Baumaschinenbranche 2026: Aufträge ziehen an, Sorgen bleiben
Infrastrukturinvestitionen helfen, doch Regulierung und Billigimporte bremsen die Baumaschinenbranche auch 2026.
Infrastrukturinvestitionen helfen, doch Regulierung und Billigimporte bremsen die Baumaschinenbranche auch 2026.
Foto: Smarterpix / ChrisVanLennepPhot
Der Blick auf die Zahlen der Baumaschinenbranche fällt gemischt aus. Einerseits zieht der Auftragseingang wieder an. Andererseits bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Von einer echten Erholung kann bislang keine Rede sein.
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Aufträge steigen, Umsatz tritt auf der Stelle
Zum Jahresende 2025 legte der Auftragseingang spürbar zu. Über das Gesamtjahr hinweg lagen die Bestellungen um 18 % über dem Vorjahr. Das ist ein klares Signal: Projekte werden wieder angestoßen, vor allem im öffentlichen Bau. Beim Umsatz zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Preisbereinigt verzeichnete die Branche 2025 ein Minus von 1 %. Damit blieb sie knapp unter dem Niveau von 2024.
Diese Diskrepanz ist erklärbar. Viele Aufträge laufen erst zeitverzögert in die Produktion und schlagen sich später in den Umsätzen nieder. Gleichzeitig belasten hohe Kosten für Energie, Material und Personal die Margen.
2026 bringt Wachstum – aber nur auf dem Papier
Für 2026 rechnen die Hersteller mit einem nominalen Umsatzplus von 5 %. Das klingt nach Aufschwung, relativiert sich jedoch schnell. Nach dem massiven Einbruch von 21 % im Jahr 2024 gegenüber 2023 handelt es sich eher um eine Stabilisierung als um einen Befreiungsschlag.
Bei der Jahresversammlung der VDMA-Fachgruppe Baumaschinen am 30. Januar 2026 in Frankfurt herrschte dennoch vorsichtiger Optimismus. Grund sind vor allem die angekündigten 500 Mrd. Euro an Infrastrukturinvestitionen, die den öffentlichen Bau beleben sollen. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit hoch. Politische Entscheidungen, volatile Märkte und internationale Handelskonflikte prägen den Ausblick.
Druck aus China und den USA wächst
Besonders kritisch sehen die Hersteller die Wettbewerbssituation. Überregulierung in Europa trifft auf einen Markt, der zunehmend von günstigen Importen aus China überschwemmt wird. Hintergrund sind erhebliche Überkapazitäten chinesischer Produzenten, die ihre Maschinen zu sehr niedrigen Preisen anbieten.
Hinzu kommt der Blick über den Atlantik. Die europäischen Baumaschinenexporte in die USA brachen 2025 um fast 30 % ein. Gründe sind eine schwer kalkulierbare US-Administration und deutlich ausgeweitete Stahlzölle. Für viele Unternehmen fällt damit ein wichtiger Absatzmarkt teilweise weg.
Franz-Josef Paus, Vorsitzender der Fachgruppe Baumaschinen, bringt die Lage auf den Punkt:
„Wir können es nicht oft genug betonen: Der Regulierungsdschungel ist für unsere Branche nicht mehr tragbar. Nach dem Rückgang der Exporte in die USA ist Europa unser wichtigster Markt. Doch während wir auf der einen Seite mit überbordender Bürokratie konfrontiert sind, gelangen auf der anderen Seite frei und unkontrolliert Importe aus China auf den Markt. Diese Ungleichbehandlung benachteiligt uns massiv.“
Investieren trotz knapper Spielräume
Auch Joachim Strobel, Vorsitzender des Fachverbandes Baumaschinen und Baustoffanlagen, mahnt zur Realität: „Es ist erfreulich, dass wir das konjunkturelle Tal durchschritten haben und der Auftragseingang anzieht. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die schwache Ertragslage wenig Spielraum für notwendige Investitionen lässt. Trotzdem bekennen wir uns zum Standort Europa und übernehmen Verantwortung. Das fordern wir auch von der Politik mit dem Appell, die anstehenden Strukturprobleme endlich zu lösen.“
Unterm Strich bleibt festzuhalten: Die Branche lebt von Hoffnung und vollen Auftragsbüchern, kämpft aber weiter mit strukturellen Problemen. 2026 dürfte ein Jahr der Übergänge werden – nicht mehr Krise, aber noch lange keine Normalität.
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