere Vermögensverwalter mit Ihren Meinungen und Online-Anlagestrategien finden Sie auch hier.



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