Strom im Sonnenschatten 16.02.2026, 09:27 Uhr

Start-up entwickelt Radioisotop-Generator für Mond und Militär

Deep Space Energy entwickelt nukleare Notstromquelle für Mondmissionen und Militärsatelliten – fünfmal weniger Material als klassische RTGs.

Alternative zu Solarzellen: ESA unterstützt Entwicklung eines effizienten Radioisotop-Generators für Orbit und Mond.

Alternative zu Solarzellen: ESA unterstützt Entwicklung eines effizienten Radioisotop-Generators für Orbit und Mond.

Foto: NASA/JSC/Alberto Bertolin, Bradley Reynolds

Das lettische Unternehmen Deep Space Energy will redundante Energiequelle für militärische Satelliten und Mondmissionen im Sonnenschatten entwickeln. Die erste Finanzierungsrunde ist nun abgeschlossen. Zu den Geldgebern gehört auch die Esa.

Das lettische Start-up Deep Space Energy hat 930.000 € für die Entwicklung von Radioisotop-Generatoren eingesammelt und damit seine Pre-Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Darunter versteht man in der Welt der Start-ups das erste frühe Wagniskapital, das häufig für den Prototypenbau verwendet wird.

Mehr als die Hälfte des Gelds, 580.000 €, kommen von der europäischen Weltraumagentur Esa, der lettischen Regierung und dem Nator.Accelerator-Programm Diana. Darunter befinden sich laut Deep Space Energy auch erste Aufträge. Das Geld soll genutzt werden, um Frühversionen eines kommerziell tragfähigen Radioisotop-Generator zu entwickeln.

Redundante Energieversorgung für Mondmission und Militärsatelliten

Deep Space Energy zufolge könnte der Generator zum Beispiel für besonders wichtige Militärsatelliten in höheren Orbits eine redundante Energieversorgung bieten. Darunter fallen zum Beispiel SAR-Satelliten (synthetic aperture radar), mit denen sich Truppenbewegungen feststellen und herannahende Raketen detektieren lassen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur / Konstrukteur (m/w/d) - Zielstellen und Sortiertechnik Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
PTV Transport Consult GmbH-Firmenlogo
Projektleiter*in Verkehrsplanung & Verkehrstechnik (m/w/d) PTV Transport Consult GmbH
Düsseldorf Zum Job 
VINCORION Advanced Systems GmbH-Firmenlogo
Senior Manager System Engineering Power Systems (all genders) VINCORION Advanced Systems GmbH
Altenstadt Zum Job 
Landesamt für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau im Geschäftsbereich 3 "Erhaltung, Kompetenzzentrum Brücken" Landesamt für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
RSE+ Architekten Ingenieure GmbH-Firmenlogo
Bauleiter Hochbau, Baumanagement - LPH 6-9, Industrie & Gewerbe (m/w/d) RSE+ Architekten Ingenieure GmbH
Stuttgart, Kassel, Göttingen Zum Job 
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Grün (m/w/d) Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Planungsingenieur in den Bereichen Gas und Wasser (m/w/d) Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Flughafen München GmbH-Firmenlogo
Leiter Elektrotechnik / Stromnetzprojekte (w/m/d) Flughafen München GmbH
Oberding Zum Job 
Intego GmbH-Firmenlogo
Servicetechniker / Field Service Engineer (m/w/d) - Einsatz in Kalifornien (USA) Intego GmbH
Erlangen Zum Job 
PohlCon GmbH-Firmenlogo
Anwendungsingenieur (m/w/d) PohlCon GmbH
Sumitomo Rubber Europe GmbH-Firmenlogo
Ingenieur FEA (m/w/d) Reifensimulation in Hanau Sumitomo Rubber Europe GmbH
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Bau (m/w/d) wpd infrastruktur GmbH
Universität zu Köln-Firmenlogo
Bauingenieur*in oder Architekt*in (w/m/d) mit Vertiefung im Baubetrieb bzw. Projektmanagement Universität zu Köln
wpd infrastruktur GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Elektroingenieur (m/w/d) für nationale Wind- und Solarenergieprojekte wpd infrastruktur GmbH
wpd construction GmbH-Firmenlogo
Erfahrener Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d) wpd construction GmbH
Bietigheim-Bissingen Zum Job 
Universität zu Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) für Energiemanagement, Nachhaltigkeit und technische Gebäudeentwicklung Universität zu Köln
BS+P INGENIEURE-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) für Statik und Tragwerksplanung BS+P INGENIEURE
Stuttgart Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Städtische Hochbauprojekte GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)-Firmenlogo
Ingenieur oder Techniker (m/w/d) HKLS im Bundesbau Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG-Firmenlogo
CAD-Konstrukteur (m/w/d) Boyd Weiler GmbH & Co. KG
Weiler-Simmerberg Zum Job 

Weitere denkbare Einsatzfelder seien Explorationsmissionen im interplanetaren Raum und Mondmissionen, bei denen die Stationen häufig im Sonnenschatten liegen. RTALIG ist eine Alternative zu den weit verbreiteten Solarpanelen. Deep Space Energy betont, dass es sich nicht um ein Waffensystem handelt.

Weniger Radioisotopen-Material benötigt

Der Generator, den Deep Space Energy entwickeln will, nutzt Radioisotopen, die aus nuklearem Abfall gewonnen werden. Indem diese zerfallen, wird Wärme frei; der Generator wandelt diese in Elektrizität um. „Der Generator lässt sich als dynamischer Stirling-Konverter mit thermo-akustischem Motor beschreiben“, schreibt Mihails Ščepanskis, Firmengründer und CEO, auf Anfrage von VDI nachrichten.

Der thermo-akustische Motor übersetze Wärme in Druckschwingungen in einem Gas. Ein lineares Induktionssystem werde dadurch angeregt und erzeuge einen Wechselstrom. „Klassischerweise werden in vergleichbaren System zwei Kolben verbaut. Unser RTALIG-Generator (Radioisotope Thermo-Acoustic Linear Induction Generator, Anm. d. Red.) nutzt nur einen – weniger Verschleißteile und mehr Verlässlichkeit“, schreibt Ščepanskis.

Das System kommt laut Deep Space Energy mit einem Fünftel des Radioisotopen-Materials klassischer thermo-elektrischer Generatoren aus, wie sie heute im Weltraum genutzt werden. Konkret würden 2 kg Americium-241 benötigt, um zum Beispiel einen Mondrover mit 50 W zu versorgen. Americium-241 ist weltweit nur in geringen Mengen verfügbar. Deep Space Energy geht deshalb davon aus, dass sich durch sparsameren Einsatz Mondprogramme substanziell beschleunigen und hochskalieren lassen. Erste Validierungen im Labor sind nach Unternehmensangaben bereits erfolgt.

Siebenköpfiges Team

Derzeit hat Deep Space Energy sieben Angestellte. Teil des Teams ist der Chefwissenschaftler Jānis Priede, laut CEO Ščepanskis der „weltweit führende Wissenschaftler der Disziplinen Elektromagnetismus und Magnetohydrodynamik“. Beide haben am Physikinstitut der Universität Lettlands gearbeitet, deren Dynamo-Experiment bewies, dass sich der Magnetismus der Erde aus einem Dynamo im Erdinnern speist.

Ein Beitrag von:

  • Iestyn Hartbrich

    Iestyn Hartbrich ist Ingenieur und Journalist mit den Schwerpunkten Werkstoffe, Stahlindustrie, Raumfahrt und Luftfahrt.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.