Grüne Energie im Speicher 10.04.2024, 12:53 Uhr

Riesiger Heißwasserspeicher soll finnischen Solar- und Windstrom speichern

Die Speicherung des schwankend auftretenden Solar- und Windstrom ist eine große Herausforderung. Finnlands Antwort darauf ist ein riesiger Heißwasserspeicher im Untergrund. Es soll der weltweit größte seiner Art sein.

So soll der Heißwasserspeicher aussehen. Foto: Vantaan Energia

So soll der Heißwasserspeicher aussehen.

Foto: Vantaan Energia

Während hierzulande noch über die fehlende Grundlastfähigkeit von Strom aus Solar- und Windenergie diskutiert wird, baut Finnland einen riesigen unterirdischen Wärmespeicher, der die Energie für eine mittelgroße Stadt oder für 1,3 Millionen Elektroautos speichern kann. Gebaut wird er tief im Felsgestein bei Kuusikonmäki in Vantaa. Bauherr ist Vantan Energia.

Über eine Million Kubikmeter Fassungsvermögen

Der in Finnland geplante Heißwasserspeicher hat gigantische Ausmaße. Das Projekt „Varanta“ umfasst den Bau eines saisonalen Wärmespeichers in Kuusikonmäki, Vantaa, durch die Schaffung eines 1,1 Millionen Kubikmeter großen Wasserspeichers, der durch Tunnel und technische Einrichtungen tief in den Felsen gebaut wird. Zusätzlich werden am selben Ort zwei elektrische Kessel mit einer Leistung von je 60 MW installiert.

Das innovative Konzept des Speichers ermöglicht es, das Wasser auf bis zu 140 Grad Celsius zu erhitzen und so eine Speicherkapazität von 90 GWh thermischer Energie zu erreichen. Diese Energiemenge kann den jährlichen Heizenergiebedarf einer mittelgroßen Stadt in Finnland decken oder entspricht der Energie von 1,3 Millionen Elektroautobatterien.

Für die Realisierung des Projekts werden drei etwa 20 Meter breite, 300 Meter lange und 40 Meter hohe Tunnel gegraben. Die Tunnelsohle wird bis zu 100 Meter unter der Erdoberfläche liegen. Diese Tunnel werden später mit heißem Wasser gefüllt, wobei durch den hohen Druck auch Temperaturen von über 100 Grad Celsius möglich sind, ohne dass das Wasser zu Dampf wird.

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Energie aus dem Sommer für den Winter bereithalten

Wie Jukka Toivonen, Geschäftsführer von Vantan Energia erläutert, soll der Heißwasserspeicher die überschüssige Wärme aus dem Sommer speichern und bei Frost ins Fernwärmenetz einspeisen. Dadurch könnte der Import teurer fossiler Brennstoffe vermieden werden. Dazu soll es möglich sein, bei niedrigen Strompreisen Wärme mit Strom zu erzeugen.

Die Bauarbeiten an Varanto werden im Sommer beginnen, die eigentliche Förderung ist jedoch erst für Anfang 2025 geplant. Für 2026 ist der Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoff zur Energiegewinnung geplant, einschließlich Biokohle und Biogas, die derzeit getestet werden. Die Baukosten für den Speicher, der 2028 fertig sein soll, werden von Vantaan Energia auf 200 Millionen Euro geschätzt.

Im Vergleich zu Deutschland ist in Finnland Fernwärme sehr viel weiter verbreitet, weshalb sich der riesige Wärmespeicher durchaus lohnen wird. Noch stammen rund 30 Prozent in Finnlands Fernwärmenetzen aus fossilen Quellen.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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