Anzeige

Neue Skimming-Masche trifft meist junge Leute

30. Oktober 2023

Bankautomat
Das einfache Auslesen von Bankkarten am Automaten war früher, heute gehen die Betrüger subtiler vor.
Foto: Panthermedia.net/prykhodov
Und plötzlich war das Konto leer: Ein anscheinend harmlose SMS kann unerwartete und ernste Konsequenzen haben, wie Ermittler kürzlich feststellten. Insbesondere junge, digital affine Leute wurden Opfer einer neuen Betrugsmasche, die als „Skimming 2.0“ bezeichnet wird.
Anzeige
Anzeige


Skimming, das Auslesen von Daten von Kredit- und Girokarten an Geldautomaten, ist seit längerem bekannt. Jetzt jedoch sehen sich Ermittler mit einer modernisierten Form dieser Betrugsmethode konfrontiert, die gezielt die jüngere Generation ins Visier nimmt – eine Generation, die nahezu sämtliche Angelegenheiten über ihr Smartphone abwickelt. Die Kriminellen versenden manipulierte SMS, um an sensible Daten für das Online-Banking zu gelangen. Ein besonders brisantes Beispiel für diese Praktiken wird gegenwärtig vor Gericht verhandelt. In Frankfurt hat die Generalstaatsanwaltschaft Anklage in einem Fall erhoben, der von den Ermittlern als „Skimming 2.0“ klassifiziert wird. Der Prozessbeginn ist für diesen Dienstag, den 31.10. am Amtsgericht Frankfurt anberaumt.

Das ist Skimming 1.0

Bevor wir uns mit Skimming 2.0 beschäftigen, erst einmal einige Infos zu Skimming 1.0: Dieses bezeichnet die illegale Praxis, Kredit- oder Girokarten (Debitkarten) an Geldautomaten oder Zahlungsterminals unbefugt auszulesen. Die Betrüger fokussieren sich dabei auf den Magnetstreifen der Karten, auf dem alle wesentlichen Bankinformationen gespeichert sind, um eine Duplikat-Karte zu erstellen. Sobald sie zusätzlich die persönliche Identifikationsnummer (PIN) ausspähen, sind sie in der Lage, Bargeld abzuheben oder Einkäufe zu tätigen – alles auf Kosten des Kartenbesitzers.

Anzeige
Anzeige

Die erfreuliche Nachricht für Verbraucher in Deutschland ist, dass der Magnetstreifen inzwischen obsolet geworden ist, da Transaktionen und Geldabhebungen hierzulande über den Chip auf der Karte abgewickelt werden. Jedoch ist es wichtig zu wissen, dass im nicht-europäischen Ausland Banken den Magnetstreifen nach wie vor nutzen.

Um an die sensiblen Bankdaten zu gelangen, manipulieren Kriminelle Geldautomaten oder Kartenlesegeräte in Einzelhandelsgeschäften. An Geldautomaten befestigen sie hierfür ein zusätzliches Lesegerät vor dem Kartensteckplatz, welches die Informationen des Magnetstreifens speichert. Neben den Daten von der Karte benötigen die Betrüger noch deren PIN. Um diese abzufangen, kleben sie eine kleine Kameraleiste über die Tastatur und filmen die PIN-Eingabe. Schon haben sie alles, um das Konto leerzuräumen.

So funktioniert Skimming 2.0

Dass die neue Betrugsmasche überhaupt aufgefallen ist, können wir „Kommissar Zufall“ verdanken. Eigentlich dachte die Polizeistreife, dass der Beschuldigte den Geldautomaten in Königstein ausspioniert, um ihn in die Luft zu sprengen. Bei der Kontrolle merkten die Beamten jedoch, dass es sich dabei um mehr handeln musste, denn es fiel auf, dass der Mann ungewöhnlich viele Smartphones mit den Zugangsdaten fremder Bankkonten bei sich hatte.

Anzeige
Anzeige

„Im Ausgangspunkt geht es darum, mit Hilfe einer angeblichen SMS der Bank an die Online-Banking Zugangsdaten zu gelangen“, erläuterte Kathrin Rudelt, Staatsanwältin von der Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft. Sobald der Kunde auf diese Nachricht reagiert, wird ganz automatisch eine Debitcard erstellt. Für den Geschädigten ist es dann fast schon zu spät, es sei denn, er schaut sich zeitnah die Einstellungen seines Online-Bankings ganz genau an. Dort  ist dann eine neue Zahlungsdienst-App hinterlegt. Dann besteht noch die Chance, diese sofort wieder zu entfernen. In den meisten Fällen merken es die Geschädigten jedoch nicht so schnell.

Abholer sind mit unzähligen Handys ausgestattet

Die Drahtzieher des Betrugsschemas rüsten die sogenannten „Abholer“ später mit einer Serie von Mobiltelefonen aus, die mit digitalen Debitkarten verknüpft sind. Diese werden dann dazu genutzt, an Geldautomaten Bargeld abzuheben. Aber warum reicht nicht ein Smartphone dafür aus?  „Hintergrund ist, dass die Geldautomaten erkennen, dass mit einem Telefon bereits eine bestimmte Summe abgehoben worden ist“, so die Staatsanwältin.

Anzeige
Anzeige

Durch den Einsatz einer Vielzahl von Handys, die jeweils mit unterschiedlichen digitalen Debitkarten verbunden sind, können die Täter an Geldautomaten, die in der Regel an abgelegenen Orten stehen, sowohl vor als auch nach Mitternacht das jeweilige Tageslimit abheben. Im speziellen Fall des in Königstein festgenommenen Mannes hat sich herausgestellt, dass er vermutlich Teil einer bundesweit operierenden Gruppierung ist. Der Festgenommene muss mindestens einen Komplizen gehabt haben, denn obwohl nachweislich „fortlaufend“ Geld abgehoben wurde, konnte bei seiner Festnahme kein Bargeld sichergestellt werden.

Insbesondere junge Leute unter den Opfern

Bei der Betrugsmasche „Skimming 2.0“ ist den ermittelnden Behörden eine charakteristische Besonderheit aufgefallen: Die Mehrzahl der Geschädigten sind junge Menschen, meist Anfang 20. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass in dieser Altersgruppe das Smartphone als zentrales digitales Instrument dient, obwohl „digital natives“, also Personen, die mit digitalen Technologien aufgewachsen sind, eigentlich ein erhöhtes Bewusstsein für illegale Datenabfragen haben sollten.

„Wenn man auf so eine betrügerische SMS reingefallen ist und seine Kontodaten preisgegeben hat, passiert danach häufig erstmal nichts. Dann denkt selbst der vorsichtige jüngere Nutzer wahrscheinlich eher, dass damit alles seine Richtigkeit hat und dass es tatsächlich auch eine Aufforderung der Bank war“, so die Vermutung.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige