Die wichtigsten Wasserstoffspeicher im Überblick 18.12.2025, 18:22 Uhr

Die größten H2-Speicher: Hier will Deutschland Wasserstoff lagern

Im ostfriesischen Etzel rollen tonnenschwere Bauteile für Deutschlands nächsten Wasserstoffspeicher an. Das Projekt ist kein Einzelfall: Bundesweit entstehen gerade unterirdische Kavernen mit gigantischen Kapazitäten.

In Etzel sind neue Bauteile für die Obertageanlage des Wasserstoffspeichers eingetroffen. Foto: STORAG ETZEL GmbH/Gasunie

In Etzel sind neue Bauteile für die Obertageanlage des Wasserstoffspeichers eingetroffen.

Foto: STORAG ETZEL GmbH/Gasunie

In den vergangenen Tagen haben zwei gewaltige Bauteile den Kavernenstandort Etzel bei Wilhelmshaven erreicht. Ihre Reise begann in Rotterdam, führte über Wasser nach Wilhelmshaven und endete per Schwertransport am Ziel: Etzel in Ostfriesland, nur knapp 12 km vom künftigen Wasserstoffpark Friesland entfernt.

Die Komponenten gehören zur Obertageanlage des Pilotprojekts H2CAST, einem der ersten Wasserstoffspeicher Deutschlands. Speziell in Norddeutschland werden gerade viele H2-Speicher gebaut oder umgerüstet, aber auch im Westen und Osten. Wo genau entstehen sie, wie funktionieren sie, und warum sind sie so wichtig? Ein Überblick.

1. SaltHy Harsefeld – Storengy

  • Region: Landkreis Stade / Niedersachsen
  • Kapazität: ca. 465 GWh
  • Geplante Inbetriebnahme: 2032/2034
Kavernenkopf des Erdgasspeichers Harsefeld.

Noch wird in den unterirdischen Kavernen von Harsefeld ausschließlich Erdgas eingespeichert.

Foto: picture alliance / rtn – radio tele nord | rtn, frank bründel

Stellenangebote im Bereich Energie & Umwelt

Energie & Umwelt Jobs
Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH-Firmenlogo
Projektleiter:in Konzeption, Planung, Bau und Einsatz Fernwärmeanlagen Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH
Lübeck Zum Job 
Landeshauptstadt Hannover-Firmenlogo
Ingenieur*in - Versorgungstechnik oder Energie- und Gebäudetechnik Landeshauptstadt Hannover
Hannover Zum Job 
noris network AG-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) für Versorgungstechnik - Rechenzentrumsbau noris network AG
Nürnberg Zum Job 
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur*in / Projektmanager*in (m/w/d) in der Steuerung von Großprojekten im Bereich Energiewende THOST Projektmanagement GmbH
Stadtwerke Essen AG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (gn) für Kanal- und Entwässerungsplanung Stadtwerke Essen AG
Berliner Stadtreinigung (BSR)-Firmenlogo
Betriebsleiter:in Biogasanlage (w/m/d) Berliner Stadtreinigung (BSR)
Berlin-Ruhleben Zum Job 
swa Netze GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur (m/w/d) Einspeiseanlagen mit Führungsperspektive swa Netze GmbH
Augsburg Zum Job 
Regierungspräsidium Freiburg-Firmenlogo
Bachelor / Diplom (FH) Bauingenieurwesen, Infrastrukturingenieurwesen, Umweltingenieurwesen (m/w/d) Regierungspräsidium Freiburg
Freiburg Zum Job 
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)-Firmenlogo
Leiterin / Leiter Projektträgerschaft "Projektgeförderte Endlagerforschung" (w/m/d) Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Eggenstein-Leopoldshafen Zum Job 
TenneT TSO GmbH-Firmenlogo
Sachbearbeiter für Wandler in Umspannwerken (m/w/d) TenneT TSO GmbH
Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH)-Firmenlogo
Professur (m/w/d) der BesGr. W2 für das Lehrgebiet Solarenergie und Gebäudeautomation Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH)
Stadt Offenburg-Firmenlogo
Vermessungsingenieur*in Baulandbereitstellung Fachbereich Bauservice, Abteilung Flächenmanagement Stadt Offenburg
Offenburg Zum Job 
Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung-Firmenlogo
Ingenieurinnen / Ingenieure (w/m/d) für Versorgungstechnik bzw. Gebäudeautomation Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung
Freie Universität Berlin-Firmenlogo
Technische*r Oberregierungsrat*rätin (m/w/d) oder Ingenieur*in (m/w/d) im technischen Anlagenbetrieb als Referatsleitung für Betriebstechnik und die bauliche Unterhaltung Freie Universität Berlin
Berlin-Wilmersdorf Zum Job 
Rolls-Royce-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Elektrotechnik Rolls-Royce
Friedrichshafen Zum Job 
Regierungspräsidium Freiburg-Firmenlogo
Bachelor / Diplom (FH) (w/m/d) Wasserwirtschaft, Umwelt, Landespflege oder vergleichbar mit Schwerpunkt Gewässerökologie Regierungspräsidium Freiburg
Freiburg Zum Job 
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Ingenieur*in (w/m/d) Bauingenieurwesen, Umweltschutz / -technik, Ver- / Entsorgungs- / Abfalltechnik Landeshauptstadt München
München Zum Job 
Stadt Freiburg-Firmenlogo
Ingenieur*in / Techniker*in / Meister*in Elektrotechnik als Projektleitung Stadt Freiburg
Freiburg Zum Job 
European Energy A/S-Firmenlogo
Grid Connection Specialist - Wind / PV (m/w/d) European Energy A/S
Markkleeberg bei Leipzig Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Straßenplanung und -entwurf / Immissionsschutz (m/w/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Regensburg Zum Job 

Norddeutschland könnte das Wasserstoff-Depot Europas werden: 80 % der europäischen Salzkavernenspeicherkapazität liegen hier. Am Erdgasspeicher Harsefeld bei Stade will die Engie-Tochter Storengy einen Teil dieses Potenzials nutzen und Deutschlands größten reinen Wasserstoffspeicher errichten.

Zwei neue Salzkavernen sollen insgesamt 14.000 t H2 fassen –bei einem Heizwert von 33 kWh pro kg Wasserstoff entspricht das etwa 465 GWh. Jede Kaverne wird rund 200 m hoch, 60 bis 70 m breit und liegt in 1.000 bis 2.000 m Tiefe. Mit dieser Kapazität könnte eine einzige Kaverne ein regionales Stahlwerk mit einem Tagesbedarf von 140 t Wasserstoff rund zwei Monate lang versorgen.

Knotenpunkt im Wasserstoff-Kernnetz

2026 beginnen die Bohrungen, die erste Kaverne soll 2032 in Betrieb gehen, die zweite 2034. Ab 2035 will Storengy auch die bestehenden Erdgaskavernen auf Wasserstoff umrüsten. Die EU-Kommission fördert das Vorhaben als „Project of Common Interest“ mit bis zu 4,5 Mio. €.

Die Lage ist günstig: Harsefeld liegt am Kreuzungspunkt der geplanten Wasserstoff-Importrouten aus Dänemark und den Niederlanden. Die ersten Abschnitte des Wasserstoff-Kernnetzes sollen in der Region ab 2028 in Betrieb gehen.

2. Krummhörn – Uniper

  • Region: Ostfriesland/Niedersachsen
  • Kapazität: ca. 430 GWh, Potenzial bis zu 2 TWh
  • Geplante Inbetriebnahme: Pilotbetrieb der HPC Krummhörn seit August 2024, kommerzieller Start: Ende 2036
Die Obertageanlage in Krummhörn. Foto: picture alliance/dpa | Lars Penning

Die Obertageanlage in Krummhörn.

Foto: picture alliance/dpa | Lars Penning

In der Gemeinde Krummhörn testet Uniper seit Sommer 2024 die unterirdische Wasserstoffspeicherung unter Realbedingungen. Laut dem Düsseldorfer Energiekonzern ist das ein Novum: Für den zyklischen Betrieb, der eine regelmäßige Ein- und Ausspeicherung von Wasserstoff vorsieht, fehle es an Erfahrungswerten. Vergleichbare Anlagen gebe es nur in den USA und Großbritannien.

Die „Hydrogen Pilot Cavern“ (HPC) liegt 1,7 km tief in einem ehemaligen Salzstock. In nur acht Wochen wurde Anfang 2024 der Hohlraum ausgesolt. Mit einer Höhe von 30 m und 16 m Durchmesser bietet die Kammer Platz für rund 500.000 m³ Wasserstoff – das entspricht 1,8 GWh. Die EU-Kommission bewertet das Vorhaben als „Project of Common Interest“ (PCI).

Pilotkaverne mit großem Potenzial

Im Testbetrieb untersucht Uniper, wie sich Materialien, Anlagenteile und Gasqualität unter realen Bedingungen verhalten. Dann will Uniper die HPC weiter ausbauen. Das Ziel sind zwei Speicherkavernen mit insgesamt 430 GWh, von denen die erste 2036, die zweite bis Ende der 2030er Jahre ans Netz gehen soll. Langfristig biete der Standort Potenzial für bis zu 2 TWh.

Im nahe gelegenen Wilhelmshaven baut Uniper zudem einen 100-MW-starken Elektrolyseur sowie das Ammoniak-Importterminal „Green Wilhelmshaven“. Im westfälischen Epe plant Uniper einen Speicher mit 200 GWh Kapazität. Beide Anlagen will der Energieversorger ans deutsche Wasserstoff-Kernnetz und den European Hydrogen Backbone anbinden.

3. Energiepark Bad Lauchstädt (EBL) – VNG Gasspeicher (VGS)

  • Region: Bad Lauchstädt/Sachsen-Anhalt
  • Kapazität: ca. 140 GWh
  • Geplante Inbetriebnahme: Kein Datum bekannt; Start des EBL-Elektrolyseurs 2026
Der VNG Erdgasspeicher am Standort Bad Lauchstädt

Der VNG Erdgasspeicher am Standort Bad Lauchstädt.

Foto: VNG AG/Torsten Proß, Jeibmann Photografik

Als einziger Standort, an dem eine komplette Wasserstoff-Wertschöpfungskette entsteht, gilt der Energiepark Bad Lauchstädt als Deutschlands Vorzeigeprojekt für grünen Wasserstoff. Die Idee, Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung auf einem kompakten Areal zu verknüpfen, wurde 2024 mit dem H2Eco Award des Deutschen Wasserstoff-Verbandes (DWV) ausgezeichnet.

Herzstück des „Reallabors der Energiewende“ ist ein 30-MW-Elektrolyseur von Sunfire, der ab 2026 rund 27 Mio. m³ Wasserstoff pro Jahr produzieren soll. Den Strom liefern acht eigens gebaute Windräder mit 50 MW Leistung. Der grüne Wasserstoff soll über eine 25 km lange, umgestellte Erdgasleitung zur TotalEnergies-Raffinerie in Leuna transportiert werden.

Speicher folgt in zweiter Phase

In einer späteren Phase will die VNG Gasspeicher GmbH eine Salzkaverne in der Nähe auf Wasserstoff umrüsten. Mit 46 Mio. m³ Fassungsvermögen – etwa 140 GWh bei einem Heizwert von rund 3 kWh /m³ – wäre sie bei zeitnaher Fertigstellung eine der größten in Deutschland. Ein konkretes Datum für die Inbetriebnahme steht allerdings noch aus: Die VNG will die Umrüstung an die tatsächliche Kundennachfrage koppeln.

4. Epe-H2 – RWE

Hier wird Ihnen ein externer Inhalt von youtube.com angezeigt.
Mit der Nutzung des Inhalts stimmen Sie der Datenschutzerklärung von youtube.com zu.

  • Region: Gronau-Epe/Nordrhein-Westfalen
  • Kapazität: ca. 115 GWh
  • Inbetriebnahme: Erstbefüllung Mitte 2026, kommerzielle Nutzung Sommer 2027

Am Kottiger Hook in Gronau-Epe entsteht Deutschlands erster kommerziell genutzter Wasserstoff-Kavernenspeicher. Die RWE-Tochter Gas Storage West erweitert dort ihren bestehenden Erdgasspeicher um zwei Kavernen für Wasserstoff. Eine wird von Erdgas umgerüstet, die andere erstmals aus der Sole gehoben.

Das Arbeitsgasvolumen beträgt 38 Mio. m³, etwa 115 GWh. Pro Stunde soll der Speicher bis zu 50.000 m³ Wasserstoff ein- und ausspeichern können. Mitte 2026 will RWE die erste Kaverne befüllen, der kommerzielle Betrieb ist ab Juli 2027 geplant.

70 % der Kapazität bereits vermarktet

Das Interesse der Industrie ist groß: 70 % des Speichervolumens sind bereits reserviert. Für die verbleibenden 30 % – die technisch bedingt erst ab 2028 verfügbar sind – läuft seit Juni 2025 eine Ausschreibung. Der Speicher ist Teil der GET H2-Initiative und soll Wasserstoff, den RWE im nahgelegenen Lingen herstellen will, für die Nutzung in Stahlwerken im Ruhrgebiet puffern. Im Juli 2024 erhielt das Projekt eine IPCEI-Förderzusage von Bund und Land NRW.

Die Gasspeicheranlage in Huntorf

In der Speicheranlage Huntorf befinden sich sieben Kavernen zur Speicherung von L-Gas.

Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich

5. Huntorf – EWE

  • Region: Wesermarsch/Niedersachsen
  • Kapazität: ca. 70 GWh
  • Geplante Inbetriebnahme: Ende 2027

Seit über 50 Jahren speichert die EWE AG in der Wesermarsch Erdgas. Dafür stehen ihr sieben unterirdische Salzkavernen zur Verfügung. Jetzt rüstet der Oldenburger Energieversorger eine davon für Wasserstoff um – und schafft damit den ersten großtechnischen H2-Speicher der Region.

Die Kaverne fasst rund 500.000 m³ und soll etwa 70 GWh Wasserstoff aufnehmen. Zwei Verdichter des nordrhein-westfälischen Maschinenbauers Neuman & Esser pressen das Gas mit bis zu 115 bar in den Untergrund. Die Ein- und Ausspeicherleistung liegt bei 124 MW. Ende 2027 soll der kommerzielle Betrieb starten. Wie der Elektrolyseur in Emden, dessen Bau kürzlich begonnen hat, ist der Speicher Teil des IPCEI „Clean Hydrogen Coastline“ und wird von Bund und Land Niedersachsen gefördert. EWE verfügt insgesamt über 37 Salzkavernen, rund 15 % aller deutschen Kavernenspeicher.

Von der Testkaverne zum Großspeicher

Dass Wasserstoff sicher in Salzkavernen lagern kann, hat EWE 2024 im Forschungsprojekt HyCAVmobil nachgewiesen. In einer 500 m³ großen Testkaverne im brandenburgischen Rüdersdorf erprobte der Konzern gemeinsam mit dem DLR den zyklischen Betrieb.

Das Ergebnis: Der Reinheitsgrad des Wasserstoffs verändert sich nur minimal. Diese Erkenntnisse fließen nun in Huntorf ein, wo die Kaverne das tausendfache Volumen fasst. Eine Besonderheit bei umgerüsteten Speichern im Vergleich zum Neubau: Das zuvor eingelagerte Erdgas lässt sich nicht vollständig entfernen. EWE muss daher die Reinheit des ausgespeicherten Wasserstoffs gesondert prüfen.

6. H2Cast Etzel – Storag Etzel/Gasunie

  • Region: Ostfriesland/Niedersachsen
  • Kapazität: ca. 3 GWh, Potenzial bis zu 1 TWh
  • Geplante Inbetriebnahme: Frühjahr 2026
Injektion von Wasserstoff in die Projektkaverne beim ersten Dichtheitstest im Winter 2022. Foto: STORAG ETZEL GmbH

Injektion von Wasserstoff in die Projektkaverne beim ersten Dichtheitstest im Winter 2022.

Foto: STORAG ETZEL GmbH

Mit 90 t Wasserstoff – umgerechnet etwa 3 GWh – ist H2CAST der kleinste Speicher in dieser Liste. Doch das deutsch-niederländische Gemeinschaftsprojekt ist kein kommerzieller Großspeicher, sondern ein Testlabor: In zwei umgerüsteten Salzkavernen erproben die Partner, wie sich Wasserstoff sicher einlagern, reinigen und wieder ausspeichern lässt.

Seit Mai 2025 füllen die Betreiber Wasserstoff in die Kavernen mit einem Volumen von rund 300.000 m³. Der Wasserstoff stammt von einer Produktionsanlage des Unternehmens Plug Power im 90 km entfernten Werlte. Im Dezember 2025 erreichten die letzten Großkomponenten der oberirdischen Reinigungsanlage per Schwertransport aus Rotterdam den Standort. Im Frühjahr 2026 soll der vollständige Testbetrieb mit zyklischer Ein- und Ausspeicherung starten, erste Ergebnisse werden Ende 2026 erwartet.

Blaupause für den TWh-Speicher

Gasunie und Storag Etzel erhoffen sich Erkenntnisse für die Entwicklung künftiger Großspeicher. Storag Etzel, nach eigenen Angaben Deutschlands größter unabhängiger Betreiber von Speicherkavernen, verfügt am Standort über 75 Kavernen – und besitzt Ausbaupotenzial für 24 weitere.

Langfristig planen das Unternehmen mit der niederländischen Gasunie hier die Etablierung eines flexiblen Speichers mit bis zu 1 TWh Kapazität. Die Lage ist günstig: Etzel liegt in direkter Nachbarschaft zum Tiefwasserhafen Wilhelmshaven und dem künftigen Wasserstoff-Kernnetz.

FAQ: Was sind Wasserstoffspeicher?

Warum braucht Deutschland Wasserstoffspeicher?
Grüner Wasserstoff entsteht, wenn genügend Wind- oder Solarstrom verfügbar ist. Doch Industriekunden brauchen das Gas kontinuierlich. Speicher puffern überschüssigen Wasserstoff und sichern die Versorgung in Zeiten geringer Erzeugung.

Welche Arten von Speichern gibt es?
Für große Mengen kommen zwei Untergrundtypen infrage: Salzkavernen und Gesteinsporenspeicher. Kavernen lassen sich vergleichsweise schnell befüllen und entleeren, was für kurzfristige Produktionsschwankungen ideal ist. Porenspeicher in ehemaligen Gasfeldern oder Aquiferen bieten größere Volumen für die saisonale Speicherung, arbeiten aber langsamer.

Was ist eine Kaverne?
Eine Kaverne ist ein künstlicher Hohlraum in einem Salzstock, der als Gasspeicher dient. Die Hohlräume liegen in 500 bis 2.000 m Tiefe und können bis zu 200 m hoch und 70 m breit werden, vergleichbar mit einer mittelalterlichen Kathedrale.

Wie entsteht eine Kaverne?
Kavernen werden ausgesolt: Wasser wird in den Salzstock gepresst, löst das Salz, und die Sole wird abgepumpt. Bei der Pilotkaverne von Uniper in Krummhörn dauerte dieser Prozess acht Wochen.

Wie lange dauern Neubau und Umrüstung?
Die Umrüstung einer Erdgaskaverne dauert rund drei Jahre, der komplette Neubau sechs bis zehn Jahre. Wer 2030 Wasserstoff speichern will, muss also heute mit dem Bau beginnen.

Wieso eignen sich Salzkavernen besonders gut?
Salz ist gasdicht, reagiert nicht mit Wasserstoff und heilt kleine Risse durch den natürlichen Druck selbst. Rund 80 % der europäischen Salzkavernenkapazität liegen übrigens in Norddeutschland.

Welche technischen Herausforderungen gibt es?
Wasserstoff verhält sich ganz anders als Erdgas. Da das Molekül deutlich kleiner ist, kann es in Stahl eindringen und ihn verspröden. Die richtige Materialwahl ist daher entscheidend. Zudem ist Wasserstoff weniger energiedicht als Erdgas: Für die gleiche Energiemenge braucht es vier- bis fünfmal so viele Kavernen. Pilotprojekte zeigen aber, dass sich diese Hürden technisch lösen lassen.

Bleibt die Wasserstoffqualität im Speicher erhalten?
Ja. Das Forschungsprojekt HyCAVmobil hat gezeigt, dass sich der Reinheitsgrad nur minimal verändert; einfache Aufreinigung nach dem Ausspeichern reicht. Bei umgerüsteten Erdgaskavernen muss allerdings Restgas berücksichtigt werden.

Ein Beitrag von:

  • Magnus Schwarz

    Magnus Schwarz schreibt zu den Themen Wasserstoff, Energie und Industrie. Nach dem Studium in Aachen absolvierte er ein Volontariat und war mehrere Jahre als Fachredakteur in der Energiebranche tätig. Seit Oktober 2025 ist er beim VDI Verlag.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.