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Nie wieder Schranke: Warum digitales Parken das Klima schützt

10. Oktober 2025

Eine Schranke an einer Tiefgaragen-Einfahrt
Digitale Parksysteme könnten dafür sorgen, dass die klassische Schranke bald ausgedient hat.
Foto: SmarterPix/DmyTo
Digitale, kamerabasierte Free-Flow-Parksysteme versprechen effizienteres Parken und einen Beitrag zum Klimaschutz. Eine aktuelle Studie des Fraunhofer UMSICHT im Auftrag von fair parken untersucht erstmals die Klimawirkung dieser Parkraumlösungen im Vergleich zu herkömmlichen Schrankensystemen. Die Ergebnisse zeigen deutliche Vorteile für die digitalen Systeme auf.
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Parken ohne Schranken, Tickets und mit digitalen Zahlungsoptionen – sogenannte Free-Flow-Parksysteme gelten als zukunftsweisende Lösung für effizienteres Parken mit weniger Stau und geringerer Klimabelastung. In einer aktuellen Studie hat das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT im Auftrag von fair parken die Klimawirkung dieser digitalen, kamerabasierten Parksysteme im Vergleich zu konventionellen Schrankensystemen untersucht.

Wartezeiten verringern

Free-Flow-Systeme erfassen das Kennzeichen bei Ein- und Ausfahrt automatisch, ermöglichen die Bezahlung vor Ort ohne Ticket oder online bis zu 48 Stunden nach dem Parken. Durch den Wegfall von Schranken und Tickets sollen Wartezeiten und Schlangen reduziert werden. Die Studie analysiert nun erstmals, wie sich dies auf die Klimabilanz auswirkt.

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In der unabhängig geprüften Klimabilanzstudie vergleicht das Forschungsinstitut zwei Bewirtschaftungskonzepte – das schrankenlose Free-Flow-System und ein klassisches Schrankensystem – anhand eines fiktiven, aber repräsentativen kostenpflichtigen Parkraums mit 500 Stellplätzen. Ziel war es, die potenziellen Treibhausgasemissionen pro Bewirtschaftungs- und Abrechnungsvorgang zu ermitteln, gemessen in CO2-Äquivalenten. Dafür wurden drei Szenarien mit unterschiedlichem Verkehrsaufkommen betrachtet: ein Basis-Szenario, ein Großraumveranstaltungs-Szenario und ein Dichter-Verkehr-Szenario. Zusätzlich untersuchte ein Digitale-Zahlung-Szenario die Auswirkungen einer Umstellung auf rein digitale Bezahlmethoden in beiden Systemen.

Klimafreundlicher parken mit digitalen Parksystemen

Die Studienergebnisse belegen eindeutige Klimavorteile für die digitalen Free-Flow-Parksysteme gegenüber herkömmlichen Schrankenlösungen. Janek Röttgen von der Abteilung Nachhaltigkeit und Partizipation des Fraunhofer UMSICHT erläutert: „Bei geringem Verkehrsaufkommen ohne Staus im Ein- und Ausfahrtsbereich (Basis-Szenario) lassen sich pro Parkvorgang rund 8 Gramm CO2-Äquivalente einsparen – ein Reduktionspotenzial von etwa 31 Prozent.“

Diese Einsparungen resultieren hauptsächlich daraus, dass Brems- und Beschleunigungsvorgänge sowie Standzeiten vor Schranken entfallen. Zudem benötigt das System, anders als klassische Schranken, keine zusätzliche Energie. Der Mehrverbrauch für Kennzeichenerfassung und Datenverarbeitung fällt nur geringfügig ins Gewicht. Mit zunehmendem Verkehrsaufkommen verstärkt sich dieser positive Effekt weiter.

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Aktive Stauvermeidung

Unter der Annahme, dass digitale Parksysteme Staus vermeiden können, lassen sich bei höherer Verkehrsauslastung (Dichter-Verkehr-Szenario) sogar rund 28 Gramm CO2-Äquivalente pro Parkvorgang gegenüber Schrankensystemen einsparen – eine Reduktion um 49 Prozent. Bei Extremsituationen wie Großveranstaltungen mit sehr starkem Verkehrsaufkommen könnten die Einsparungen noch deutlicher ausfallen.

Da im Rahmen der Studie keine empirischen Untersuchungen zur tatsächlichen Staubildung auf Parkplätzen möglich waren, unterliegen die Ergebnisse in den Szenarien mit erhöhtem Verkehr jedoch gewissen Einschränkungen. Ein weiteres Ergebnis der Analyse: Die Umstellung auf rein digitale Zahlungsoptionen verbessert in beiden Systemen die Klimabilanz.

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Robuste Ergebnisse als Basis für weitere Untersuchungen

Das realitätsnahe Berechnungsmodell der Studie berücksichtigt den Kraftstoffverbrauch und Energiebedarf der Pkw sowie Primärdaten von fair parken, Herstellerangaben, Literaturwerte, Expertenschätzungen und Datensätze aus professionellen Ökobilanzdatenbanken. Einschränkungen ergeben sich daraus, dass die Autor*innen die Staubildung nicht empirisch analysieren konnten und nur die Klimawirkung ohne mögliche positive oder negative Rebound-Effekte untersuchten.

Insgesamt zeigt die Untersuchung deutliche Klimavorteile für digitale Free-Flow-Parksysteme gegenüber konventionellen Schrankensystemen auf. Besonders die Ergebnisse aus dem Basis-Szenario ohne Stausituationen bieten einen robusten ersten Bewertungsansatz und eine fundierte Grundlage für weiterführende Analysen. Die Studie verdeutlicht, dass solche neuen Parklösungen in Kombination mit weiteren Maßnahmen zur Optimierung des Verkehrsflusses – beispielsweise Verkehrsleitsysteme und eine verbesserte verkehrstechnische Anbindung der Parkräume – einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Klimabilanz beim Parken leisten können.

Digitale Parksysteme als Baustein für klimafreundliche Mobilität

Die Ergebnisse der Klimabilanzstudie zeigen das Potenzial digitaler Free-Flow-Parksysteme als zukunftsweisendes Element einer nachhaltigen Mobilität in Städten und Gemeinden auf. Durch den Einsatz dieser neuartigen Technologie lassen sich nicht nur Treibhausgasemissionen reduzieren, sondern auch der Parkkomfort für Autofahrerinnen und Autofahrer erhöhen sowie der Verkehrsfluss verbessern. Um die Klimavorteile umfassend zu nutzen, wäre es sinnvoll, wenn Kommunen und Parkraumbetreiber den Einsatz solcher Systeme fördern und mit weiteren Maßnahmen wie digitalen Parkleitsystemen oder einer optimierten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr kombinieren.



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