Sichere Energiespeicher im Großmaßstab 18.02.2026, 12:00 Uhr

Flussbatterie neu gedacht: Protonen statt Lithium für Langzeitspeicher

Langzeitspeicher ohne Lithium: Protonen-Elektrolyt verspricht mehr Sicherheit bei Netz- und Großbatterien.

Funktionsweise einer Flussbatterie

Flussbatterie neu gedacht: Wasserstoffionen ersetzen Lithium in Langzeitspeichern.

Foto: Smarterpix / Designer_things

Wind und Sonne liefern Strom, wenn das Wetter mitspielt. Das Netz braucht ihn aber genau dann, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher ihn abrufen. Diese Lücke schließen Speicher. Doch je größer die Energiemengen werden, desto deutlicher zeigen sich die Grenzen klassischer Lithium-Ionen-Batterien.

Sie kennen das Prinzip aus Handy oder Laptop. Lithium-Ionen wandern zwischen zwei Elektroden hin und her. Das funktioniert gut im kleinen Maßstab. Für große Speicheranlagen mit vielen Megawatt Leistung wird es komplex. Organische Elektrolyte sind brennbar. Kühlung, Sicherheitssysteme und Rohstoffabhängigkeiten treiben die Kosten.

Forschende der Case Western Reserve University suchen deshalb nach Alternativen. Ihr Ansatz: eine Flussbatterie mit einem Elektrolyten, der Protonen statt Lithium-Ionen transportiert. Die Ergebnisse erschienen in den Proceedings of the National Academy of Sciences.

Große Tanks, flexibles System

Flussbatterien denken Energie anders. Die aktive Substanz steckt in Flüssigkeiten, die in separaten Tanks lagern. Über Pumpen strömen sie durch eine elektrochemische Zelle. Dort wird Energie gespeichert oder abgegeben.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
GEBHARDT Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Project Manager Intralogistics Automation (m/w/d) GEBHARDT Fördertechnik GmbH
Waldbüttelbrunn, Weiden in der Oberpfalz, Sinsheim, Karlsruhe-Durlach Zum Job 
Rhein-Sieg Netz GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Netzentwicklung (m/w/d) Rhein-Sieg Netz GmbH
Siegburg Zum Job 
HNVG  Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Teamleiter Planung Anlagen (m/w/d) HNVG Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauleitung (m/w/d) KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG
Hannover Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Applikationsbetreuer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 
DTU Nanolab-Firmenlogo
Head of Thin Film Processing (f/m/d) DTU Nanolab
Kongens Lyngby Zum Job 
Hofmann Maschinen- und Anlagenbau GmbH-Firmenlogo
Zerspanungsmechaniker (m/w/d) Fachrichtung Schleiftechnik Hofmann Maschinen- und Anlagenbau GmbH
Universität zu Köln-Firmenlogo
Projektingenieur*in (TGA) im Bereich Elektrotechnik (w/m/d) Abteilung 53 - Technisches Gebäudemanagement Universität zu Köln
Maximator Hydrogen GmbH-Firmenlogo
Elektrokonstrukteur EPLAN P8 - Anlagenbau (m/w/d) Maximator Hydrogen GmbH
Nordhausen Zum Job 
UCG United Consulting Group GmbH-Firmenlogo
(Junior) IT Consultant / Unternehmensberater (w/m/d) UCG United Consulting Group GmbH
Frankfurt am Main Zum Job 
Stadtverwaltung Gera-Firmenlogo
Projektingenieure (m/w/d) Stadtverwaltung Gera
WOLFF & MÜLLER-Firmenlogo
Oberbauleiter Hochbau (w/m/d) WOLFF & MÜLLER
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur Konstruktion und Entwicklung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Autoland AG-Firmenlogo
Oberbauleiter Tiefbau / Dipl. Ing. Tiefbau (m/w/d) Autoland AG
Sandersdorf-Brehna Zum Job 
Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Inhouse Application Consultant (m/w/d) Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Dortmund Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Projektleitung (m/w/d) Bau und Erhaltung Strecke Die Autobahn GmbH des Bundes
Technische Hochschule Augsburg-Firmenlogo
Professur (W2) für Nachhaltigkeit und Digitalisierung in Produktionsprozessen Technische Hochschule Augsburg
Augsburg Zum Job 
EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG-Firmenlogo
OT Specialist / Operational Technology Engineer (w/m/d) EGGER Holzwerkstoffe Brilon GmbH & Co. KG
TenneT-Firmenlogo
Servicetechniker Instandhaltung Umspannwerke (m/w/d) TenneT
Bayreuth Zum Job 
Humanetics Europe GmbH-Firmenlogo
Senior R&D Electronic Engineer (m/w/d) Humanetics Europe GmbH
Rheinmünster Zum Job 

Der entscheidende Vorteil: Die Kapazität hängt von der Tankgröße ab. Wenn Sie mehr Energie speichern wollen, vergrößern Sie die Tanks. Das Zellmodul bleibt gleich. Für stationäre Anwendungen – etwa Windparks, Quartierspeicher oder Rechenzentren – ist das attraktiv.

Bisherige Systeme setzen oft auf Vanadium oder organische Redox-Moleküle. Das Team aus Cleveland verfolgt einen anderen Ansatz.

Protonen springen von Molekül zu Molekül

Im Mittelpunkt steht ein neu entwickelter Elektrolyt. Er ist weniger flüchtig und damit weniger anfällig für Verdunstung oder Entzündung. Das allein wäre schon ein Pluspunkt für große Anlagen.

Spannender ist jedoch der Transportmechanismus. Statt vergleichsweise großer Ionen durch eine zähflüssige Lösung zu bewegen, nutzen die Forschenden Protonen – also Wasserstoffionen. Diese bewegen sich nicht klassisch durch die Flüssigkeit, sondern springen von Molekül zu Molekül. Chemikerinnen und Chemiker sprechen vom Grotthuss-Mechanismus.

Die leitende Wissenschaftlerin Burcu Gurkan erklärt das so: „Wir haben akzeptiert, dass diese Flüssigkeiten aus Sicherheitsgründen dickflüssig sein müssen. Aber anstatt große geladene Teilchen zu zwingen, sich durch diese dickflüssige Flüssigkeit zu drängen, lassen wir winzige Wasserstoffionen von Molekül zu Molekül springen, um ihren Weg zur Elektrode zu finden.“

Das klingt nach Detailarbeit im Labor. Tatsächlich beeinflusst dieser Mechanismus direkt die Leitfähigkeit. Robert Savinell, Mitautor der Studie, formuliert es so:
„Diese Art der Leitfähigkeit wird nicht so stark von der Viskosität – oder Dicke – der Lösung beeinflusst. Dadurch können Protonen leicht geleitet werden, während die Flüssigkeit nichtflüchtig und sicher bleibt.“

Sicherheit und Skalierung im Blick

Für stationäre Großspeicher zählt nicht nur die Energiedichte. Entscheidend sind Lebensdauer, Wartungsaufwand und Sicherheit. Lithium-Ionen-Zellen können bei Fehlfunktionen thermisch durchgehen. Für ein Einfamilienhaus ist das schon problematisch. Für eine Anlage im Megawattbereich wird es kritisch.

Flussbatterien trennen Energiespeicher und Reaktionsraum räumlich. Das reduziert Risiken. Ein nichtflüchtiger, protonenleitender Elektrolyt könnte diesen Vorteil weiter stärken.

Gleichzeitig bleibt die Entwicklung realistisch eingeordnet. Gurkan sagt offen:
„Wir sind noch nicht so weit, dass wir einfach mit dieser Idee loslegen und die Flussbatterie herstellen können. Sie hat noch nicht die chemische Löslichkeit, die wir für die von uns gewünschte Energiespeicherdichte benötigen. Das ist eine der nächsten Herausforderungen, die wir lösen müssen.“

Die Energiedichte ist also noch ausbaufähig. Für stationäre Anwendungen ist sie weniger kritisch als im Fahrzeug. Dennoch muss sie hoch genug sein, damit Tanks und Infrastruktur wirtschaftlich bleiben.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.