BESS-Umfrage 2026 04.02.2026, 16:00 Uhr

Umfrage zu Großspeichern: Ausbau top, Betrieb hakt

117 Fachleute berichten aus dem Alltag von Batteriegroßspeichern. Ergebnis: Ausbau schnell, Betrieb komplex, Daten schwer nutzbar.

Batteriegroßspeicher von JT Energy Systems. Der Ausbau boomt, der Betrieb ist jedoch komplex. Das ist das Ergebnis der BESS-Umfrage 2026. Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Kahner

Batteriegroßspeicher von JT Energy Systems. Der Ausbau boomt, der Betrieb ist jedoch komplex. Das ist das Ergebnis der BESS-Umfrage 2026.

Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Kahner

Batteriegroßspeicher gelten als Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Sie puffern Strom aus Wind und Sonne, stabilisieren Netze und eröffnen neue Erlösmodelle. Technisch hat die Branche geliefert. Anlagen entstehen in immer kürzerer Zeit, die installierten Kapazitäten wachsen rasant. Doch eine neue Umfrage zeigt: Beim täglichen Betrieb halten viele Strukturen mit diesem Tempo nicht Schritt.

Grundlage ist der Bericht The State of BESS Operations, der auf einer Befragung von 117 Fachleuten basiert, die direkt mit netzgebundenen Batterie-Energiespeichersystemen arbeiten. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Der Engpass liegt nicht beim Bau, sondern im laufenden Betrieb.

Ausbau schneller als Betriebsmodelle

Fast 60 % der Befragten geben an, dass die Ursachenanalyse bei Störungen einen erheblichen Zeitaufwand erfordert. Gemeint ist die sogenannte Root-Cause-Analysis: Teams müssen klären, warum ein Speicher nicht wie geplant arbeitet, welche Komponente betroffen ist und ob ein Sicherheits- oder Erlösrisiko besteht.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
naturenergie netze GmbH-Firmenlogo
Ingenieur als Teamleiter Netzleitstelle (m/w/d) naturenergie netze GmbH
Rheinfelden (Baden), Donaueschingen Zum Job 
Werner & Balci GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur [BIM] (m/w/d) für die Planung Infrastruktur- und Hochbauprojekte Werner & Balci GmbH
Esslingen am Neckar Zum Job 
Berliner Stadtreinigung (BSR)-Firmenlogo
Betriebsingenieur:in Automatisierungs- und Emissionsmesstechnik (w/m/d) Berliner Stadtreinigung (BSR)
Alltech Dosieranlagen GmbH-Firmenlogo
Vertriebs- und Projektingenieur (m/w/d) Schwerpunkt: Verfahrenstechnik / Umwelttechnik / Elektrotechnik Alltech Dosieranlagen GmbH
Weingarten Zum Job 
Qlar Europe GmbH-Firmenlogo
Mitarbeiter im technischen Kundenservice (m/w/d) - Wäge- und Dosiertechnik Qlar Europe GmbH
Darmstadt Zum Job 
Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Gebäudemanagement (m/w/d) Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen
Eggenstein-Leopoldshafen Zum Job 
HEUFT-Firmenlogo
Technischer Redakteur (m/w/d) HEUFT
Burgbrohl Zum Job 
Stadt Mörfelden-Walldorf-Firmenlogo
Leitung des Amtes für Planung, Bau und Umwelt (w/m/d) (Architekt / Bauleiter / Bauingenieur / Stadtplaner o. ä.) Stadt Mörfelden-Walldorf
Mörfelden-Walldorf Zum Job 
Kath. St. Paulus Gesellschaft-Firmenlogo
Technischer Leiter (m/w/d) Kath. St. Paulus Gesellschaft
Dortmund Zum Job 
Heuft Systemtechnik GmbH-Firmenlogo
Technischer Redakteur (m/w/d) Heuft Systemtechnik GmbH
Burgbrohl Zum Job 
Stadt Neumünster-Firmenlogo
Abteilungsleiter*in für die Stadtplanung und Erschließung Stadt Neumünster
Neumünster Zum Job 
Hochschule Schmalkalden - Hochschule für Angewandte Wissenschaften-Firmenlogo
Laboringenieur/-in (m/w/d) mit Lehraufgaben zur praxisnahen Vermittlung mechatronischer Inhalte Hochschule Schmalkalden - Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Schmalkalden Zum Job 
Baugenossenschaft Wiederaufbau eG-Firmenlogo
Projektleiter Heizung, Lüftung, Sanitär (m/w/d) Baugenossenschaft Wiederaufbau eG
Braunschweig Zum Job 
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.-Firmenlogo
Facharbeiter/in (w/m/d) - Gebäude- und Haustechnik Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V.
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Applikation- und Projektingenieur (m/w/d) Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (gn) für Kanal- und Entwässerungsplanung Stadtwerke Essen AG
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Bauleitung Tiefbau im Bereich Entwässerung (gn) Stadtwerke Essen AG
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau - Außenstelle Osnabrück Die Autobahn GmbH des Bundes
Osnabrück Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Projektmanager (gn) Integrale Sanierungskonzeption Stadtwerke Essen AG

Das Problem verschärft sich mit der Größe der Portfolios. Viele Betreiber verantworten mehrere Anlagen gleichzeitig, oft mit kleinen Teams. Unerwartete Vorfälle treten regelmäßig auf, teilweise monatlich. Kommt es dazu, entstehen laut Umfrage häufig Erlösausfälle. Der Betrieb bleibt reaktiv. Statt vorbeugend einzugreifen, löschen Teams sprichwörtlich Brände.

Lieferantenbewertung: solide – aber nicht eindeutig

Ein zweites Spannungsfeld betrifft die Rolle der Lieferanten. 48 % der Anlagenbesitzer*innen bewerten die Verantwortlichkeit ihrer Lieferanten bei der Problemlösung positiv. Gleichzeitig nennen 47 % die Schwierigkeit, Lieferanten für zugesagte Leistungswerte verantwortlich zu machen, als größte Herausforderung.

Das wirkt widersprüchlich, ist es aber nicht. Viele Lieferanten erfüllen ihre vertraglichen Pflichten. Tickets werden bearbeitet, Wartungsverträge eingehalten. Doch wenn Probleme mehrere Ursachen haben, verteilt über Hardware, Software und Netzanschluss, verschwimmt die Verantwortung.

„Alle sagen ‘Das ist nicht mein Problem’, aber das Problem besteht weiterhin“, sagt Gregory Sonn, Global Sales Manager bei Nebulosity. Die Aussage bringt das strukturelle Problem auf den Punkt. Es fehlt oft an klaren, einheitlichen Leistungskennzahlen und Zuständigkeiten entlang der Wertschöpfungskette.

Daten gibt es genug, nutzbar sind sie kaum

Besonders deutlich wird die Diskrepanz beim Thema Daten. Rund 70 % der Anlagenbetreiber*innen besitzen ihre Betriebsdaten oder haben langfristigen Zugriff darauf. Trotzdem nennen 50 % das Fehlen einer „Single Source of Truth“ als größtes Hindernis.

Gemeint ist eine zentrale, verlässliche Datenbasis. In der Praxis arbeiten Teams mit mehreren Portalen, Dashboards und Tools. KPIs wie Verfügbarkeit oder Zyklenzahl werden unterschiedlich berechnet. Was formal korrekt ist, hilft im Alltag wenig.

„Was auffällt, ist nicht der Mangel an Daten im BESS-Betrieb, sondern die Schwierigkeit, diese Daten in etwas umzuwandeln, mit dem die Teams sicher umgehen können“, sagt Stephan Rohr, CEO von TWAICE. Datenzugang allein reicht nicht. Entscheidend ist, ob Informationen vergleichbar, verständlich und zeitnah verfügbar sind. Ohne das bleibt der Betrieb langsam und fehleranfällig.

Viele Werkzeuge, wenig Überblick

Die Umfrage zeigt auch, wie fragmentiert die Werkzeuglandschaft ist. Die Mehrheit der Befragten nutzt zwei oder mehr Tools, um ihre Speicher zu betreiben. Häufig kommen SCADA-Systeme, Energiemanagement-Software, Herstellerplattformen und eigene Auswertungen parallel zum Einsatz.

Das kostet Zeit. Daten müssen manuell zusammengeführt werden. Alarmmeldungen werden unterschiedlich priorisiert. Teams entscheiden unter Unsicherheit, ob ein Vorfall dringend ist oder warten kann. Das erhöht das Risiko von Fehlentscheidungen und unnötigen Stillständen.

Eine junge Branche mit Lernkurve

Ein Blick auf die Erfahrung der Befragten erklärt einen Teil der Probleme. Über 60 % arbeiten seit weniger als fünf Jahren mit Batteriegroßspeichern. Viele kommen aus der Solar- oder Windbranche. Diese Erfahrung hilft, reicht aber nicht immer aus.

BESS sind datenintensiver als andere erneuerbare Anlagen. Sie reagieren sensibler auf Betriebsstrategien, Marktbedingungen und Alterung. Standards, Best Practices und Routinen entstehen erst. „BESS ist nicht neu, aber die Branche ist noch dabei herauszufinden, wie die Systeme den Erwartungen entsprechend betrieben werden können.“, sagt Chris Swanson, Director of Performance Engineering bei Fullmark Energy.

Trotz aller Herausforderungen richten die Teams ihren Blick nach vorn. Wachstum bleibt die wichtigste Priorität. Gleichzeitig gewinnt der Aufbau robuster Betriebs- und Datenstrukturen an Bedeutung. Immer mehr Betreiber erkennen, dass Skalierung ohne funktionierenden Alltag nicht funktioniert.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.