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VW-Ingenieure im Visier der US-Justiz wegen Verdacht auf Insiderhandel

27. Juli 2026

VW-Zeichen eines Autohändlers auf abblätternder Farbe an einer Wand, Symbolfoto VW-Krise, Fotomontage Foto picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde
Vertrauliche Informationen mit Folgen: Zwei Volkswagen-Ingenieure stehen in den USA wegen mutmaßlichen Insiderhandels im Zusammenhang mit dem Rivian-Deal im Fokus der Ermittler. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Christian Ohde
Zwei VW-Ingenieure stehen in den USA unter Insiderhandelsverdacht. Sie sollen vertrauliche Infos zum Rivian-Deal für Aktiengewinne genutzt haben.
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Aktien- und Optionskäufe kurz vor der Bekanntgabe einer milliardenschweren Kooperation: Zwei Ingenieure aus dem Volkswagen-Konzern sind in den USA wegen mutmaßlichen Insiderhandels angeklagt worden. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft nutzten sie vertrauliche Informationen über das geplante Joint Venture zwischen Volkswagen und Rivian und erzielten damit zusammen mehr als 300.000 Dollar Gewinn.

Inhaltsverzeichnis

Das US-Justizministerium hat die beiden Beschäftigten wegen mutmaßlichen Wertpapierbetrugs angeklagt. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Vorwurf, dass die Ingenieure nicht öffentliche Informationen über die geplante Kooperation kannten und dieses Wissen für Investments in Rivian-Aktien und Optionen nutzten.

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Informationen für eigene Börsengeschäfte verwendet

Laut Anklageschrift sollen die beiden Männer ab April beziehungsweise Mai 2024 begonnen haben, Wertpapiere des US-Elektroautoherstellers zu kaufen. Zu diesem Zeitpunkt sollen sie bereits von den laufenden Gesprächen zwischen Volkswagen und Rivian über ein gemeinsames Unternehmen gewusst haben.

Nach Informationen des SPIEGEL waren die beiden Ingenieure zuvor bei der Volkswagen-Tochter Audi tätig, unter anderem als technische Assistenten von Mitgliedern des Audi-Vorstands. Später arbeiteten sie im Rahmen einer zeitweisen Entsendung aus Deutschland in den USA.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, ihre berufliche Stellung genutzt zu haben, um an vertrauliche Informationen über die Verhandlungen zwischen Volkswagen und Rivian zu gelangen. Trotz ihrer Verpflichtung zur Verschwiegenheit sollen sie diese Informationen für eigene Börsengeschäfte verwendet haben.

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Rivian-Kurs steigt am nächsten Handelstag um 23 %

Am 25. Juni 2024 machten Volkswagen und Rivian ihre strategische Partnerschaft öffentlich. Im Rahmen des Joint Ventures wollen beide Unternehmen bei Software und Elektrotechnik zusammenarbeiten. Einen Tag nach der Bekanntgabe legte die Rivian-Aktie um rund 23 % zu.

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Nach dem Kursanstieg sollen die beiden Beschuldigten ihre Beteiligungen verkauft haben. Laut US-Ermittlern erzielte einer der Ingenieure dabei rund 250.000 Dollar Gewinn, der andere mindestens etwa 50.000 Dollar. Zusätzlich soll ein naher Familienangehöriger eines der Beteiligten rund 12.000 Dollar verdient haben.

US-Staatsanwalt Jay Clayton sieht in dem Fall einen Angriff auf die Integrität der Finanzmärkte:

„Wenn Menschen vertrauliche Informationen für ihren eigenen finanziellen Vorteil missbrauchen, untergraben sie die Grundprinzipien, die einen fairen und effizienten Kapitalmarkt ermöglichen. Insiderhandel ist ein Verbrechen, dessen Verfolgung die Öffentlichkeit erwartet. Die Auswirkungen reichen weit über den Einzelfall hinaus: Sie schädigen normale Anleger und untergraben das Vertrauen in die Finanzmärkte. Die heutige Anklage unterstreicht das Engagement dieser Behörde und unserer Partner in der Strafverfolgung, die Integrität unserer Märkte zu schützen und diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die gegen das Gesetz verstoßen.“

Google-Suche nach Verjährungsfrist acht Tage vor dem Deal

Die US-Behörden gehen davon aus, dass den Beteiligten die mögliche Rechtswidrigkeit ihres Handelns bewusst gewesen sein könnte. Nach Angaben der Ermittler soll einer der Beschuldigten kurz vor der öffentlichen Bekanntgabe des Joint Ventures nach der „Verjährungsfrist für Insiderhandel“ gesucht haben.

Auch ein Angehöriger eines der Männer soll nach Veröffentlichung der Kooperation auf Deutsch recherchiert haben, wie Insiderhandel strafrechtlich verfolgt wird. Die Staatsanwaltschaft wertet diese Suchanfragen als mögliche Hinweise darauf, dass die Beteiligten die rechtlichen Risiken kannten.

Hohe Strafen bei Verurteilung möglich

Den beiden ehemaligen Volkswagen-Mitarbeitern werden unter anderem Verschwörung zum Wertpapierbetrug und Wertpapierbetrug vorgeworfen. Je nach Anklagepunkt drohen im Falle einer Verurteilung hohe Freiheitsstrafen.

Für die Verschwörung zum Wertpapierbetrug sieht das US-Recht eine Höchststrafe von bis zu fünf Jahren Haft vor. Weitere Anklagepunkte wegen Wertpapierbetrugs können mit bis zu 20 beziehungsweise 25 Jahren Gefängnis geahndet werden.

Die genannten Strafrahmen stellen lediglich die gesetzlichen Höchstgrenzen dar. Über eine tatsächliche Strafe würde im Falle einer Verurteilung ein Gericht entscheiden. Die Ermittlungen führt die US-Staatsanwaltschaft für Wertpapier- und Rohstoffbetrug gemeinsam mit dem FBI und der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC).



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