Erneuerbare Energien

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02.05.2013, 10:00 Uhr | 0 |

Potential nicht ausgeschöpft Asien braucht für die Zukunft mehr erneuerbare Energien

Die in Asien vorherrschende konventionelle Energiegewinnung kann das kommende Wachstum nicht bewältigen. Das zeigt die neue Studie "Outlook 2013" der Asian Development Bank (ADB).  vorgestellte zeigt, dass kann. Allein auf erneuerbare Energien in Zukunft setzen zu wollen, geht aber auch nicht.

Song-Bung-Staudamm in Vietnam
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Wasserkraft hat in Asien noch hohes, nicht erschlossenes Potential. Die Asian Development Bank finanziert den Ausbau der Erneuerbaren Energien wie den Bau des Song-Bung-Staudams in Vietnam.

Foto: Asian Development Bank

Erneuerbare Energien alleine können den Heißhunger Asiens auf Energie bis zum Jahre 2030 aber auch nicht befriedigen. "Asien verfügt über großes Potenzial für Erneuerbare wie Windenergie und gehört zu den weltweit führenden Produzenten von Solartechnologien", unterstreicht Joseph Zveglish, Chefökonom der Asian Development Bank (ADB). Er erläuterte vor der Auslandspressevereinigung API in Brüssel die Kapazitäten und Kompetenzen Asiens, seine Energiezukunft umzugestalten.

Grenzüberschreitende Energienetze gibt es in Asien kaum

Voraussetzung für eine nachhaltigere Energieinfrastruktur sei es, bis 2030 einen panasiatischen Energiemarkt aufzubauen. Asien könne hierbei von der EU lernen, grenzübergreifende Stromnetze zu schaffen. Smart Grids, als Voraussetzung für die Einspeisung von regenerativen Energien, stecken in vielen Regionen Asiens allerdings noch in den Kinderschuhen.

Der ADB-Outlook 2013 erwartet nach einer schwächelnden Konjunktur infolge der Wirtschaftskrise einen erneuten Aufschwung des Bruttosozialprodukts (BSP) von 6,6 % im Jahr 2013 und 6,7 % für 2014. Der Energiebedarf privater Haushalte und der Wirtschaft werde folglich von 2010 bis 2030 um 50 % bis 55 % ansteigen. Gleichzeitig werde sich der Bedarf an fossilen Kraftstoffen bis 2030 verdoppeln oder verdreifachen, so Zveglish.

70 % der Energie wird aus fossilen Quellen erzeugt

Derzeit hängt die asiatische Bevölkerung zu 70 % von fossilen Energieträgern ab. Wenn sich an den Energiestrukturen nichts grundlegend ändere, steige daher der Kohlendioxidausstoß Asiens bis 2025 auf 22 Mrd. t CO2 jährlich an, so Zveglish.

Der Anstieg des Anteils Asiens am Weltenergiebedarfs werde von rund 30 % in 2010 auf 51 % bis 56 % im Jahr 2035 ansteigen. Derzeit verbraucht Asien 55 % der weltweit geförderten Kohle und besitzt 15 % der Öl- und Gasreserven. Trotz zahlreicher Projekte mit erneuerbaren Energien und Kernkraftwerksplanungen halte der Zubau mit der tatsächlichen Energie-nachfrage bei Weitem nicht Schritt. Um die Bedarfslücke zu schließen, so der ADP-Outlook, sei damit zu rechnen, dass die Öleinfuhren von derzeit 11 Mio. bl/Tag auf 30 Mio. bl/Tag bis 2035 ansteigen.

"Ohne radikale Veränderungen im Energiemix in der asiatischen Region würde allein der Anstieg der Kohleverstromung um 81 % den CO2-Ausstoß von 2010 bis 2035 auf 20 Mrd. t/Jahr hochschnellen lassen", führt Jo Zveglish vor Augen. Das Potenzial für erneuerbare Energien in Asien ist groß, hängt jedoch von Investoren und politischen Vorgaben wie Einspeisetarifen und beschleunigtem Netzausbau ab.

Große Potentiale für Strom aus Wind, Sonne und Wasserkraft

Im letzten Jahrzehnt sei der Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion von nahezu null auf 82 GW Windkraft und 20 GW für Solarstrom angestiegen, so Steve Sawyer, Generalsekretär des Global Wind Energy Councils (GWEC). So verfügten zum Beispiel die Philippinen über ein riesiges Potenzial für Offshore-Windkapazitäten und zur Solarstromgewinnung.

Aber erst der Bau des projektierten "East-Asia Super Grid" von der Mongolei nach China und Korea sowie nach Wladiwostok über Russland könne das ganze Potenzial der erneuerbaren Energien wirklich erschließen helfen. Auch Wasserenergiepotenzial gibt es laut ADB-Report reichlich. Stand 2010 kann die Region 337 GW aus Wasserkraft erzeugen. Das Potenzial liegt bei etwa dem Vierfachen, nämlich 1700 GW.

"Asien will an den europäischen sauberen Energietechnologien partizipieren und von der Harmonisierung des EU-Energiemarktes lernen", sagt Zveglish, erteilt aber zugleich deutschen Szenarien vom Kernenergieausstieg Asiens nach Fukushima eine Abfuhr. Es gebe keine einheitliche Lösung, genauso wenig wie in der EU. Die Kernkraft abzuschalten, würde den CO2-Ausstoß in Asien von heute an bis 2035 um jährlich zwischen 8 % bis 13 % bis 2025 ansteigen lassen. Dies könne kaum die Lösung für Asiens Energiehunger sein.

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Von Thomas A. Friedrich | Präsentiert von VDI Logo
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