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Wieder ein Erdbeben in Griechenland: ein Mädchen stirbt

03. Juni 2025

Erdbeben in Griechenland
Erdbeben in Griechenland: Trotz geringer Tsunami-Gefahr: Warnung aus Sicherheitsgründen ausgesprochen. Foto: Imago/Europa Press
Wieder bebt es in Griechenland: Ein Erdbeben erschüttert Rhodos und Westtürkei – 14-Jährige stirbt, Dutzende verletzt.
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Mehrere Erdbeben haben in den vergangenen Wochen die Ägäisregion erschüttert. Besonders betroffen waren die türkische Westküste, Rhodos, Santorini, Kreta und Kasos. Während viele Beben glimpflich verliefen, forderte das jüngste bei Marmaris und Rhodos ein Todesopfer. Die Behörden reagierten mit Notfallmaßnahmen – auch aus Sorge vor weiteren Erdstößen.

Inhaltsverzeichnis

Meldung 3. Juni: Erdbeben bei Rhodos und an der Westküste der Türkei

In der Nacht erschütterte ein Erdbeben die Westküste der Türkei sowie die griechische Insel Rhodos. Dabei wurden zahlreiche Menschen verletzt, ein 14-jähriges Mädchen kam ums Leben.

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Das Beben erreichte eine Stärke von 5,8 und hatte laut dem seismologischen Institut EMSC, das für den Mittelmeerraum zuständig ist, sein Epizentrum nahe der türkischen Küstenstadt Marmaris – nur wenige Kilometer von der griechischen Insel Rhodos entfernt.

Wie der Gouverneur von Mugla, Idris Akbiyik, auf der Plattform X mitteilte, erlitt ein 14-jähriges Mädchen nach einer Panikattacke einen Zusammenbruch und verstarb wenig später im Krankenhaus. Insgesamt verletzten sich 69 Menschen, als sie während des Bebens in Panik aus Fenstern sprangen. Schäden an Gebäuden habe es in Marmaris selbst keine gegeben.

Auch Griechenland reagierte auf die seismische Aktivität. Auf der Urlaubsinsel Santorini im Süden des Landes wurden vorsorglich Maßnahmen ergriffen. Unter anderem blieb eine Grundschule geschlossen.

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Wie Experten die Lage einschätzen

Aktuell gehen Seismologinnen und Seismologen davon aus, dass es sich bei dem Beben um das Hauptereignis handelt – ein stärkeres Nachbeben sei daher nicht zu erwarten. Gegenüber ERTNews erklärte Efthymios Lekkas, Geologieprofessor und Präsident der Griechischen Gesellschaft der Erdbebeningenieure, Einzelheiten zum Beben:

„Die Tiefe beträgt 60 Kilometer, sodass wir sagen können, dass das Erdbeben zwar in einem größeren Gebiet der Dodekanes und der Türkei spürbar war, aber keine nennenswerten Auswirkungen auf die Oberfläche haben wird.“ Zudem gab Lekkas Entwarnung: „Es wird keinen Tsunami geben und vor allem wird es keine heftigen Nachbeben geben.“

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Meldung 22. Mai: Erdbeben nahe der Insel Kreta

Ein weiteres Erdbeben hat Griechenland erschüttert. Es hatte eine Stärke von 6,1 und ereignete sich am frühen Morgen (22.05) nahe der Insel Kreta, in etwa 69 Kilometern Tiefe. Laut der US-Erdbebenwarte lag das Zentrum des Bebens rund 58 Kilometer nordöstlich der Stadt Eloúnda in der südlichen Ägäis. Bislang gibt es keine Berichte über Verletzte oder Schäden.

Ein Erdbeben der Stärke 6,1 auf der Richterskala ereignete sich laut dem Geodynamischen Institut am Donnerstagmorgen um 6:19 Uhr im Meer nördlich von Kreta.

Das Epizentrum lag 56 Kilometer nördlich von Neapoli in der Region Lasithi. Die Tiefe des Bebens wurde mit 60,3 Kilometern angegeben.

Evthymios Lekkas, der Chef des griechischen Erdbebenschutzes, sagte, dass das Beben in großer Tiefe passiert sei. Das sei gut, weil so kein Tsunami zu erwarten sei und auch keine großen Schäden auf Kreta.

Thanasis Ganas vom Geodynamischen Institut erklärte, es handele sich um ein normales Erdbeben mittlerer Tiefe. Solche Beben könne man oft in vielen Regionen spüren, aber es werde wahrscheinlich nur wenige Nachbeben geben.

Wie griechische Medien berichten, erklärte der Seismologe Akis Tselentis, das Beben sei in ganz Südeuropa spürbar gewesen, da es sich über dem absinkenden Teil der festen Erdplatte unter Kreta ereignet habe und sich die Erdbebenwellen in viele Regionen ausgebreitet hätten.

Er habe außerdem gesagt, er rechne mit einigen Nachbeben, möglicherweise auch mit einer Stärke von 5, glaube jedoch nicht, dass es zu ernsthaften Auswirkungen kommen werde.

Meldung 15. Mai: Erdbeben  nahe der Insel Karos

In in der Nacht zum Mittwoch (15. Mai) wurde nahe der griechischen Insel Kasos ein Beben der Stärke 6,1 gemessen. Wer die Insel nicht kennt: Kasos liegt etwa 70 km nordöstlich von Kreta und hat rund 1000 Einwohner.

Das Beben war fast so stark wie das Erdbeben im April in der türkischen Stadt Istanbul. Kurz danach wurde über die Notrufnummer 112 vorsorglich eine Tsunami-Warnung an die Bewohner von Rhodos, Karpathos und Kasos geschickt. Das Beben hatte eine Stärke von 6,1 und ereignete sich am Mittwoch (14. Mai) um 1:51 Uhr Ortszeit. Experten sehen das Erdbeben einigermaßen entstpannt-

Einmaliges Ereignis in großer Tiefe

Der Leiter des griechischen Erdbebenschutzes (OASP) erklärte, dass das Beben auf dem sogenannten griechischen Bogen passiert ist – dort, wo die afrikanische und europäische Erdplatte aufeinandertreffen.

Efthymios Lekkas sagte im Interview mit ERTNews, dass das wichtigste Merkmal dieses Bebens die große Tiefe sei. Weil es so tief lag, war die Erschütterung in Kasos und Karpathos schon schwächer – und auf Kreta noch weniger spürbar.

Das zweite wichtige Merkmal, so der Experte, sei, dass Erdbeben in dieser Tiefe in der Regel einmalig auftreten – also ein einzelnes Beben, ohne viele Vor- oder Nachbeben. „Solche Erdbeben kommen meist allein vor“, wird der Experte von der EPTNews zitiert.

Kein Zusammenhang mit den Erdbeben auf Santorin oder in der Türkei

Efthymios Lekkas hat zudem betont, dass kein Zusammenhang mit den Erdbeben auf Santorin oder in der Türkei bestehe. Es handle sich um völlig unterschiedliche geodynamische Bereiche: Während sich die aktuelle Region direkt auf dem griechischen Bogen befinde, gehöre Santorin zum vulkanischen Bogen. Die Erdbeben in der Türkei entstünden hingegen entlang der ostanatolischen Verwerfung, habe er erläutert.

Wie griechische Medien weiter berichten, erklärte Lekkas in der Sendung „Syndéseis“, dass ein Erdbeben der Stärke 6 grundsätzlich einen Tsunami auslösen könne, man das aber nicht sofort wisse. In diesem Fall sei der Meeresboden nicht aufgebrochen, weshalb kein Tsunami entstanden sei. Allerdings könnten Tsunamis auch durch unterseeische Erdrutsche ausgelöst werden. Daher sei es besser, vorsorglich eine Warnung herauszugeben, auch wenn das Risiko gering sei.

Vasilis Karastathis, Leiter des Geodynamischen Instituts in Athen, erklärte, dass das Erdbeben durch das Abtauchen der afrikanischen Platte verursacht wurde. Solche tiefen Beben haben meist nur wenige oder keine Nachbeben. Er betonte auch, dass dieses Beben nichts mit den Erdbeben in der Türkei oder auf Santorin zu tun hat.

Meldungen des  Geodynamischen Instituts



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