Flexibilität und Lernfähigkeit sind angeborene Merkmale eines jeden Menschen. Ohne „geistige Beweglichkeit“ und ohne dem natürlichen Trieb zu lernen, gäbe es im Grunde kein menschliches Leben. Kleinkinder sind mit großem Eifer dabei, die „neue Welt“ zu erkunden, sich unbekannten Situationen zu stellen, sie zu meistern, daran zu lernen und zu wachsen.
Keine Frage, ein Ingenieur muss analytisch und systematisch denken können. Dies ist wohl eine der grundlegenden Eigenschaften, die ein Ingenieur schlichtweg mitbringen muss. Diese Eigenschaft ist nicht erst im praktischen Berufsleben wichtig sondern bereits beim Studium. Ohne tiefgreifendes analytisches Vermögen dürften Fächer mit hohem mathematischen und statistischen Anteil, z.B. Numerische Mathematik, Warteschlangentheorie, Simulationsverfahren, Funktionentheorie, Stochastik, Höhere finite Elemente usw. kaum zu schaffen sein. In Klausuren und Prüfungen sind Aufgaben zu lösen, die durchaus Praxisbezug haben, z.B. die Erstellung von R&I-Fließbildern zu einer verfahrenstechnischen Anlage, die Erarbeitung eines Wirkungsplanes zu einer technischen Maschine, die Darstellung einer Maschine in einem Objektmodell, die Aufstellung einer Differentialgleichung zu einem Übertragungssystem. Gleichfalls gibt es nur selten Arbeitsplätze für Ingenieure, auf denen man ohne tieferes analytisches und systematisches Denken und Verständnis über die Runden kommt.
Gerade in jüngster Zeit wird deutlich, dass Innovations- und Wirtschaftskraft einer Volkswirtschaft stark zusammenhängen. So soll der in die Jahre gekommene Industriestandort Deutschland durch Stärkung von Forschung und Entwicklung international wieder an die Weltspitze zurück geführt werden. Gleichfalls können Unternehmen nur Spitzenpositionen auf den globalen Märkten einnehmen und halten, wenn es ihnen in einer Zeit des ständigen Wandels und der dichten Konkurrenz gelingt, Innovationspotenzial zu erkennen und schnell in Lösungen umzusetzen.
Die Fähigkeit zu kommunizieren ist im Zeitalter komplexer High-tech-Projekte, neben der Teamorientierung, die wichtigste Schlüsselqualifikation überhaupt. Es nutzt wenig, den Kopf voller Detailwissen zu haben, wenn man dieses nicht den Kollegen, Vorgesetzten und Kunden, Lieferanten usw. in verständlicher Weise mitteilen und demonstrieren kann. Und gerade hier liegt die Problematik. Die wirklichen Fachleute haben oftmals Defizite in der Selbstdarstellung und der Präsentation ihrer Leistungen. Daher bleiben sie in der Karriereentwicklung zurück. Dem „Verkäufertyp“ unter den Ingenieuren gelingt es dagegen, mittelmäßiges Know-how in bombastische Worte zu verpacken. So gewinnt man letztlich den Eindruck, dass hier „wirkliche“ Fachexpertise vorhanden ist. Was für die persönliche Karriere ärgerlich ist, kommt die Unternehmen teuer zu stehen.
Unternehmen sind kein Selbstzweck. Alle Aktivitäten dienen dazu, die Unternehmensziele zu erreichen. In letzter Konsequenz zählt aber, welcher Gewinn dabei herauskommt.
Der Ursprung der Logistik liegt weder in der Neuzeit noch in den Ingenieurwissenschaften. Mit der Anfertigung des ersten Rades, mehrere hundert Jahre vor der Geburt Christi, war im Prinzip die Logistikbranche geboren. Man kann sich gut vorstellen, dass Räder erstmals in der Landwirtschaft eingesetzt wurden. Später folgten dann weitere geniale logistische Erfindungen wie etwa die Aquädukte im römischen Reich.
Der Großanlagenbau blickt in Deutschland, gerade was die Nachkriegszeit betrifft, auf eine bemerkenswerte Erfolgsstory zurück. Dies verwundert nicht, denn zahlreiche Fabrikationsstätten in Deutschland und Europa waren zerstört und mussten neu aufgebaut werden. Dieser Zustand bot den gut ausgebildeten Ingenieuren und Technikern umfangreiches Potenzial und die entsprechenden Betätigungsfelder. So wurden komplette Werke und Produktionsanlagen etwa Stahlwerke, Chemieanlagen, Pharmaproduktionen oder große logistische Einrichtungen (z.B. Förderanlagen für den Bergbau) projektiert, geliefert oder vor Ort aufgebaut.