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Wie funktioniert eigentlich ein Induktionsherd?

18. August 2024

Induktionsherd
Induktionsherde arbeiten effizient und schnell – doch wie funktionieren sie eigentlich? Foto: PantherMedia /
baloon111
Wir blicken auf die physikalischen Grundlagen des Induktionsherdes und stellen Ihnen die Vor- und Nachteile der innovativen Kochtechnik vor.
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Induktionsherde haben sich in modernen Küchen längst etabliert und bieten viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Kochmethoden. Doch wie genau funktioniert diese innovative Technik? In diesem Artikel gehen wir den physikalischen Grundlagen auf den Grund, erklären technische Details und beleuchten die Vor- und Nachteile von Induktionsherden. Von der Funktionsweise bis zur praktischen Anwendung erfahren Sie hier alles, was Sie über Induktionsherde wissen müssen.

Inhaltsverzeichnis

Physikalische Grundlagen des Induktionsherdes

Induktionsherde haben sich in den letzten Jahren als effiziente und präzise Kochgeräte etabliert. Doch was steckt hinter dieser Technologie, die das Kochen revolutioniert hat? Der Schlüssel liegt in den physikalischen Grundlagen der elektromagnetischen Induktion, einem Prinzip, das bereits 1831 von Michael Faraday entdeckt wurde. Diese Entdeckung legte den Grundstein für zahlreiche technische Innovationen, vom Elektromotor bis zum modernen Induktionsherd. In diesem Beitrag beleuchten wir die physikalischen Vorgänge, die Induktionsherde so besonders machen.

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Wie entsteht die Wärme in einem Induktionsherd?

Anders als bei herkömmlichen Herden entsteht die Wärme beim Kochen mit Induktion direkt im Boden des Kochgeschirrs. Eine scheibenförmige Kupferspule unter dem Kochfeld erzeugt ein wechselndes Magnetfeld, wenn sie von einem hochfrequenten Wechselstrom (20.000 bis 100.000 Hertz) durchflossen wird. Dieses Magnetfeld durchdringt den Topfboden und erzeugt dort elektrische Ströme, so genannte Wirbelströme.

Diese Ströme fließen jedoch nicht verlustfrei: Der elektrische Widerstand im Material des Topfbodens führt dazu, dass ein Teil der elektrischen Energie in Wärme umgewandelt wird. Der Topfboden erhitzt sich und gibt die Wärme direkt an das Kochgut ab. Dieser Vorgang macht das Induktionskochen so effizient, denn die Energie wird gezielt dort erzeugt, wo sie benötigt wird.

Warum ist das Material des Kochgeschirrs wichtig?

Nicht jedes Material ist für die Verwendung auf einem Induktionsherd gleich gut geeignet. Bei der Umwandlung von elektrischer Energie in Wärme spielt der elektrische Widerstand eine entscheidende Rolle. Edelstahl, ein Material mit einem höheren Widerstand als Kupfer oder Aluminium, erzeugt bei gleicher Stromstärke mehr Wärme. Es gibt jedoch noch weitere Faktoren, die das Kochergebnis beeinflussen.

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Der sogenannte Skineffekt, ein Phänomen, das Emil Lenz 1833 beschrieb, sorgt dafür, dass das Magnetfeld in den oberen Bereich des Topfbodens verschoben wird. Das bedeutet, dass die induzierten Ströme nur in einer dünnen Schicht fließen, wodurch die effektive Fläche, die den Strom leitet, kleiner wird. Dies führt zu einer Erhöhung der Wärmeleistung. Materialien wie Aluminium oder Kupfer, bei denen das Magnetfeld tiefer eindringt, sind daher weniger geeignet, da sie weniger Wärme erzeugen.

Ferromagnetische Werkstoffe und ihre Besonderheiten

Bei Kochgeschirr aus ferromagnetischen Werkstoffen wie Gusseisen oder bestimmten Edelstählen kommt ein weiterer Effekt zum Tragen: die Hystereseverluste. Diese entstehen, wenn die magnetischen Domänen im Material – winzige Bereiche, in denen die magnetischen Momente der Atome ausgerichtet sind – durch das Magnetfeld des Induktionsherdes ständig umgepolt werden. Diese Ummagnetisierung führt ebenfalls zur Wärmeentwicklung.

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Der Anteil der durch Hystereseverluste erzeugten Wärme hängt stark vom Material des Kochgeschirrs und von der Frequenz des Magnetfeldes ab. In einigen Fällen kann diese Art der Wärmeentwicklung bis zu 30 Prozent der gesamten Wärmeleistung ausmachen. Bei modernem Kochgeschirr mit mehrschichtigem Boden oder Aluminiumkern sind diese Verluste jedoch oft vernachlässigbar.

Energieeffizienz und Vorteile

Induktionsherde punkten vor allem durch ihre Energieeffizienz. Ein Induktionsherd bringt einen Liter Wasser etwa doppelt so schnell zum Kochen wie ein herkömmlicher Elektroherd oder ein Halogenkochfeld. Der Wirkungsgrad liegt bei rund 80%, während herkömmliche Herde nur etwa 60%  erreichen. Das liegt daran, dass die Wärme direkt im Topfboden erzeugt wird und kaum Energie verloren geht.

Während des Kochens gleichen sich die Wirkungsgrade an: Nach etwa einer Stunde Kochzeit liegt der Wirkungsgrad bei beiden Herdarten bei etwa 90%. Dennoch bleibt der Vorteil des Induktionsherdes beim schnellen Erhitzen von Speisen bestehen. Ein weiterer Vorteil ist die geringe Erwärmung des Kochfeldes selbst, da die Glaskeramikplatte nur wenig Wärme leitet.

Induktionsherde sind außerdem einfach zu reinigen. Da das Kochfeld selbst nicht heiß wird, brennen verschüttete Flüssigkeiten nicht ein. Ein einfaches Abwischen genügt in den meisten Fällen. Dennoch sollte man darauf achten, keine scharfen Gegenstände auf dem Kochfeld zu verwenden, da die Glaskeramikoberfläche empfindlich auf Kratzer reagiert.

Nachteile und Herausforderungen

Trotz ihrer vielen Vorteile haben Induktionsherde auch einige Nachteile. Der offensichtlichste Nachteil ist der Preis. Induktionsherde und das entsprechende Kochgeschirr sind oft teurer als konventionelle Herde. Außerdem erzeugen Induktionsherde manchmal Geräusche wie Brummen oder Summen, die von den magnetischen Wechselfeldern verursacht werden. Diese Geräusche sind zwar nicht laut, können aber als störend empfunden werden.

Ein weiterer Nachteil: Es sind spezielle Töpfe und Pfannen notwendig. Wie bereits erläutert, ist nicht jedes Kochgeschirr ist für Induktionsherde geeignet. Töpfe und Pfannen, die nicht ferromagnetisch sind, können nicht verwendet werden, was zusätzliche Kosten für neues Kochgeschirr bedeutet.

Vor- und Nachteile auf einem Blick

Vorteile Nachteile
Schnelles Aufheizen: Erhitzt Kochgeschirr und Speisen sehr schnell. Hohe Anschaffungskosten: Teurer als herkömmliche Herde und benötigt spezielles Kochgeschirr.
Energieeffizienz: Direkte Wärmeerzeugung im Kochgeschirr führt zu weniger Energieverlust. Kochgeschirr-Anforderungen: Nur ferromagnetische Töpfe und Pfannen sind geeignet.
Präzise Temperaturkontrolle: Schnelle Anpassung der Kochtemperatur für exakte Ergebnisse. Geräuschentwicklung: Brummen, Summen oder Pfeifen während des Betriebs möglich.
Sicherheit: Die Kochfläche bleibt relativ kühl, geringeres Verbrennungsrisiko. Elektronische Empfindlichkeit: Kann empfindlich auf Stromschwankungen und mechanische Beschädigungen reagieren.
Leichte Reinigung: Verschmutzungen brennen nicht ein, da das Kochfeld nicht heiß wird. Abhängigkeit von Strom: Bei Stromausfall nicht funktionsfähig.
Automatische Abschaltung: Schaltet sich ab, wenn kein geeignetes Kochgeschirr erkannt wird. Gerätekomplexität: Reparaturen sind teurer und aufwändiger als bei herkömmlichen Herden.
Umweltfreundlich: Geringerer Energieverbrauch im Vergleich zu anderen Herdarten. Interferenzen: Mögliche Beeinflussung von elektronischen Geräten wie Herzschrittmachern.

Spezielle Funktionen: Vollflächen- und Flexinduktion

Moderne Induktionsherde bieten häufig Sonderfunktionen wie Vollflächen- und Flexinduktion. Bei der Vollflächeninduktion gibt es keine vordefinierten Kochzonen. Das gesamte Kochfeld kann genutzt werden, da Sensoren automatisch erkennen, wo das Kochgeschirr steht und wie groß es ist.

Die Flexinduktion bietet ähnliche Vorteile, jedoch sind die Kochzonen noch in Zonen unterteilt. Sensoren erkennen die Position des Kochgeschirrs innerhalb dieser Zonen und aktivieren die entsprechenden Spulen.

Zusammenfassung

Induktionsherde sind eine technologische Innovation, die das Kochen revolutioniert hat. Durch die Nutzung der elektromagnetischen Induktion ermöglichen sie eine schnelle, effiziente und sichere Zubereitung von Speisen. Trotz einiger Nachteile, wie höhere Anschaffungskosten und die Notwendigkeit spezieller Töpfe, überwiegen die Vorteile bei weitem. Wer auf der Suche nach einem modernen, energiesparenden und leistungsstarken Herd ist, trifft mit einem



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