
Rechenzentren bilden das Rückgrat der digitalen Welt. Doch der Energieverbrauch der globalen Recheninfrastruktur steigt rapide, vor allem durch den massiven Einsatz von Künstlicher Intelligenz, Cloud-Diensten und Datenverarbeitungsanwendungen. Deep Atomic, ein Schweizer Unternehmen im Bereich der Kernenergie, hat mit dem MK60 eine Lösung entwickelt, die den Energiebedarf von Rechenzentren auf eine nachhaltige Weise decken könnte.
Inhaltsverzeichnis
Kompakte Lösung für große Herausforderungen
Der von Deep Atomic entwickelte MK60 ist ein kleiner modularer Reaktor (SMR), der speziell für Rechenzentren entworfen wurde. Er liefert eine Leistung von 60 Megawatt, was nicht nur genug Strom für energieintensive Anwendungen wie KI-Training oder Blockchain-Anwendungen bietet, sondern auch eine Kühlleistung von weiteren 60 Megawatt. Der Reaktor ist kompakt, skalierbar und vor Ort installierbar, wodurch die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz minimiert wird.
„Unsere Kernphilosophie ist es, so zu entwerfen, dass es gebaut werden kann. Wir erfinden die Nukleartechnologie nicht neu, sondern verfeinern sie für Rechenzentrumsanwendungen“, erklärt Rea Stark, Mitbegründerin und Chief Design Officer von Deep Atomic.
Energiebedarf und CO₂-Reduktion durch Kernenergie
Der hohe Energiebedarf moderner Rechenzentren ist eine große Herausforderung, besonders in Regionen mit begrenzter Netzinfrastruktur. Hier setzt der MK60 an: Durch die dezentrale Energieerzeugung entfällt die Belastung des Stromnetzes, und die Rechenzentren können unabhängig von Netzschwankungen betrieben werden. Besonders in urbanen Regionen, wo Edge-Rechenzentren gefragt sind, um Daten schneller und mit geringerer Latenz bereitzustellen, kann der MK60 einen wesentlichen Beitrag leisten.
Der MK60 versorgt das Rechenzentrum vor Ort zuverlässig mit Strom und reduziert damit den CO₂-Fußabdruck erheblich, wie Theron bestätigt: „Er ist für die Installation vor Ort in Rechenzentren konzipiert und liefert zuverlässigen, kohlenstofffreien Strom und energieeffiziente Kühlung.“
Flexibles, modulares Design für skalierbare Energieversorgung
Der MK60 ist modular konzipiert, wodurch mehrere Einheiten parallel betrieben werden können, um so die Energieversorgung von kleineren Rechenzentren bis hin zu großen Hyperscalern abzudecken. Für Unternehmen bedeutet das eine flexible Skalierbarkeit von 60 Megawatt bis weit über ein Gigawatt Leistung. „Ein 60-MW-Reaktor mit einer zusätzlichen Kühlkapazität von 60 MW ist ideal für Rechenzentren“, erklärt Freddy Mondale, Leiter der Technikabteilung des Start-ups.
Das modulare Design ermöglicht außerdem eine kostengünstige Produktion und einfache Installation. Deep Atomic plant, die Produktion weitgehend in Fabriken vorzunehmen, was die Bereitstellungszeit und die Kosten weiter reduziert. Dank standardisierter Komponenten und einem durchdachten Design kann der MK60 auch an verschiedenen Standorten ohne großen Mehraufwand implementiert werden.
Sicherheit und Umweltverträglichkeit im Fokus
In puncto Sicherheit geht Deep Atomic mit dem MK60 laut eigener Einschätzung keine Kompromisse ein. Der Reaktor ist mit mehreren passiven Sicherheitssystemen ausgestattet, die im Ernstfall eine automatische Abschaltung ohne menschliches Eingreifen gewährleisten. Diese Sicherheitsmerkmale ermöglichen es zudem, den Reaktor näher an urbanen Gebieten zu installieren, wo die Nachfrage nach Rechenzentren besonders hoch ist.
Auch Umweltschutzaspekte stehen bei Deep Atomic im Vordergrund: Der MK60 bietet kohlenstofffreien Strom, was nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch die Umweltbelastung signifikant senkt. Der Reaktor setzt auf bewährte Technologie und integriert fortschrittliche Sicherheitsmechanismen, die das Risiko für Mensch und Umwelt minimieren.
Anwendungen in der Praxis: KI, Cloud-Dienste und mehr
Der Reaktor ist für verschiedene Anwendungen ausgelegt und eignet sich besonders gut für energieintensive Prozesse wie KI, Kryptowährungen und Cloud-Computing. Deep Atomic hebt hervor, dass durch den MK60 der Betrieb von Rechenzentren in Regionen möglich wird, die bislang durch Netzkapazitätsbeschränkungen benachteiligt waren.
Der MK60 bietet nicht nur Strom, sondern auch eine effiziente Kühlung – ein weiterer kritischer Faktor für den Betrieb von Rechenzentren. „Durch die Bereitstellung von Strom und Kühlung lösen wir zwei große Herausforderungen für Rechenzentren – die Verfügbarkeit von Strom und das Wärmemanagement“, betont Mondale. Durch die Nutzung der Abwärme für Kühlzwecke steigert der MK60 die Energieeffizienz des gesamten Systems erheblich.
Während Tech-Giganten wie Google und Microsoft bereits in SMR-Projekte investieren, bietet Deep Atomic mit dem MK60 eine besonders praxisorientierte Lösung. Das Start-up ist aktiv auf der Suche nach Partnerschaften mit Rechenzentrumsbetreibern, um die nächste Generation nachhaltiger Rechenzentren aufzubauen. „Wir haben die Kerntechnik für das digitale Zeitalter neu konzipiert und bauen einen Reaktor, der auf Rechenleistung zugeschnitten ist“, erklärt Theron.



























