Merz will Lebensarbeitszeit statt Altersgrenze – Rente nach tatsächlicher Arbeitsdauer
Bundeskanzler Friedrich Merz fordert, dass künftig nicht das Rentenalter zählt, sondern wie lange jemand gearbeitet hat. Frühzeitiges Sparen und Reformen sollen die Rente sichern und Deutschland zukunftsfähig machen.
Für eine sichere Rente: Friedrich Merz ruft besonders junge Menschen dazu auf, früh mit dem Sparen zu beginnen.
Foto: picture alliance/dpa | Silas Stein
Früh sparen für die Rente: Lebensarbeitszeit im Fokus
Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hat insbesondere junge Menschen dazu aufgerufen, frühzeitig privat für das Alter vorzusorgen. Beim Wahlkampfabschluss der Christlich Demokratische Union Deutschlands in Ravensburg erklärte Merz: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Menschen früh genug beginnen, für ihr Alter auch zu sparen. Und dann sag bitte niemand: Das könnten wir ja nicht. Natürlich können wir das.“
Merz betonte, dass nicht das Renteneintrittsalter entscheidend sein sollte, sondern wie lange jemand tatsächlich gearbeitet hat. Wer frühzeitig mit kleinen Beträgen spare und nie unterbreche, könne sich eine sechsstellige Altersversorgung aufbauen. „Und wenn Sie mit 50 Euro im Monat anfangen, dann haben Sie eine sechsstellige Altersversorgung, wenn Sie dann mit 65, 68 in den Ruhestand gehen“, so Merz.
Reformen für Sozialsysteme: Wenig Zeit bleibt
Angesichts wachsender Ungeduld in der Wirtschaft kündigte Merz schnellere Reformen an. Nach einem Treffen mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft in München erklärte der Kanzler, dass die Sorgen der Unternehmen berechtigt seien: Hohe Arbeitskosten gefährdeten Arbeitsplätze, daher müssten diese gesenkt werden.
Die Bundesregierung setze vor allem auf Reformen der Sozialsysteme, um die hohen Sozialabgaben zu begrenzen. Merz machte deutlich, dass dafür nicht mehr viel Zeit bleibe: Die Reformen müssten noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden.
Bereits jetzt wurden Kommissionen eingesetzt, unter anderem zur Reform der Rente, um die Pläne umzusetzen.
Spitzenverbände warnen vor „Kipppunkt“
Merz wies darauf hin, dass die Konjunktur zwar langsam Fahrt aufnehme, dies aber überwiegend durch staatliche Impulse getragen werde – allein nicht ausreichend. Hinsichtlich eines möglichen Iran-Konflikts erklärte er, dass die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft begrenzt bleiben dürften, sofern der Konflikt zeitlich begrenzt sei.
In einer gemeinsamen Erklärung der Spitzenverbände hieß es, der Wirtschaftsstandort Deutschland stehe „unter Druck wie selten zuvor in der Nachkriegsgeschichte“. Besonders hohe Arbeitskosten, Energiepreise, Bürokratie und lange Genehmigungsverfahren setzten Unternehmen stark zu. Die Wirtschaft fordert deutlich mehr Mut zu Veränderungen: „2026 muss zum Jahr der Reformen werden“. (mit dpa)
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