06.11.2014, 10:11 Uhr | 2 |

Abschuss in fünf Sekunden Chinesische Laserwaffe holt kleine Drohnen vom Himmel

Eine Laserwaffe, die chinesische Physiker entwickelt haben, kann offenbar im Rekordtempo kleine Drohnen vom Himmel holen. Schon fünf Sekunden nach der Ortung des Flugkörpers wird er beschossen, bis in eine Höhe von 500 Metern. Das Lasersystem soll bei Großereignissen und zur Terroristenabwehr eingesetzt werden.

Mini-Drohne im Flug
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Zwei Männer lassen einen Oktokopter steigen. Der kleine Hubschrauber kann beispielsweise eine Kamera für Luftaufnahmen tragen. 

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Chinesische Wissenschaftler haben ein Laserabwehrsystem gebaut, das speziell auf den Abschuss von kleinen, unbemannten Flugkörpern ausgelegt ist. Die Laserkanone sei an 30 Drohnen getestet worden und zu hundert Prozent erfolgreich gewesen, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Lasersystem ist präziser als Hubschrauber oder Scharfschützen

Bereits fünf Sekunden nach Ortung der Drohne könne diese beschossen werden, berichtet Xinhua. Die Laserwaffe könne Ziele bis in 500 Metern Höhe erreichen, die mit einer maximalen Fluggeschwindigkeit von 50 Metern pro Sekunde, also 180 Stundenkilometern, unterwegs sind. Das Lasersystem sei außergewöhnlich schnell, präzise und zudem fast lautlos.

Bundeswehrsoldaten lassen am 22.08.2011 im Distrikt Charrah Darreh, nahe Kundus, Afghanistan, eine Aufklärungsdrohne vom Typ «Mikado» fliegen. Für die Rüstungsindustrie sind unbemannte Miniflugzeuge das Zukunftsgeschäft. Immer kleiner, immer preiswerter drängen Drohnen nun auch auf den zivilen Markt. Die gesellschaftliche Debatte über die Gefahren und Möglichkeiten der Miniflieger setzt gerade erst ein. Foto: Maurizio Gambarini dpa (zu dpa-Korr «Minidrohnen: Aufklärer bei Katastrophen - Bedrohung im Alltag» am 09.09.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Bundeswehrsoldaten lassen im August 2011 in Afghanistan eine Aufklärungsdrohne fliegen.

Foto: dpa/Maurizio Gambarini

„Solche kleinen Drohnen abzufangen, wäre normalerweise die Aufgabe von Hubschraubern und Scharfschützen, aber deren Erfolgsrate ist nicht besonders hoch und Fehler können leicht zu ungewollten Schäden führen“, wird Yi Jinsong von Xinhua zitiert. Yi ist einer der Manager des Unternehmens China Jiuyuan Hi-Tech Equipment, das unter der Leitung der China Academy of Engineering Physics das Lasersystem entwickelt hat.

Kleine, unbemannte Drohnen, so Yi, seien relativ billig und einfach zu handhaben, was sie wiederum attraktiv für Terroristen mache. Außerdem gebe es eine zunehmende Besorgnis, dass Drohnen für die unerlaubte Kartierung etwa von militärischen Einrichtungen benutzt werden könnten.

Auch die US-Armee entwickelt zusammen mit Boeing Laserwaffen

Eingesetzt werden soll das neue Lasersystem, das auf Fahrzeugen installiert werden kann, laut Xinhua etwa bei Großereignissen auf städtischen Gebieten. Außerdem erklärte die federführende Academy of Engineering Physics, das sie an einem Lasersystem arbeite, das noch mehr Energie und eine größere Reichweite habe.

Die Chinesen sind nicht die Einzigen, die Laserkanonen entwickeln und auch die Technik ist alles andere als neu. Erst letzten Monat meldeten die US-Armee und Boeing, dass sie erfolgreich eine Laserwaffe getestet und damit unter realistischen Bedingungen Flugobjekte wie Drohnen abgeschossen hätten. 

Die von Boeing vorgestellte Laserwaffe mit der Bezeichnung „High Energy Laser Mobile Demonstrator“ sei auch bei schlechten Wetterbedingungen in der Lage, Laserstrahlen mit einer Leistung von zehn Kilowatt zu verschießen. Während der Demonstration sollen über 150 Testobjekte wie Drohnen erfolgreich abgeschossen worden sein. Auch Boeing will nun einen weiteren Laser mit einer deutlich stärkeren Leistung entwickeln.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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kommentare
06.11.2014, 13:47 Uhr Cooler Prügel
Wäre es möglich, dass im letzten Satz ein Tippfehler ist?
"Während der Demonstration sollen über 150 Ziele, darunter Drohnen und Mörder, erfolgreich abgeschossen worden sein. Auch Boeing will nun einen weiteren Laser mit einer deutlich stärkeren Leistung entwickeln."
Ich denke das sollte "Mörser" und nicht "Mörder" heißen.
Wäre wahrscheinlich stärker durch die Medien gegangen wenn sie tatsächlich ein paar Mörder abgeschossen hätten ;)

06.11.2014, 15:31 Uhr a.moerer-funk
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Haben wir gleich geändert.

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