14.12.2016, 14:07 Uhr | 0 |

Kunst im Weltraum Ein Lachen wird als 3D-Druck ins All geschickt – Vielleicht sogar Ihres?

Der israelische Künstler Eyal Gever und die Nasa wollen ein menschliches Lachen auf die Reise in die unendlichen Weiten des Alls entlassen. Wer Lust hat, bei dem Projekt mitzumachen, kann sein Lachen per iOS-App aufnehmen und in eine 3D-Visualisierung umwandeln lassen. Das schönste Lachen wird auf der Raumstation ISS mit einem 3D-Drucker ausgedruckt und in den Weltraum geschickt.

Projekt #Laugh
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Projekt #Laugh: So sieht ein kunstvolles Lachen aus dem 3D-Drucker aus. Es könnte Ihr Lachen sein, dass demnächst als Skulptur durchs All schwebt – wenn Sie sich an dem Wettbewerb beteiligen.

Foto: Eyal Gever

Zu Beginn des neuen Jahres werden die Astronauten auf der Internationalen Raumstation eine ungewöhnliche Aufgabe erledigen. Dann wird der 3D-Drucker, den es seit zwei Jahren auf der ISS gibt, angeworfen und ein sehr spezielles Objekt gedruckt. Es ist die dreidimensionale Visualisierung eines menschlichen Lachens, Kicherns oder gar eines ausgewachsenen Lachanfalls – das ist bisher noch nicht entschieden.

Bis zum 31. Dezember kann jeder, der sein Lachen für weltraumtauglich hält, mitmachen. Das geht ganz einfach.

Made in Space baute ersten 3D-Drucker für Schwerelosigkeit

Um beim Projekt #Laugh dabei zu sein, lädt man sich die kostenlose gleichnamige App von Apple herunter und nimmt damit sein Lachen auf. Das Programm macht daraus eine 3D-Visualisierung, die je nach Art und Stärke des Lachens die unterschiedlichsten Formen annimmt, mit Zacken und Kratern, als Stern, Ring oder eher als kugelige Wolke. Nun muss man das visualisierte Ergebnis mit anderen teilen. Wer die meisten Shares und Retweets gesammelt hat, geht als lachender Gewinner aus dem ungewöhnlichen Wettbewerb hervor.

Die Idee für dieses schöne Projekt entwickelte sich vor etwa zwei Jahren, als das Unternehmen „Made in Space“ bei Künstler Eyal Gever anrief. Made in Space ist der Hersteller des ersten 3D-Druckers, der auch in Schwerelosigkeit funktioniert, was mit dem Druck einer Plakette im November 2014 an Bord der ISS bewiesen wurde. Nun ist das Drucken von Plaketten auf die Dauer eher langweilig und mit dem Druck einer bemannten Mondstation sind wir noch nicht ganz soweit. Hier kommt Eyal Gever ins Spiel, der dafür bekannt ist, dass er sich an der Schnittstelle zwischen Kunst und Technik bewegt.

Gever zeigt in seinen Skulpturen die Kräfte hinter den Formen

Gever arbeitet seit vielen Jahren an der Fusion zwischen Kunst und Technik und stellt seine Skulpturen und Installationen mit Hilfe des 3D-Druckers her. Dabei kommt ihm zugute, dass er auch Programmierer ist und deshalb seine eigene 3D-Animationssoftware entwickeln kann. Einem größeren Publikum wurde Eyal Gever mit seinen Katastrophen-Szenarios bekannt.

Ihn interessierten Erdbeben, Tsunamis, Zusammenstöße und Unfälle aller Art, bei denen große verformende Kräfte freigesetzt werden. Sieht man von den negativen Auswirkungen ab, die solche Katastrophen auf Menschen haben können, bleibt eine faszinierende Ästhetik. Diese zeigt Gever in seinen Skulpturen, wenn er etwa den Moment des Zusammenstoßes zweier Kräfte verewigt.

Ein Lachen repräsentiert die gesamte Menschheit

Für den Weltraum musste natürlich ein anderer 3D-gedruckter Inhalt gefunden werden. Schließlich soll das Objekt ins All entlassen werden und man weiß nicht, wem es irgendwann einmal begegnen könnte. Vielleicht, davon träumt Eyal Gever, könnten es sogar Wesen sein, die darin die mathematisch perfekte Darstellung menschlichen Lachens erkennen.

Die Wahl, das Lachen zu verwenden, ist sicherlich sinnvoll. Denn erstens ist das Lachen zumindest auf der Erde universal verständlich und repräsentiert deshalb die gesamte Menschheit und zweitens, sagt Gever, sei „das Lachen einfach die allerschönste Form des Menschen, sich auszudrücken“. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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