Chemie und Pharma 22.05.2025, 13:30 Uhr

Die deutsche chemische Industrie sieht sich als Innovationskraftwerk

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) knüpft große Hoffnung auf die von der neuen Bundesregierung angekündigten „Chemie-Agenda 2045“. Die F&E-Ausgaben bewegen sich auf Rekordniveau.

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Die Unternehmen der deutschen Chemieindustrie investieren zurzeit Rekordsummen in Forschung und Entwicklung. Für dieses Jahr rechnet der VCI mit 16,5 Mrd. €.

Foto: PantherMedia / TTstudio

Auftragsrückgang und stillgelegte Anlagen, so skizziert Thomas Wessel, Vorsitzender des Forschungs- und Bildungsausschusses im VCI, die aktuelle Lage in der deutschen chemischen Industrie. Eine schwächelnde Konjunktur, zu viel Regulierung und überbordende Bürokratie bremsten auch in der Chemiebranche die Wirtschaftskraft.

Dabei seien chemische Technologien keine Randthemen, sie seien Innovationsmotoren. „Die Chemie ist zu 70 % Hightech“, erklärte Wessel auf der VCI-Forschungspressekonferenz heute in Frankfurt am Main.

Zahlreiche Nobelpreisträger in Chemie und Medizin hat der Fonds der Chemischen Industrie unterstützt

Dabei investieren die Unternehmen der deutschen Chemieindustrie zurzeit Rekordsummen in Forschung und Entwicklung. Für dieses Jahr rechnet der VCI mit 16,5 Mrd. €. Über 60 % davon stammen aus der pharmazeutischen Industrie. Nie wurde mehr für F&E ausgegeben, so Wessel. Mit dem Fonds der Chemischen Industrie (FCI), der in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiert, stünden in diesem Jahr 14 Mio. € zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Schule und Studium sowie für die Grundlagenforschung bereit.

Dass der FCI in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet hat, zeigt ein Blick auf die aus dem FCI hervorgegangenen Nobelpreisträger. Immerhin neun von 15 in Deutschland arbeitenden Chemie-Nobelpreisträgern hatte der FCI unterstützt, ebenso wie sechs Medizin-Nobelpreisträger.

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Rekordausgaben in Forschung und Entwicklung in der Chemiebranche

„Die Chemie- und Pharmaunternehmen haben ihre Forschungsausgaben nicht auf Eis gelegt – trotz massiver wirtschaftlicher Probleme der letzten Jahre und trotz der nicht gerade rosigen Aussichten. Wir müssen und werden uns unsere Zukunft wieder neu erarbeiten. Und der Fonds der Chemischen Industrie ist ein Baustein, um die Zukunftsfähigkeit der Branche auszubauen“, erklärt der VCI-Forschungschef. Die Hoffnung der Chemiebranche ruht derweil auf den Plänen der neuen Bundesregierung und der von ihr angekündigten „Chemie-Agenda 2045“. Die Unternehmen seien bereit.

„Unsere Innovationsvorhaben sind vielseitig“, beschreibt es Wessel. Getüftelt werde an nachhaltigen, recyclingfähigen Produkten, an der Reduzierung des CO2-Fußabdrucks, an der Steigerung der Energieeffizienz sowie an fortlaufenden Prozessoptimierungen. Fast drei Viertel der deutschen Chemie- und Pharmafirmen seien innovativ tätig. 46.000 Forscherinnen und Forscher leisteten täglich Pionierarbeit. „Der Anteil der Unternehmen, die in F&E investieren, ist weiterhin in keiner Branche so hoch wie bei uns“, meint der VCI-Mann.

Laut BDI-Innovationsindikator 2024 büßte Deutschland im internationalen Vergleich ein und liegt nun nur noch auf Platz 12. Der VCI fordert deshalb wettbewerbsfähige Steuern und Energiepreise statt Subventionen, internationale Kooperationen statt Abschottung sowie einen Staat, der sich wieder auf seine Kernaufgaben konzentriert.

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Ein Beitrag von:

  • Bettina Reckter

    Bettina Reckter ist Diplom-Ökotrophologin und langjährige Wissenschaftsjournalistin. Sie schreibt über Biotechnologie, Chemie, Medizintechnik und Umwelt.

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