Bitcoin Prognose: Ein Jahr nach Trumps Versprechen – wie sieht die Krypto-Realität 2026 aus?
Trump wollte die USA zur Krypto-Superpower machen. Ein Jahr später zeigt sich: Regulierung bremst. Wie realistisch ist die Bitcoin-Prognose 2026?
Bitcoin stagniert, Gold explodiert: Was ist vom Trump-Effekt übrig? CLARITY Act, Bitcoin-Reserve und die Prognosen für 2026 im Überblick.
Foto: PantherMedia / andregric
Die Vereinigten Staaten sollten zur „Bitcoin-Superpower“ werden, gar zur „Krypto-Hauptstadt der Welt“ – mittendrin: US-Präsident Donald Trump. Jetzt, ein Jahr nach seinem Amtsantritt am 20. Januar 2025, zeigt sich: Ganz so einfach geht es nicht. Und vor allem nicht schnell. Wie sieht die Krypto-Realität 2026 aus – und was bedeutet das für die Bitcoin Prognose?
Bitcoin: Banken warten auf den Startschuss
Gold explodiert über 5.500 Dollar – Bitcoin (BTC) hingegen fällt, notiert aktuell bei 87.800 Dollar: weit entfernt von euphorischen Prognosen, weit entfernt vom jüngsten Allzeithoch von 126.198 Dollar. Zur Einordnung: Die gesamte Marktkapitalisierung von Bitcoin liegt derzeit bei rund 1,75 Billionen Dollar. Gold hingegen hat gerade genau 1,75 Billionen Dollar hinzugewonnen – und das an nur einem einzigen Handelstag! Der „Trump-Effekt“ – verpufft.
Oder doch nicht? Mit was sollten Anleger 2026 rechnen? Sicher ist: Trump und Co. halten an ihren ambitionierten Plänen fest. Erst vergangene Woche auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bekräftigte der 78-Jährige seine Vision erneut: Man werde dafür sorgen, dass Amerika „die Krypto-Hauptstadt der Welt“ bleibe, „um Innovationen und Sparpotenziale freizusetzen“. Der GENIUS Act für Stablecoins sei bereits unterzeichnet, bald würden weitere folgen.
Insbesondere im Fokus: das Marktstrukturgesetz, der sogenannte CLARITY Act. Trumps Krypto-Berater David Sacks beispielsweise sieht hier einen der mächtigsten Katalysatoren überhaupt. Die Vision: US-Banken sollen endlich vollständig im Krypto-Geschäft mitmischen dürfen – ein Paradigmenwechsel, der die Branche tatsächlich revolutionieren könnte. Sacks betont: Kreditinstitute würden mit dem CLARITY Act „voll in die Krypto-Industrie einsteigen“. Doch warum ist das so? Was macht den CLARITY Act so wichtig?
Prognose: Sorgt der CLARITY Act für Milliarden-Zuflüsse?
Einfach formuliert: Er beendet das jahrelange Zuständigkeits-Chaos zwischen den Behörden SEC und CFTC, soll für klare Regeln sorgen. Börsen, Broker und Verwahrer bekämen definierte Registrierungswege – es gäbe keine rechtliche Grauzone mehr. Für digitale Assets wäre das bullish, weil traditionelle Finanzinstitute damit endlich rechtssicher in den Krypto-Markt einsteigen könnten.
US-Banken warten seit Jahren auf genau diese Klarheit. Das Senate Banking Committee und das Agriculture Committee arbeiten derzeit an ihren Versionen des Gesetzes, auch die große US-Kryptobörse Coinbase hilft. In den kommenden Wochen soll es weitergehen. Neben diesen regulatorischen Fortschritten tut sich auch was beim Thema Bitcoin-Reserve. Die startete im März 2025 mit etwa 200.000 beschlagnahmten Bitcoin im Wert von damals 17 Milliarden Dollar.
Jetzt wartet sie auf den eigentlichen Game-Changer: den BITCOIN Act von Senatorin Cynthia Lummis. Der Plan: Kauf von einer Million Bitcoin über fünf Jahre – finanziert durch Gewinnausschüttungen der US-Notenbank und Neubewertung der Gold-Zertifikate. Insider sehen eine Chance von 50 bis 60%, dass der BITCOIN Act noch dieses Jahr verabschiedet wird. Die Krux: Lummis kandidiert 2027 nicht mehr – der Zeitdruck steigt. Wird der ambitionierte Plan Realität oder versandet er im politischen Tagesgeschäft?
„49 Mio. pro BTC“: Bullishe Bitcoin Prognose von Michael Saylor
Derweil unbeirrt optimistisch gibt sich Bitcoin-Megabulle Michael Saylor. Seine Firma Strategy hält mittlerweile mehr als 712.647 BTC, legt kontinuierlich nach. „Überlege, mehr Bitcoin zu kaufen“, schreibt er seinen mehr als 4,8 Millionen Followern auf X erst letzte Woche, nachdem sich der Kurs erneut zurückgezogen hat. Saylor nimmt damit eine Art Leuchtturm-Funktion für den Markt ein: Während viele Investoren in Phasen fallender Kurse nervös werden und Positionen abbauen, kauft der US-Unternehmer demonstrativ nach.
Sein Signal: langfristige Überzeugung schlägt kurzfristige Volatilität. Und wenn einer überzeugt scheint, dann Saylor – sein sogenannter Base Case: 13 Millionen Dollar pro Bitcoin bis 2045. Im Bear Case rechnet er immerhin noch mit 3 Millionen Dollar pro Bitcoin, während Bitcoin im Bull Case – in seinen eigenen Worten – bis zu 49 Millionen Dollar erreichen kann. Ob die zuversichtliche Bitcoin Prognose Realität wird, bleibt offen. Doch unabhängig davon steht fest: Kaum ein anderer Akteur verkörpert den langfristigen Bitcoin-Investment-Case so konsequent wie Michael Saylor – und kaum jemand prägt die Marktpsychologie stärker.
Krypto-Revolution 2026: erstmal auf Standby
Hinzu kommt: Der Multi-Milliardär (5,1 Mrd. Dollar) ist mit seiner bullishen Haltung nicht allein – wenngleich die Bitcoin Prognosen 2026 weit auseinandergehen. Die Internationale Großbank Standard Chartered beispielsweise rechnet mit 150.000 Dollar, die US-Investment-Berater von Fundstrat sogar mit 250.000 Dollar. Bloombergs Top-Analyst Mike McGlone warnt zwar vor einem Absturz auf 50.000 Dollar. Aber: Die Mehrheit der Experten geht selbst in diesem Fall davon aus, dass sich die Kurse wieder erholen werden.
Alex Thorn von Galaxy Digital etwa kommentiert: „Ob er [2026] nun bei 70.000 Dollar oder 150.000 Dollar endet, unsere optimistischen Aussichten werden nur noch stärker.“ Kurzum: Ein Jahr nach Trumps Amtsantritt befindet sich die Krypto-Revolution auf Standby. Die Strategic Bitcoin Reserve existiert – jedoch erstmal nur mit beschlagnahmten Coins. Der CLARITY Act könnte den regulatorischen Durchbruch bringen, lässt aber noch ein wenig auf sich warten. Trump verkauft sich derweil weiterhin als „Krypto-Präsident“ – doch ob der Markt ihm folgt, das bleibt die Millionen-Dollar-Frage. Immerhin: Die Weichen sind gestellt.
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