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Trotz zahlreicher technischer Fortschritte im letzten Jahr haben generative KI-Tools ein zentrales Problem nicht überwunden: Sie scheitern zunehmend daran, Fakten von Falschinformationen zu unterscheiden.
Echtzeit-Websuche als Ursache für mehr Fehler
Der Hauptgrund für diesen Anstieg lag in der mittlerweile standardmäßigen Echtzeit-Websuche, auf die die Chatbots zurückgriffen. Dabei rief die KI während der Anfrage aktuelle Informationen aus dem Internet ab, anstatt nur auf ihr gespeichertes Trainingswissen zurückzugreifen. Dies führte zwar dazu, dass die Nicht-Antwort-Quote innerhalb eines Jahres von 31 % auf 0 % fiel.
Dabei wurden jedoch auch mehr Falschinformationen ungeprüft weitergegeben. Denn die Chatbots zogen ihre Informationen nicht nur aus seriösen Nachrichtenportalen, sondern auch aus Propagandaseiten oder Desinformationsnetzwerken und Content-Farmen. Da sie diese Quellen häufig nicht zuverlässig bewerten konnten, wurden falsche oder manipulierte Inhalte schnell als glaubwürdig behandelt und ungefiltert weitergegeben.
Verbreitung staatlich gesteuerter Propaganda
Eine auffällige Entwicklung ist dabei die Verbreitung staatlich gesteuerter Propaganda, insbesondere aus Russland. So wiederholten die Chatbots in mehreren Tests falsche Meldungen aus dem russischen Einflussnetzwerk Storm-1516 und dem Pravda-Netzwerk, das rund 150 pro-kremlnahe Webseiten betreibt.
Ein Beispiel, welches NewsGuard angibt: Ein manipuliertes Zitat des moldauischen Parlamentspräsidenten Igor Grosu („Moldauer sind eine Herde Schafe“) wurde von sechs der zehn führenden Modelle als Tatsache wiedergegeben. Perplexity und Meta stützten sich dabei auf Social-Media-Posts und „jüngste Nachrichtenberichte“, Mistral sogar direkt auf einen Artikel des Pravda-Netzwerks.
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Perplexity fällt besonders auf
Während die meisten Chatbots nur einen moderaten Anstieg bei der Wiederholung von Falschinformationen zeigten, stach Perplexity negativ besonders hervor. Im August 2024 hatte der Chatbot noch eine perfekte Debunk-Bewertung von 100 %, doch im August 2025 wiederholte er 46,67 % der falschen Informationen.
So behauptete Perplexity beispielsweise, die fiktive ukrainische Anti-Korruptionsbeamtin „Olena K.“ sei mit Dokumenten nach Europa geflüchtet, die zeigen sollten, dass Präsident Wolodymyr Selenskyj 1,2 Mrd. $ Immobilien besitze. Perplexity bezeichnete sie fälschlicherweise als „ehemalige Ermittlerin des Nationalen Anti-Korruptionsbüros“ und zitierte dabei eine Quelle, die die Falschmeldung ursprünglich widerlegte.

(Keine) Reaktionen der Anbieter
NewsGuard wandte sich mit den Ergebnissen an die führenden Anbieter – darunter OpenAI, You.com, xAI, Inflection, Mistral, Microsoft, Meta, Anthropic, Google und Perplexity – erhielt jedoch keine Antworten. Immerhin räumte OpenAI-Chef Sam Altman in einem Podcast im Juni 2025 selbst ein:
Konsequenzen für Nutzer
Die Folgen sind deutlich: Nutzer und Nutzerinnen erhalten zwar schneller Antworten, doch diese enthalten immer häufiger Propaganda und gezielte Desinformation, etwa zu politischen Wahlen, internationalen Konflikten oder Gesundheitsthemen. Besonders anfällig waren in der aktuellen Untersuchung die Chatbots von Inflection (56,7 % Fehlerquote) und Perplexity (46,7 %). Am zuverlässigsten schnitten Claude (10 %) und Gemini (16,7 %) ab. ChatGPT und Meta lagen bei 40 %.































