Was ist passives Einkommen?
Passives Einkommen beschreibt Einkünfte, die ohne weiteres Zutun auf dem Konto eingehen. Man verdient quasi automatisch Geld, ohne eine Gegenleistung zu erbringen, ohne weitere Zeit zu investieren oder seine Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen — das ist der Grundgedanke, ein äußert verlockender sogar. Eine allgemein akzeptierte Definition von passivem Einkommen gibt es indes noch nicht.
Vorteile
Das sind die Vorteile von passivem Einkommen:
- Regelmäßigkeit: Passive Einkommensquellen bringen regelmäßig Cash aufs Konto – mit geringer, minimaler oder gar keiner Gegenleistung.
- Sicherheit: Ein zweites, drittes oder viertes Standbein reduziert Risiken, gibt finanzielle Sicherheit — und psychologische.
- Freiheit: Passives Einkommen steht für Freiheit und Unabhängigkeit – denn das Geld kommt, egal wo man sich aufhält und was man gerade tut.
- Aussicht: Wer seine Einkünfte immer wieder reinvestiert, löst einen Schneeballeffekt aus, profitiert vom Zinseszins und erhöht die passiven Einnahmen stetig.
- Freizeit: Empfänger größerer Summen haben die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zu reduzieren oder früher in den Ruhetand zu gehen, weil sie teilweise oder ganz von ihren passiven Einnahmen leben können.
Nachteile
Das sind die Nachteile von passivem Einkommen:
- Vorleistung: Wer passiv ein Vermögen aufbauen will, muss in Vorleistung gehen, vorab viel Zeit, Energie und Geld investieren.
- Planbarkeit: Passive Einkünfte sind schlecht oder gar nicht planbar. Dividenden, Miet- oder Werbeeinnahmen können von einem Tag auf den anderen wegbrechen. Wer sie fest in seinem Finanzplan einkalkuliert, erlebt mitunter eine unsanfte Bauchlandung.
- Unsicherheit: Selbst der Wert, der hinter den passiven Einkünften steht, ist keineswegs sicher. Wenn Aktien oder Immobilien crashen, rauschen Vermögenswerte und die mit ihnen verbundenen passive Einkünfte simultan nach unten.
- Trägheit: Passive Einkommensquellen sind selten wie Öl, das explosionsartig aus der Erde schießt, sondern meist wie ein Bächlein, das ganz ruhig und langsam fließt. Es dauert also, bis man mit passiven Einkünften einen nennenswerten Betrag erwirtschaftet.
- Ungerechtigkeit: Es gilt das Matthäus-Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben – diejenigen, die passives Einkommen am dringendsten benötigen, haben kaum eine Möglichkeit dazu.
Wie kann man passives Einkommen aufbauen?
Was nicht zu passivem Einkommen führt, ist passives Verhalten. Das mag vielleicht ein plumpes Wortspiel sein, ist aber ganz sicher die Realität. Nur Aktivität und Eigeninitiative pflanzen den Samen, aus dem ein regelmäßiger Cashflow erwächst. Ohne Kapital etwa keine Chance, Aktien oder Immobilien zu kaufen. Ohne Zeit keine Möglichkeit, Werke zu schaffen, die Tantiemen erbringen. Langwierige Prozesse, die Ausdauer, Durchhaltevermögen und Zielstrebigkeit erfordern.
Zu Beginn ist der Aufwand oft immens, in der Folge wird er immer geringer. Trotzdem sind passive Formen von Einkommen auch mit fortlaufender Dauer gar nicht immer so passiv. Werden sie vernachlässigt, schrumpfen sie häufig oder versiegen ganz. Von der Art des Einkommens hängt ab, wie viel Mühe hineingesteckt werden muss, um den Geldfluss in Bewegung zu halten.
Tipps und Beispiele
Hier sind 15 Ideen, um passives Einkommen aufzubauen:
Zimmer vermieten
Ein Geschäftsmodell, das für reichlich Ärger in Europas Metropolen gesorgt hat: Zimmer über Mietportale wie AirBnB an Touristen vermieten und dadurch kostbaren Wohnraum verknappen. Mittlerweile haben Städte wie Berlin und München Zweckentfremdungsverbote erlassen, die eine Vermietung erschweren. Berliner müssen nun eine Genehmigung beim zuständigen Bezirksamt einholen. Hamburger benötigen eine Wohnraumschutznummer, um ihre Bleibe für bis zu acht Wochen zahlenden Gästen zu überlassen. Damit nicht genug der Probleme: Mieter, die Zimmer oder Wohnung ohne Erlaubnis des Eigentümers untervermieten, riskieren laut einem Urteil des Amtsgerichts München aus dem Oktober 2021 die außerordentliche Kündigung. Nichtsdestotrotz ist passives Einkommen über Portale wie AirBnb, Booking oder Wunderflats weiterhin verlockend — angesichts steigender Miet- und Hotelpreise erst recht.
Wie muss ich passives Einkommen versteuern?
Maßgeblich für die Versteuerung ist die Art der Einkünfte. So können passive – wie alle anderen – Einnahmen zurückzuführen sein auf:
- Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
- Einkünfte aus Gewerbebetrieb
- Einkünfte aus selbständiger Arbeit
- Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
- Einkünfte aus Kapitalvermögen
- Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
- Sonstige Einkünfte im Sinne des §22
All diese Einnahmen müssen in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Viele passive Einkommensarten fallen in eine der sieben Kategorien, einige jedoch nicht. Hier lohnt es sich möglicherweise, einen Steuerberater hinzuzuziehen.































