Batteriefabrik 12.08.2021, 11:37 Uhr

Batteriefertigung made by Bosch: Dieser Plan soll Millionen einbringen

Eine neue Batteriefabrik aus einer Hand? Das bietet Bosch. Mit dem Einstieg in das neue Geschäftsfeld verfolgt der Konzern aber auch interne ehrgeizige Ziele.

Luftaufnahme Batteriefertigung im Bosch-Werk Eisenach

Batteriefertigung im Bosch-Werk Eisenach.

Foto: Bosch

Bosch erschließt sich ein neues Geschäftsfeld: Ab 2025 sollen jährlich rund 250 Millionen Euro Umsatz mit Fabrikausrüstungen für die Batterieproduktion erzielt werden. Ob einzelne Komponenten, Softwarelösungen oder komplette Produktionsanlagen: Bosch plant Industrietechnik aus einer Hand zu liefern.

Zum Start investiert der Konzern 70 Millionen Euro in die Serienproduktion von 48-Volt-Batterien im Werk in Eisenach. Bosch-Geschäftsführer Rolf Najorak gibt sich selbstbewusst: „Wir verstehen das ‚Produkt Batterie‘ und wissen, wie es gefertigt werden muss.“

Batteriefabriken entstehen immer häufiger in Deutschland. Daimler sucht aktuell ebenfalls nach Standorten für neue Giga-Factorys. Sachsen-Anhalt hat sich hier ins Gespräch gebracht. Eine Fabrikausrüstung für die Batterieproduktion aus einer Hand kann sich als Vorteil erweisen – und hier setzt Bosch an. Das Unternehmen will unter anderem eine komplette Montagelinie anbieten. Zu den Pilotkunden zählt Webasto. Das Unternehmen stattet Batteriefabriken mit Bosch-Technik aus. Die Batterieproduktion im deutschen Werk in Schierling ist Blaupause für neue Produktionsstätten. Bosch liefert für das Pilotprojekt automatisierte Montagelinien zum Verschweißen und Einkleben der Batteriezellen. Diverse Funktionen der Modulfertigung werden kombiniert: von der Zellreinigung mit Eingangsprüfung, dem Stapelprozess sowie einem speziellen Laserschweißprozess bis hin zur End-of-Line-Prüfung zur Qualitätssicherung.

Bosch verfolgt das Ziel ab 2025 jährlich rund 250 Millionen Euro Umsatz mit Equipment für die Batterieproduktion zu erzielen. Intern soll das Fertigungs-Know-how ebenfalls genutzt werden.

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Lithium-Ionen-Batterien: Nachfrage ist enorm

Die Pläne des Konzerns kommen zur rechten Zeit, denn der Bedarf an Batterietechnik ist enorm. Laut Schätzungen des BMWi soll die Nachfrage bei Lithium-Ionen-Batterien von rund 200 GWh in 2019 auf mehr als 2.000 GWh bis 2030 steigt. Über 60 Prozent entfallen laut VDMA derzeit auf die Elektromobilität. Vom vollelektrischen Antrieb bis hin zur Brennstoffzelle: Bosch bietet ein breites Spektrum an.

Bosch sagte einst Einstieg in die Batteriezellfertigung ab

Dabei war Bosch vor wenigen Jahren noch nicht zugänglich den Einstieg in die Batteriezellfertigung. Nach drei Jahren hat sich die Denke geändert: Jetzt liefert das Unternehmen Fertigungstechnik für andere.

Am 28. Februar 2018 sagte der weltgrößte Autozulieferer nach jahrelangen Vorbereitungen den Einstieg in die Batteriezellfertigung ab. Sie sei zu teuer, zu riskant und bringe zu wenig Marge. Nun: Zeiten ändern sich bekanntlich und auch Einschätzungen zu Business-Modellen. Volkswagen und Daimler investieren aktuell Milliarden in eigene Batteriefabriken, um nicht von Asien abhängig zu sein. Für Bosch ein Faktor, um Engpässe selbst zu bedienen und an dem Ausbau mitbeteiligt zu sein?

Jetzt bekommt Lithium ernsthafte Konkurrenz

Daimler sucht aktuell ebenfalls nach Standorten für neue Giga-Factorys

„Wir gehen davon aus, dass der weltweite Batteriemarkt jährlich um bis zu 25 Prozent wächst. Bosch trägt seinen Teil dazu bei, diesen Bedarf zu stillen“, sagt Najork.

Roboter bei der Batteriefertigung. Foto: Bosch

Roboter bei der Batteriefertigung.

Foto: Bosch

Hybridisierung von Pkws: Bosch fertigt Batterien in Eisenach

Bosch baut Batterieproduktionen im eigenen Werk in Eisenach aus. 48-Volt-Batterien werden für die Hybridisierung von Pkws gefertigt. In Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sorgen sie für weniger Emissionen, senken Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß um bis zu 15 Prozent. Die zweite Generation geht jetzt in Eisenach in Serie.

Seit 2015 fertigt Bosch in Miskolc leistungsstarke E-Bike-Akkus, die sich durch eine hohe Reichweite und eine lange Lebensdauer auszeichnen. Auch diesen Erfahrungsschatz möchte das Unternehmen weitergeben. Bevor die Akkus im E-Bike eingebaut werden, sind 20 Stationen von Nöten. Darunter Zelleingangsprüfung, Modul- und Packmontage.

„Als führendes IoT-Unternehmen und erfolgreicher Maschinenbauer bieten wir die Möglichkeit, die Fabrik der Zukunft individuell zu gestalten“, sagt Najork.

Auf der IAA Mobility in München vom 7. bis 12. September stellt der Konzern seine Lösungen für die Elektromobilität vor. Das neue Geschäftsfeld soll einen dreistelligen Millionenumsatz generieren.

Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura schreibt zu den Themen Technik, Forschung und Karriere. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Aktuell arbeitet sie als Pressesprecherin beim VDI e.V.

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