Sand-Abbau 13.07.2013, 12:00 Uhr

„Wir zerstören Strände“

Sand ist endlich. Derzeit gefährden die Menschen durch rabiaten Sand-Abbau Strände weltweit. Der britische Geologe und Autor Michael Welland warnt vor den Folgen.

Durch rabiaten Sand-Abbau sind Strände weltweit gefährdet. Der britische Geologe und Autor Michael Welland warnt vor den Folgen.

Durch rabiaten Sand-Abbau sind Strände weltweit gefährdet. Der britische Geologe und Autor Michael Welland warnt vor den Folgen.

Foto: dpa/Maurizio Gambarini

VDI nachrichten: Herr Welland, Sand ist so selbstverständlich, dass niemand ihn für einen seltenen Rohstoff hält. Sie glauben das Gegenteil. Warum?

Welland: Ich habe versucht, in meinem Buch klar zu machen, dass der Sandvorrat in der Welt nicht unendlich ist. Wenn wir an unseren Planeten denken, halten wir Sand für selbstverständlich. Aber es gibt viele Orte in der Welt, in denen wir durch schlechte Nutzung und Raubbau Probleme verursachen. Dabei brauchen wir Sand!

Wofür wird Sand gebraucht?

Zunächst einmal ist er in Beton, der zu zwei Dritteln aus Sand besteht. Aber Sand ist auch wichtig für die Herstellung von Glas. Eisenhaltiger Sand enthält sogar Titan. Und Silikon-Chips, wie sie heute in Telefonen oder Computern verwendet werden, werden nicht nur aus Quarz, sondern auch aus Sand hergestellt. Sand ist ein Rohstoff mit einer überraschend breiten Anwendung.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Landeshauptstadt Hannover-Firmenlogo
Ingenieur*in - Versorgungstechnik oder Energie- und Gebäudetechnik Landeshauptstadt Hannover
Hannover Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) für Versorgungstechnik - Rechenzentrumsbau noris network AG
Nürnberg Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in / Projektmanager*in (m/w/d) in der Steuerung von Großprojekten im Bereich Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (gn) für Kanal- und Entwässerungsplanung Stadtwerke Essen AG
Stadt Offenburg-Firmenlogo
Vermessungsingenieur*in Baulandbereitstellung Fachbereich Bauservice, Abteilung Flächenmanagement Stadt Offenburg
Offenburg Zum Job 
Berliner Stadtreinigung (BSR)-Firmenlogo
Betriebsleiter:in Biogasanlage (w/m/d) Berliner Stadtreinigung (BSR)
Berlin-Ruhleben Zum Job 
swa Netze GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Einspeiseanlagen mit Führungsperspektive swa Netze GmbH
Augsburg Zum Job 
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)-Firmenlogo
Leiterin / Leiter Projektträgerschaft "Projektgeförderte Endlagerforschung" (w/m/d) Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Eggenstein-Leopoldshafen Zum Job 
Freie Universität Berlin-Firmenlogo
Technische*r Oberregierungsrat*rätin (m/w/d) oder Ingenieur*in (m/w/d) im technischen Anlagenbetrieb als Referatsleitung für Betriebstechnik und die bauliche Unterhaltung Freie Universität Berlin
Berlin-Wilmersdorf Zum Job 
Rolls-Royce-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Rolls-Royce
Friedrichshafen Zum Job 
TenneT TSO GmbH-Firmenlogo
Sachbearbeiter für Wandler in Umspannwerken (m/w/d) TenneT TSO GmbH
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 
European Energy A/S-Firmenlogo
Grid Connection Specialist - Wind / PV (m/w/d) European Energy A/S
Markkleeberg bei Leipzig Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Straßenplanung und -entwurf / Immissionsschutz (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Regensburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Stoffstrom- und Abfallmanagement für die Außenstelle München-Maisach Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern
München-Maisach Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern-Firmenlogo
Sachbearbeiter Wassertechnik - Gewässerschutzbeauftragter (m/w/d) in der Außenstelle Maisach Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern
Maisach Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern-Firmenlogo
Umweltingenieur / Umwelttechniker als Ingenieur Abfallmanagement im Betrieb für die Außenstelle München-Maisach (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Südbayern
Maisach Zum Job 
Daldrop + Dr.Ing.Huber GmbH + Co. KG-Firmenlogo
Projektleiter TGA (m/w/d) Reinraumtechnik Daldrop + Dr.Ing.Huber GmbH + Co. KG
Neckartailfingen Zum Job 
KANZAN Spezialpapiere GmbH-Firmenlogo
Technische Projektplaner (m/w/d) in der Papierindustrie KANZAN Spezialpapiere GmbH
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Energieinfrastruktur und Bauprojekte - Planung und Realisierung - Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 

Was passiert, wenn Sand wild abgebaut wird?

Das hängt davon ab, wo er entnommen wird. Sowohl Flüsse als auch die Küste sind komplizierte Einheiten. Sand ist eines der dynamischsten Materialien des Planeten. An einem Strand gibt es ein Gleichgewicht von Sand, der hinein- und hinausgespült wird. Sobald wir Sand entnehmen, wird dieses Gleichgewicht gestört. Wenn wir zu viel entnehmen, entsteht ein Ungleichgewicht. Stürme können Strände auf natürliche Weise zerstören. Der Mensch kann das beispielsweise durch küstennahes Bauen. Sehen Sie sich nur die Auswirkungen des US-Sturms „Sandy“ an: Menschen hatten zuvor Dünen entfernt und so dem Strand seine natürliche Verteidigung genommen, nur um näher am Wasser bauen zu können. Aber auch die Entnahme von Sand am Strand oder im Meer stört das Gleichgewicht. Das ist in Dubai geschehen, wo Sand aus dem Golf gepumpt wurde – mit schlimmen Folgen für das Leben am Meeresboden. Wir zerstören Strände, wenn das passiert.

Wie lässt sich Sand ersetzen?

Den Sand, den wir im Beton nutzen, können wir nur zu einem gewissen Teil ersetzen und zwar durch recycelten Beton. Das sollten wir öfter tun. Wir können Steine zerkleinern und so künstlich Sand herstellen. Aber das braucht viel Energie. Wüstensand lässt sich übrigens nicht für Beton nutzen. Dubai importiert deshalb heute noch Sand aus Australien. Vor Kurzem hat mich ein Deutscher kontaktiert. Er berichtete mir von einem patentierten Projekt, bei dem Flugasche und Hüttensand die Nutzung von Wüstensand in Beton erlauben. So seien in Kuwait Straßen erfolgreich gebaut worden.

Was passiert, wenn Sand weiter weltweit wie bisher abgebaut wird?

Es hat Millionen Jahre gedauert, bis aus Felsen und Bergen Sand wurde, der in die Flüsse und ans Meer gelangte. Wenn wir so weitermachen, sind die Strände in Gefahr – nicht nur in tropischen Paradiesen, sondern auch in Europa. Und auch die Lebensgrundlage der Menschen. 2005 gab es in Italien Probleme mit dem Strand von Ostia bei Rom, weil der In-Strand Capocotta einen Ort weiter Barrieren vor die Küste gebaut hatte, um sich zu schützen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die italienische Regierung 26 Mio. € eingeplant, um 350 000 m3 Auffüll-Sand an 400 km Strand zu bringen. Wenn man aber Sand mit einer falschen Körnergröße nimmt, spült die Natur ihn sofort wieder ins Meer. Das haben Millionen-Dollar-Projekte vor der US-Küste gezeigt.

 

 

Ein Beitrag von:

  • Cordelia Chaton

    Cordelia Chaton hat einen Master in Business Administration und war Redakteurin für Wirtschaft und Politik u.a. beim Handelsblatt und der Wirtschaftswoche. Sie schreibt vor allem über Management- und Karrierethemen.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.