VW streicht 50.000 Stellen – Gewinn fast um die Hälfte eingebrochen
Volkswagen plant bis 2030 Zehntausende Stellenstreichungen. Der Gewinneinbruch 2025 belastet VW, Porsche und Audi.
VW kämpft mit Gewinneinbruch und plant bis 2030 Zehntausende Stellenstreichungen, darunter bei Porsche, Audi und der Kernmarke VW.
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Der VW-Konzern hat das Ziel bekräftigt, bis 2030 Zehntausende Jobs zu streichen. „In Summe sollen im Volkswagen Konzern bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen“, heißt es im Geschäftsbericht des Konzerns. Dieses Ziel hatte VW bereits Ende 2024 in Tarifeinigungen bei den einzelnen Marken genannt.
Allein bei der Kernmarke Volkswagen sollen 35.000 Stellen wegfallen. Bei Audi sind bis 2029 bis zu 7.500 Jobs betroffen, bei Porsche rund 3.900 inklusive Leiharbeitern. Der Abbau soll überwiegend über Altersteilzeit und Abfindungen erfolgen; betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.
Gewinneinbruch – um fast die Hälfte
Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im vergangenen Jahr stark gesunken – um fast die Hälfte. Nach Steuern fiel das Ergebnis 2025 von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro, ein Rückgang von rund 44 Prozent. Der Umsatz ging leicht um 0,8 Prozent auf knapp 322 Milliarden Euro zurück.
Im letzten Quartal lief es für VW allerdings besser als in den ersten neun Monaten. Im dritten Quartal hatte der Konzern noch über eine Milliarde Euro Verlust gemacht. Gründe dafür waren vor allem Kosten bei der Tochter Porsche durch die Umstellung auf Verbrennungsmotoren sowie hohe Belastungen durch US-Zölle.
„Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität“, zitiert die dpa den Finanzvorstand Arno Antlitz.
Ohne Sondereffekte und US-Zölle hätte Volkswagen 2025 ein operatives Ergebnis von 17,7 Milliarden Euro erreicht, was einer Marge von 5,5 Prozent entspricht. Laut Betriebsrat belastete allein Porsches Strategie-Schwenk die Bilanz mit fast 5 Milliarden Euro. US-Zölle kosteten den Konzern rund 3 Milliarden Euro.
Bei den Verkäufen blieb Volkswagen knapp unter neun Millionen Fahrzeugen: Weltweit wurden 8,98 Millionen Autos ausgeliefert, 0,5 Prozent weniger als im Vorjahr. In Europa stiegen die Zahlen leicht, Rückgänge in China und Nordamerika konnten dies jedoch nicht ausgleichen.
Porsche 2025 mit massiven Gewinnverlusten – VW-Konzern plant Erholung
Porsche erzielte 2025 im Autogeschäft nur noch 90 Millionen Euro operativen Gewinn – nach 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Kernmarke VW verbesserte sich leicht auf 2,61 Milliarden Euro, während Audi von 3,9 auf knapp 3,4 Milliarden Euro zurückfiel. Die aktive Belegschaft der VW-Kernmarke in Deutschland sank von rund 110.000 auf 102.000 Mitarbeitende.
Für 2026 plant der Konzern wieder höhere Gewinne: Die operative Marge soll auf 4,0 bis 5,5 % steigen (2025: 2,8 %). Beim Umsatz strebt VW ein Wachstum von null bis drei Prozent an.
Gewinneinbruch drückt Chefgehälter
Der Rückgang der Gewinne bei VW und Porsche wirkt sich auch auf das Gehalt von Konzernchef Oliver Blume aus. 2025 erhielt er inklusive Altersvorsorge und variabler Vergütung 7,4 Millionen Euro – rund drei Millionen weniger als im Vorjahr.
Am höchsten bezahlt wurde erneut Blumes Vorgänger Herbert Diess, der trotz Ausscheiden aus der Konzernspitze 9 Millionen Euro bekam. Grund für Blumes geringeres Gehalt war vor allem eine gekürzte Bonuszahlung bei VW und der Ausfall der variablen Vergütung bei Porsche. Seit Januar 2026 leitet Blume nur noch VW. (ili/dpa)
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