Internet Störung in Deutschland: Was hinter dem Ausfall steckt
In der Nacht auf Mittwoch (06. Mai) kam es zu einer massiven Störung bei zahlreichen Websites mit der Domainendung „.de“. Betroffen war unter anderem auch ingenieur.de. Ursache war nach Angaben der Registrierungsstelle Denic eine Störung im DNS Dienst zur Auflösung von Domainnamen.
Eine Störung bei Denic sorgte dafür, dass zahlreiche .de Webseiten zeitweise nicht erreichbar waren.
Foto: picture alliance / Sipa USA | PRESSCOV/Michael Kuenne
Viele Nutzer bemerkten am späten Dienstagabend, dem 5. Mai 2026, zunächst Probleme beim Aufruf einzelner Webseiten und Apps. Statt der gewohnten Inhalte erschienen Fehlermeldungen wie „Server nicht gefunden“ oder „DNS Probe Failed“. Hintergrund war jedoch kein klassischer Serverausfall, sondern eine Störung tief in der technischen Infrastruktur des Internets.
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Gründe für die Störung noch unbekannt
Die Denic mit Sitz in Frankfurt verwaltet sämtliche .de‑Domains und betreibt dafür die zentrale DNS‑Infrastruktur, die Domainnamen in IP‑Adressen übersetzt. DNS‑Dienste funktionieren wie ein Adressbuch des Netzes: Sie sorgen dafür, dass Websites über die Eingabe einer Web‑Adresse im Browser überhaupt gefunden werden. Fällt dieser Dienst aus oder liefert fehlerhafte Antworten, können Browser die Zielserver nicht mehr erreichen
Am späten Dienstagabend verwies die Registrierungsstelle auf eine Störung in ihrem DNS-Service zur Auflösung von Domainnamen. Denice zufolge gab es Probleme beim Aufrufen von Internetseiten, die mit dem Sicherheitsmechanismus DNSSEC geschützt sind. Das Problem wurde nach einigen Stunden behoben: „Die Störung ist inzwischen behoben und alle Systeme laufen wieder stabil“, erklärte die Registrierungsstelle in einer Pressemitteilung. Die genaue Ursache wird derzeit noch analysiert und soll zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt werden.
Was ist DNS und was macht DNSSEC?
Das Domain Name System (DNS) ist das „Telefonbuch des Internets“: Es wandelt leicht merkbare Adressen wie „ingenieur.de“ in numerische IP‑Adressen um, unter denen Server tatsächlich erreichbar sind. Ohne dieses System müssten Nutzer für jede Website die zugehörige IP‑Adresse kennen.
DNSSEC („Domain Name System Security Extensions“) ist eine zusätzliche Sicherheitsfunktion für das Internetadressbuch DNS. Sie sorgt dafür, dass Nutzer wirklich auf der richtigen Website landen und keine manipulierten Daten erhalten. Dafür werden die Informationen digital signiert, ähnlich wie bei einem elektronischen Siegel. So können Internetanbieter und Browser prüfen, ob die Antwort tatsächlich von der echten Domain stammt. Das soll verhindern, dass Kriminelle Nutzer heimlich auf gefälschte Webseiten umleiten.
DNSSEC erhöht die Sicherheit deutlich, macht die Infrastruktur aber zugleich komplexer. Bereits kleine Fehler in der Signaturkette oder bei Schlüsseln können dazu führen, dass Browser oder Resolver eine Domain komplett ablehnen.
Genau das scheint bei vielen betroffenen .de Domains passiert zu sein.
Darum war Ingenieur.de offline und vdi-nachrichten.com online
Dass ingenieur.de zeitweise nicht erreichbar war, lag vermutlich nicht an ausgefallenen Servern, sondern an Problemen bei der digitalen Wegbeschreibung im Internet. Die Domain nutzt die deutsche Endung „.de“ und war damit direkt von der Störung in der Infrastruktur der Denic betroffen.
Anders bei vdi-nachrichten.com: Die Seite verwendet die internationale Domainendung „.com“ und läuft damit über eine andere, weltweit organisierte DNS Infrastruktur außerhalb der Denic. Deshalb blieb die Seite trotz der Probleme im deutschen .de Netz weiterhin erreichbar.
Kritische Infrastruktur des Internets bleibt verwundbar
Der Vorfall zeigt erneut, wie empfindlich zentrale Internetdienste bleiben. DNS gilt als grundlegende Infrastruktur des Netzes. Bereits kleine Konfigurationsfehler oder Softwareprobleme können Millionen Websites betreffen.
Ähnliche Ausfälle gab es in den vergangenen Jahren bereits mehrfach, unter anderem bei Cloudflare, Akamai oder Dyn. Teilweise waren damals weltweit große Plattformen betroffen.
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