Batterien 07.01.2025, 13:15 Uhr

Innovative Schutzschicht macht Akkus effizienter

Forschende am Paul Scherrer Institut haben ein neues Verfahren entwickelt, das die Leistung von Lithium-Ionen-Akkus verbessern könnte. Diese Entdeckung eröffnet Möglichkeiten, die Effizienz und Lebensdauer von Batterien weiter zu steigern.

Mario El Kazzi

Mario El Kazzi und sein Team entwickelten eine neue Kathodenoberflächenbeschichtung.

Foto: Mahir Dzambegovic / Paul Scherrer Institut PSI

Lithium-Ionen-Akkus sind wichtig für die Dekarbonisierung, weshalb Wissenschaftler weltweit daran arbeiten, ihre Leistung zu steigern, unter anderem durch eine höhere Energiedichte. Ein Forschungsteam des Paul Scherrer Instituts PSI hat nun ein innovatives, nachhaltiges Verfahren entwickelt, das die elektrochemische Leistung dieser Akkus verbessert. Erste Tests von optimierten Hochspannungsakkus waren erfolgreich, und diese Technologie könnte dazu beitragen, Lithium-Ionen-Akkus, wie sie in Elektrofahrzeugen verwendet werden, deutlich effizienter zu machen.

„Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, liegt darin, die Betriebsspannung zu erhöhen“, erklärt Mario El Kazzi vom Zentrum für Energie- und Umweltwissenschaften am Paul Scherrer Institut PSI. „Steigt die Spannung, so steigt auch die Energiedichte.“

Neue Methode stabilisiert Kathoden

Doch bei Betriebsspannungen über 4,3 Volt treten am Übergang von Kathode (Pluspol) und Elektrolyt starke chemische und elektrochemische Abbauprozesse auf. Diese schädigen die Oberfläche des Kathodenmaterials durch Sauerstofffreisetzung, das Auflösen von Übergangsmetallen und strukturelle Veränderungen. Dadurch steigt der Zellwiderstand und die Kapazität nimmt ab. Aus diesem Grund arbeiten kommerzielle Batteriezellen, wie die in Elektroautos, bislang nur mit maximal 4,3 Volt.

Um dieses Problem zu lösen, hat El Kazzi mit seinem Team eine neue Methode entwickelt, bei der die Kathodenoberfläche mit einer dünnen, gleichmäßigen Schutzschicht stabilisiert wird. Ihre Entdeckung wurde in der Fachzeitschrift ChemSusChem veröffentlicht.

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Energieinfrastruktur und Bauprojekte - Planung und Realisierung - Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Netz Leipzig GmbH-Firmenlogo
Teamleitung (m/w/d) Leitstelle Strom Netz Leipzig GmbH
Leipzig Zum Job 
Duale Hochschule Sachsen (DHSN)-Firmenlogo
W2-Professur für "Umweltanalytik und Umwelttechnik" (m/w/d) Duale Hochschule Sachsen (DHSN)
GW Batterien GmbH-Firmenlogo
Anwendungstechniker (m/w/d) GW Batterien GmbH
Zwickau Zum Job 
naturenergie netze GmbH-Firmenlogo
Ingenieur als Teamleiter Netzleitstelle (m/w/d) naturenergie netze GmbH
Rheinfelden (Baden), Donaueschingen Zum Job 
AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.-Firmenlogo
Ingenieur / Elektrotechniker (m/w/d) AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.
Groß-Gerau Zum Job 
Alltech Dosieranlagen GmbH-Firmenlogo
Vertriebs- und Projektingenieur (m/w/d) Schwerpunkt: Verfahrenstechnik / Umwelttechnik / Elektrotechnik Alltech Dosieranlagen GmbH
Weingarten Zum Job 
SOCON Sonar Control Kavernenvermessung GmbH-Firmenlogo
Vermessungsingenieur / Geodäsie (m/w/d) SOCON Sonar Control Kavernenvermessung GmbH
Gießen Zum Job 
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (gn) für Kanal- und Entwässerungsplanung Stadtwerke Essen AG
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Region Hamburg, Berlin oder Düsseldorf / Köln (West) Zum Job 
Landkreis Wesermarsch-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur*in (m/w/d) / Bachelor / Master der Fachrichtungen Agrarwirtschaft, Landespflege, Landschaftsplanung/-entwicklung oder Landschaftsökologie Landkreis Wesermarsch
Forschungszentrum Jülich GmbH-Firmenlogo
PhD Position - Techno-economic assessment of geothermal plants with material co-production in energy systems Forschungszentrum Jülich GmbH
Jülich Zum Job 
Landkreis Friesland-Firmenlogo
Kommunaler Energiemanager (m/w/d) Landkreis Friesland
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Ingenieur (w/m/d) für Geotechnik, Abfall, Altlasten und Georisiken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
HIC Consulting-Firmenlogo
Geschäftsführer (m/w/d) HIC Consulting
Hamburg Zum Job 
Hochschule Emden/Leer-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in im Projekt "OS-Lotse" Hochschule Emden/Leer
Stadt Langenhagen-Firmenlogo
Leiter (m/w/d) der Abteilung Stadtgrün und Friedhöfe Stadt Langenhagen
Langenhagen Zum Job 

Trifluormethan als Schlüssel

Das Verfahren nutzt ein Gas, das bei der Herstellung von Kunststoffen wie PTFE, PVDF und Schaumstoff als Nebenprodukt entsteht: Trifluormethan (CHF3). Im Labor führten El Kazzi und sein Team bei 300 Grad Celsius eine Reaktion zwischen dem CHF3 und einer dünnen Schicht aus Lithiumkarbonat durch, die die Kathodenoberfläche bedeckt. Dabei wird das Lithium an der Grenzschicht in Lithiumfluorid (LiF) umgewandelt.

Dabei bleibt das Lithium jedoch als Ion erhalten, also als positiv geladenes Teilchen. Diese Lithium-Ionen müssen sich beim Laden und Entladen weiterhin zwischen der Kathode und der Anode bewegen, um die Akkukapazität zu erhalten.

In einem weiteren Schritt testeten die Forschenden die Wirksamkeit der Schutzschicht durch elektrochemische Tests bei hohen Spannungen. Das Ergebnis war positiv: Die Schutzschicht blieb auch bei hohen Spannungen stabil und schützte das Kathodenmaterial so gut, dass Spannungen von 4,5 und sogar 4,8 Volt möglich wurden.

30 % weniger Widerstand und höhere Kapazitätserhaltung

Im Vergleich zu Batterien mit ungeschützten Kathoden schnitten die beschichteten Batterien in allen wichtigen Bereichen deutlich besser ab. Nach 100 Lade- und Entladezyklen war der Widerstand für die Lithium-Ionen an der Kathoden-Grenzfläche etwa 30 % niedriger als bei den Batterien mit unbehandelter Kathode. „Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass unsere Schutzschicht den Anstieg des Widerstandes abschwächt, der durch die sonst stattfindenden Grenzflächenreaktionen auftritt“, erklärt El Kazzi in einer Pressemitteilung.

Es wurde auch der Kapazitätserhalt verglichen, der angibt, wie viele Lithium-Ionen nach einer bestimmten Anzahl von Lade- und Entladezyklen noch von der Kathode zur Anode wandern können. Je näher dieser Wert an 100 % liegt, desto geringer ist der Kapazitätsverlust. Auch hier schnitt der Akku mit beschichteter Kathode besser ab: Nach 100 Lade- und Entladezyklen lag der Kapazitätserhalt bei über 94 %, ohne dass die Ladegeschwindigkeit nachließ. Der unbehandelte Akku erreichte nur 80 %.

Das am PSI entwickelte Beschichtungsverfahren eröffnet neue Möglichkeiten, die Energiedichte verschiedener Batterietypen zu erhöhen. El Kazzi betonte, dass die Lithiumfluorid-Schutzschicht voraussichtlich universell einsetzbar sei und bei den meisten Kathodenmaterialien Anwendung finde. Sie funktioniere beispielsweise auch bei Nickel- und Lithium-reichen Hochspannungsbatterien.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.