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Continental hat jetzt einen eigenen Supercomputer

03. August 2020

Computersimulation
Wer komplexe Verkehrsszenarien simulieren will, braucht eine hohe Rechnerleistung.
Foto: Continental AG
Continental hat aufgerüstet. Ein neues Rechnersystem soll der Entwicklungsabteilung einen kräftigen Schub verleihen. Vor allem für Simulationen im Bereich autonomes Fahren wird die neue IT gebraucht.
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Ohne Computer geht heutzutage in der Autoindustrie und angrenzenden Branchen nichts mehr. Die Fahrzeuge werden selbst mehr und mehr zu Hochleistungsmaschinen. Das gilt umso mehr für die Entwicklungsabteilungen der Unternehmen. Sie stehen vor der Aufgabe, beispielsweise im Bereich des autonomen Fahrens komplexe Szenarien simulieren zu müssen, was natürlich nur funktioniert, wenn eine entsprechend hohe Rechnerleistung zur Verfügung steht. Continental hat sich in dieser Hinsicht jetzt an die Spitze der Branche gesetzt: Laut der „TOP500“-Liste der leistungsstärksten Computersysteme der Welt steht der neue Supercomputer auf Platz 1 in der Automobilindustrie. Damit legt das Unternehmen sehr klar seine Zukunftsstrategie offen, nämlich stärker auf Lösungen für Software, Vernetzung und die Architektur ganzer IT-Systeme zu setzen – also auf die wesentlichen Bereiche der Digitalisierung.

50 Rechnersysteme sind miteinander vernetzt worden

Für IT-Laien ist der Begriff „Supercomputer“ eigentlich ein wenig irreführend, weil Hochleistungscomputer in der Regel nicht aus einem einzigen Rechner bestehen, sondern aus mehreren Systemen, die erst durch eine Vernetzung ihr Potenzial entfalten. So ist es auch bei Continental. Der neue Supercomputer besteht aus mehr als 50 vernetzten „NVIDIA DGX“-Einheiten, die in einem Rechenzentrum in Frankfurt am Main zusammengeschlossen wurden, und zwar mit einem Nvidia-Mellanox-InfiniBand-Netzwerk. Das US-Unternehmen NVIDA ist auf die Entwicklung und Herstellung von Grafikprozessoren und Chipsätzen spezialisiert.

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„Der Supercomputer beschleunigt unsere technologisch führende Entwicklung“, sagt Christian Schumacher, Leiter Program Management Systems in der Geschäftseinheit Fahrerassistenzsysteme bei Continental. „Der High-End-Computer wird insbesondere für innovative Softwaredisziplinen wie Deep Learning und KI-getriebene Simulationen zum Einsatz kommen.“ Die Entwickler, die international über die verschiedenen Standorte des Unternehmens verteilt sind, können sowohl auf die Rechenleistung als auch auf den Speicherplatz des Supercomputers zugreifen.

Wichtig ist das natürlich vor allem für datenintensive Anwendungen, unter anderem aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). „Mit der neu gewonnenen Rechenleistung können wir somit deutlich effektiver, schneller und kosteneffizienter die modernen Systeme für assistierte, automatisierte und autonome Fahrzeuge entwickeln. Wir simulieren damit reale, physikalische Testfahrten und benötigen weniger Fahrten auf der Straße. So beschleunigen wir unsere Programmierung samt dem Training der künstlichen neuronalen Netze erheblich“, sagt Schumacher.

Superrechner verkürzt die Rechenzeit auf wenige Stunden

Die wichtigste Aufgabe des Supercomputers wird es sein, Anwendungen im Bereich „Deep Learning“ umzusetzen, bei denen Erfahrungen und vorhandene Informationen mit neuen Daten verknüpft werden. Daraus ziehen die Algorithmen neue Schlüsse. Vereinfacht gesagt, geht es darum, den Lernprozess des menschlichen Gehirns nachzuahmen.

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Das Problem sind dabei die hohen Datenmengen. Die Ergebnisse sind umso besser, je höher die Zahl an Details ist, mit denen der Rechner gefüttert wird. Die Verarbeitung kann jedoch, abhängig von der Rechnerleistung, durchaus Tausende von Stunden in Anspruch nehmen. Continental gibt an, dass sich dieser Vorgang nun von mehreren Wochen auf wenigen Stunden verkürzt.

Die Zukunftsstrategie heißt: mehr künstliche Intelligenz

Welche Investitionen für den Supercomputer nötig waren, gibt das Unternehmen nicht bekannt, aber aus der Zukunftsstrategie macht Continental kein Geheimnis: „Software ist der Sauerstoff der Industrie“, sagt Dr. Elmar Degenhart, Vorsitzender des Vorstands von Continental. „Mit ihr sind völlig neue Dienstleistungen möglich. Die Wertschöpfung mit Software wächst jährlich im zweistelligen Prozentbereich.“ Weltweit beschäftigt das Unternehmen mehr als 51.000 Ingenieure, über 20.000 davon sind IT-Experten. Die Zahl der KI-Spezialisten liegt schon bei über 900. Bis zum Jahr 2022 sollen es mehr als doppelt so viele sein.

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Ihr wichtigster Aufgabenbereich ist die Weiterentwicklung von kleinen Hochleistungscomputern, die in modernen Fahrzeugen verbaut werden.

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