Konjunktur 29.01.2025, 15:30 Uhr

VDMA: Angespannte Lage im Maschinen- und Anlagenbau

Der Branchenverband VDMA stimmt auf einen moderaten Personalabbau im Maschinen- und Anlagebau ein. Andernorts wird hingegen investiert.

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Die Aussichten im Maschinen- und Anlagenbau haben sich in Teilen verschlechtert. Laut VDMA wird es in den kommenden Monaten zu einem moderaten Abbau von Stammbelegschaften kommen.

Foto: panthermedia.net / Uwe Moser

Jedes dritte Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau (35 %) bewertet seine aktuelle Lage als schlecht oder sehr schlecht. So lautet das zentrale Ergebnis der Umfrage, an der 1021 VDMA-Mitgliedsunternehmen im Januar teilnahmen. Etwa jedes fünfte Unternehmen (22 %) stuft die Lage hingegen als gut oder sehr gut ein. Ebenfalls etwa jedes fünfte befragte Maschinenbauunternehmen (22 %) rechnet damit, dass sich die Lage im nächsten halben Jahr bessert. Doch die Zahl der Skeptiker ist nach Auskunft des VDMA nach wie vor hoch: Mit 63 % der Nennungen erwarten fast zwei Drittel der Unternehmen eine gleichbleibende Situation. „Im Vergleich zum letzten Erhebungszeitpunkt vor drei Monaten hat sich die Stimmung in den Unternehmen kaum verändert. Unter dem Strich bewerten immer weniger Unternehmen die Lage als gut oder sehr gut. Der Standort Deutschland steht enorm unter Druck und überdies wird anderen Absatzregionen mehr Wachstum und damit Nachfrage nach Maschinenbauerzeugnissen zugetraut“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Kleine Lichtblicke bei den Geschäftsaussichten

Laut Umfrage gab es einzig bei den Geschäftsaussichten erste kleine Lichtblicke. Der Anteil der Unternehmen, die eine abermalige Verschlechterung der Lage in den nächsten sechs Monaten erwarten, ist auf 15 % zurückgegangen (Oktober 2024: 22 %). Und mit Ausnahme des Inlandsmarkts schauen die Umfrageteilnehmer laut VDMA etwas positiver auf die Geschäftsentwicklung in wichtigen Märkten, die USA eingeschlossen. Dennoch: „Nach einem für viele Maschinen- und Anlagenbauer eher mageren Jahr 2024 dürfte auch 2025 herausfordernd werden“, sagt Wiechers. Die nominalen Umsatzerwartungen der Unternehmen bestätigen dies. Fast jedes zweite Unternehmen (47 %) gibt in der Konjunkturumfrage an, eine nominale Umsatzsteigerung im laufenden Jahr zu erwarten, die meisten im Bereich von maximal 5 %. Weitere 33 % erwarten eine Stagnation ihrer Umsätze. „Die angespannte Auftragslage bleibt für viele Unternehmen das Kernproblem: 34 % der Unternehmen stufen die eigene Auftragssituation mit Blick auf die nächsten sechs Monate als großes oder sehr großes Risiko ein“, sagt Wiechers.

Jedes zweite Unternehmen will Investitionstätigkeit steigern

Die Unsicherheit spiegele sich auch in der Investitionstätigkeit der Unternehmen wider. Jedes zweite Unternehmen möchte laut VDMA die nominalen Investitionen im laufenden Jahr steigern, rund ein Drittel erwartet aber eine Stagnation. „In einem von hoher Unsicherheit geprägten Geschäftsumfeld agieren viele Unternehmen weiterhin zurückhaltend und halten sich mit Investitionen zurück. Das sinkende Zinsniveau dürfte im Jahresverlauf jedoch generell und damit auch im Maschinenbau für positive Impulse bei der Investitionstätigkeit sorgen. Es fragt sich nur, wo“, sagt Wiechers.

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Geschäft in Nordamerika floriert – Deutschland wird schlechter bewertet

Positiv sieht es insbesondere in Nordamerika aus. Etwa 42 % der Unternehmen stufen dort ihre aktuellen Absatzchancen trotz oder wegen der jüngsten politischen Entwicklungen als gut oder sogar sehr gut ein (Oktober 2024: 34 %). Nur 19 % empfinden sie als schlecht oder sehr schlecht. Auch bei den Aussichten für die nächsten sechs Monate sticht Nordamerika überwiegend positiv hervor: Rund 37 % erwarten, dass sich die Absatzchancen bessern (Oktober 2024: 31 %), 12 % sehen eine Verschlechterung in diesem Zeitraum. Deutlich skeptischer wird die Situation in Deutschland beurteilt. Mit 54 % empfindet mehr als die Hälfte der Unternehmen ihre Absatzchancen als schlecht oder sehr schlecht (Oktober 2024: 51 %). Lediglich 13 % erwarten, dass sich die Situation in den nächsten sechs Monaten bessert.

Beim Geschäft in China Erwartungen heruntergeschraubt

Etwas besser wird die Entwicklung für die restliche EU (ohne Deutschland) gesehen. 57 % stufen die aktuellen Absatzchancen als befriedigend ein, 29 % als schlecht oder sehr schlecht. Aber auch mit Blick auf China sind die Einschätzungen verhaltener. Die aktuellen Absatzchancen für China empfinden 42 % der Unternehmen als schlecht oder sehr schlecht und nur 19 % als gut oder sehr gut. 58 % erwarten eine gleichbleibende und 27 % eine Verbesserung der Situation in den nächsten sechs Monaten.

Leichter Personalabbau wahrscheinlich

Die anhaltend herausfordernde wirtschaftliche Lage und die mageren Aussichten führen laut VDMA dazu, dass sich rund ein Viertel der Unternehmen gezwungen sieht, personalpolitische Maßnahmen zu ergreifen und in den nächsten sechs Monaten Personal abzubauen. Nur 15 % der Befragten möchte die Stammbelegschaft ausweiten. Mit rund 60 % erwartet jedoch die Mehrheit der Unternehmen eine gleichbleibend große Stammbelegschaft. „Die Unternehmen kennen die demografische Situation und spüren den Fachkräftemangel. Sie werden versuchen, Entlassungen so weit wie möglich zu vermeiden. Dies erfolgt durch Abbau von Arbeitszeitkonten und Verzicht auf Zeitarbeiter. Ebenso werden ausscheidende Mitarbeitende nicht ersetzt sowie Kurzarbeit genutzt. Dennoch wird ein moderater Abbau der Stammbelegschaft in den nächsten Monaten unter dem Strich voraussichtlich nicht zu verhindern sein“, sagt Florian Scholl, Projektleiter der VDMA-Konjunkturerhebung und in der Volkswirtschaft und Statistik zuständig für die

Arbeitsmarktstatistik.

Ein Beitrag von:

  • Claudia Burger

    Claudia Burger ist Redakteurin im VDI Verlag. Besondere Expertise hat sie in den Bereichen Arbeitsmarkt, Karriere, Arbeitsrecht, Bildung und Gesellschaft. Im Karriere-Podcast „Prototyp“ spricht sie mit prominenten Gästen aus Wirtschaft, Forschung und Bildung über das, was die Arbeitswelt von Ingenieurinnen und Ingenieuren bewegt.

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