Anzeige

Batterie wie Zahnpasta – Forscher entwickeln flexible Energiespeicher

11. April 2025

Forscher der Universität Linköping haben eine Batterie entwickelt, die jede Form annehmen kann.
Forschende der Universität Linköping haben eine Batterie entwickelt, die jede Form annehmen kann. Foto: Thor Balkhed
Neue Batterie mit flüssigen Elektroden lässt sich frei formen und eignet sich für tragbare Elektronik und weiche Robotik.
Anzeige
Anzeige


Forscherinnen und Forscher der Universität Linköping in Schweden haben einen flexiblen Energiespeicher entwickelt, der völlig neue Möglichkeiten für die Gestaltung elektronischer Geräte eröffnet. Die Besonderheit: Die Batterie enthält flüssige Elektroden und kann dadurch jede gewünschte Form annehmen – ähnlich wie Zahnpasta aus der Tube. So lässt sie sich ohne Weiteres in tragbare Technik, weiche Roboter oder smarte Textilien integrieren. Ihre Ergebnisse haben die Forschenden in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.

„Die Textur ist ein bisschen wie Zahnpasta. Das Material kann beispielsweise in einem 3D-Drucker verwendet werden, um die Batterie nach Belieben zu formen. Dies eröffnet eine neue Art von Technologie“, erklärt Aiman Rahmanudin, Assistenzprofessor an der Universität Linköping.

Anzeige
Anzeige

Inhaltsverzeichnis

Elektronik, die nicht stört

In Zukunft sollen weit mehr Geräte mit dem Internet verbunden sein als heute. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass in zehn Jahren über eine Billion vernetzter Geräte weltweit im Einsatz sind. Neben klassischen Technologien wie Smartphones und Laptops rücken dabei tragbare medizinische Systeme in den Fokus: Insulinpumpen, Herzschrittmacher, Hörhilfen oder Sensoren zur Gesundheitskontrolle.

Diese Geräte müssen möglichst unauffällig, leicht und angenehm zu tragen sein. Feste und sperrige Batterien stören dabei. Die neue flüssige Batterie verspricht hier Abhilfe: Sie ist weich, anpassungsfähig und lässt sich direkt in Kleidung oder Körpernähe integrieren.

„Batterien sind der größte Bestandteil aller Elektronik. Heute sind sie fest und ziemlich sperrig. Mit einer weichen und anpassungsfähigen Batterie gibt es jedoch keine Designbeschränkungen. Sie kann auf völlig andere Weise in die Elektronik integriert und an den Benutzer angepasst werden“, so Rahmanudin weiter.

Anzeige
Anzeige

Der Trick mit den flüssigen Elektroden

Der Kern der Innovation liegt in einem neuen Denkansatz. Bisher versuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, flexible Batterien durch elastische Materialien zu ermöglichen – etwa durch dehnbare Kunststoffe oder Komponenten, die gegeneinander verschoben werden konnten. Das Problem dabei: Je mehr Energie eine Batterie speichern soll, desto mehr aktive Materialien werden benötigt. Das macht sie dicker und gleichzeitig unflexibler.

Das Team um Rahmanudin fand einen anderen Weg: Statt fester Komponenten verwenden sie flüssige Elektroden, also die Teile der Batterie, die den Strom leiten. So lässt sich der Energiespeicher formen, biegen und sogar dehnen – ohne dass seine Kapazität darunter leidet.

Anzeige
Anzeige

„Hier haben wir dieses Problem gelöst und sind die ersten, die zeigen, dass die Kapazität unabhängig von der Steifigkeit ist“, betont Rahmanudin.

Nachhaltige Rohstoffe statt seltener Metalle

Frühere Versuche mit flüssigen Elektroden setzten auf flüssige Metalle wie Gallium. Dieses Material eignet sich jedoch nur für eine der beiden Elektroden (die Anode) und verliert bei Lade- und Entladevorgängen seine flüssige Konsistenz. Zudem sind viele bisher verwendete Materialien umweltbelastend und schwer verfügbar.

Die neue Batterie aus Linköping besteht hingegen aus leitfähigen Kunststoffen, sogenannten konjugierten Polymeren, und Lignin – einem pflanzlichen Reststoff, der in der Papierproduktion anfällt. Damit ist sie nicht nur formbar, sondern auch nachhaltig.

„Da die Materialien in der Batterie konjugierte Polymere und Lignin sind, sind die Rohstoffe reichlich vorhanden. Indem wir ein Nebenprodukt wie Lignin in ein hochwertiges Gut wie ein Batteriematerial umwandeln, tragen wir zu einem stärker kreislauforientierten Modell bei. Es handelt sich also um eine nachhaltige Alternative“, sagt Mohsen Mohammadi, Postdoktorand am Labor für organische Elektronik (LOE).

Technische Werte und Herausforderungen

Die weiche Batterie kann über 500 Ladezyklen überstehen, ohne spürbar an Leistung zu verlieren. Außerdem lässt sie sich auf das Doppelte ihrer Länge dehnen – auch das beeinträchtigt ihre Funktion nicht. Derzeit erreicht die Batterie eine Spannung von 0,9 Volt. Das ist für viele Anwendungen noch zu wenig. Ziel ist es nun, diese Spannung durch gezielte chemische Veränderungen zu erhöhen.

„Die Batterie ist nicht perfekt. Wir haben gezeigt, dass das Konzept funktioniert, aber die Leistung muss verbessert werden. Die Spannung beträgt derzeit 0,9 Volt. Deshalb werden wir nun versuchen, die Spannung durch die Verwendung anderer chemischer Verbindungen zu erhöhen. Eine Möglichkeit, die wir untersuchen, ist die Verwendung von Zink oder Mangan, zwei Metalle, die in der Erdkruste weit verbreitet sind“, sagt Rahmanudin.

Hier geht es zur Originalpublikation



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Bauleiter Hochbau, Baumanagement – LPH 6-9, Industrie & Gewerbe (m/w/d)
RSE+ Architekten Ingenieure GmbH

23.09.2026
Stuttgart, Kassel, Göttingen
Bauingenieur (m/w/d) als Produktmanager Weiterbildung
Bildungszentren des Baugewerbes e.V. (BZB)

23.09.2026
Krefeld
Teamleitung Verkehr & Wasser (w/m/x)
Sweco GmbH

23.09.2026
Hannover
Hardware- und Firmware-Entwickler (m/w/d)
AWITE Bioenergie GmbH

23.09.2026
Langenbach (Bayern)
Projektleiter (m/w/d)
Frozen Fish International GmbH

23.09.2026
Bremerhaven
Quality Manager (m/w/d)
SEG Electronics GmbH

24.09.2026
Kempen
Ingenieur für Netzanschlussregeln (m/w/d)
TenneT

24.09.2026
Bayreuth
Ingenieurin oder Ingenieur konstruktiver Ingenieurbau (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

24.09.2026
Oldenburg
Ingenieur Fassadenplanung (m/w/d)
Werner Sobek AG

24.09.2026
Stuttgart
Automatisierungstechniker (m/w/d)
Fiberboard GmbH

24.09.2026
Baruth/Mark
Vertriebsingenieur / Technical Sales Manager (m/w/d)
Delphin Technology AG

24.09.2026
Bergisch Gladbach
Anwendungsingenieur (m/w/d)
PohlCon GmbH

24.09.2026
Berlin
Produktionsleiter (m/w/d)
SPRiNTUS GmbH

24.09.2026
Welzheim
Bauingenieur (w/m/d) Bauwerksprüfung
Die Autobahn GmbH des Bundes

24.09.2026
Hamm, Münster
Ingenieur FEA (m/w/d) Reifensimulation in Hanau
Sumitomo Rubber Europe GmbH

24.09.2026
Hanau
Erfahrener Projektleiter Bau (m/w/d)
wpd infrastruktur GmbH

24.09.2026
Bremen
Bauingenieur*in oder Architekt*in (w/m/d) mit Vertiefung im Baubetrieb bzw. Projektmanagement
Universität zu Köln

24.09.2026
Köln
Erfahrener Elektroingenieur (m/w/d) für nationale Wind- und Solarenergieprojekte
wpd infrastruktur GmbH

24.09.2026
Berlin
Erfahrener Projektleiter Elektrotechnik (m/w/d)
wpd construction GmbH

24.09.2026
Bietigheim-Bissingen
Ingenieur*in (w/m/d) für Energiemanagement, Nachhaltigkeit und technische Gebäudeentwicklung
Universität zu Köln

24.09.2026
Köln

Weitere Artikel



Firmenprofile

Sindelfingen 2 offene Stellen
Anzeige
Anzeige