Anzeige

Krauss-Maffei und Nexter wollen deutsch-französischen Rüstungskonzern schmieden

02. Juli 2014

Krauss-Maffei und Nexter wollen deutsch-französischen Rüstungskonzern schmieden
Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 des deutschen Rüstungskonzerns KMW. Im Panzergeschäft zählt der französische Konzern Nexter mit dem Modell Leclerc bislang zu den größten Konkurrenten. Das könnte sich mit einer Fusion ändern.
Die beiden größten Rüstungskonzerne Deutschlands und Frankreichs, Krauss-Maffei Wegmann und Nexter, wollen fusionieren und damit ihren Preiskampf einstellen.
Anzeige
Anzeige


„Wenn du deinen Gegner nicht besiegen kannst, dann umarme ihn“, lautet ein chinesisches Sprichwort. Der deutsche Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit Sitz in München und der französische Staatskonzern Nexter Systems nehmen das offenbar ernst: Sie wollen in Zukunft gemeinsame Sache machen. „Auf Ausschreibungen werden wir künftig mit einer Stimme reagieren, statt uns in einem Preiskrieg gegenseitig zu unterbieten“, hieß es zu den Gründen.

Ausgeglichenes Kräfteverhältnis an der Spitze

Am Dienstagabend unterzeichneten Vertreter der Rüstungsunternehmen eine Erklärung, die einen Zusammenschluss in Form einer gemeinsamen übergeordneten Holding mit Sitz im niederländischen Amsterdam innerhalb der nächsten neun Monate vorsieht – das endgültige Einverständnis der deutschen und der französischen Regierung vorausgesetzt.

Anzeige
Anzeige

Bis dahin wollen KMW und Nexter sich weiter unter die Lupe nehmen, wozu auch der gegenseitige Einblick in die Bücher gehört. Die Vereinbarung sieht vor, dass beide Unternehmen je 50 Prozent der Aktien der Neugründung erhalten, die nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung noch den Arbeitstitel New-Co S.A. trägt. Auch das Kräfteverhältnis in der Unternehmensführung soll mit einer Doppelspitze aus zwei Deutschen und zwei Franzosen ausgeglichen sein. Hinzu kommen drei Führungskräfte, auf die sich die Unternehmen gemeinsam einigen wollen.

Im französischen Verteidigungsministerium heißt die Vereinbarung dem Nachrichtenmagazin Spiegel online zufolge Operation KANT, eine Abkürzung für KMW and Nexter together. Arbeitsplätze seien dadurch nicht gefährdet. Stattdessen würden durch die Bündelung der Kräfte bei Einkauf, Marketing, Forschung und Entwicklung neue Produkte und neue Möglichkeiten auf dem Weltmarkt geschaffen. Das neue Unternehmen hat einer gemeinsamen Erklärung von KMW und Nexter zufolge etwa 6000 Mitarbeiter, annähernd zwei Milliarden Euro Jahresumsatz und einen gemeinsamen Auftragsbestand von 6,5 Milliarden Euro für die nächsten Jahre.

Familienunternehmen trifft Staatsbetrieb

KMW befindet sich bis jetzt komplett in der Hand der Familienholding Wegmann Unternehmens-Holding, die hauptsächlich der deutschen Familie Bode gehört. Das Hightech-Unternehmen hat seinen Hauptsitz in München und beschäftigt etwa 3200 Mitarbeiter, viele davon Ingenieure. Nexter mit Sitz in Roanne gehört bisher dem französischen Staatsunternehmen Giat. Für die geplante Fusion soll es im Laufe der nächsten fünf Jahre aber privatisiert werden. Nexter beschäftigt an sieben Standorten rund 2800 Menschen, und ebenso wie bei KMW liegt der jährliche Umsatz bei etwa 800 Millionen Euro.

Anzeige
Anzeige
Ein französischer Kampfpanzer vom Typ Leclerc der Firma Nexter fährt als Teil einer UN-Friedensmission vor der Ortschaft Al Mutalah in Israel über eine Straße. Das französische Unternehmen und der deutsche Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegman planen eine Fusion.

Operation Kant wäre also ein Zusammenschluss ebenbürtiger Partner. Das zeigt sich auch im Portfolio der Unternehmen: Trotz einer ähnlichen Angebotspalette, die jeweils Kampfpanzer, geländegängige Allradfahrzeuge oder gepanzerte Truppentransporter umfasst, seien die beiden zukünftigen Partner bisher in unterschiedlichen Märkten unterwegs gewesen, schreibt die Frankfurter Allgemeinen Zeitung und folgt damit der Argumentation der beiden Unternehmen. Zudem hätten die Franzosen zum Beispiel diverse Waffensysteme im Angebot, die es bei KMW nicht gebe. Lediglich mit den Panzern Leopard und Leclerc hatten sich die Konzerne in der Vergangenheit regelmäßig Konkurrenz gemacht, zuletzt bei einem Deal mit Katar, das 62 Panzer vom Typ Leopard 2 und 24 Panzerhaubitzen von KMW bezieht.

Regierungen haben Mitbestimmungsrecht bei Waffendeals

„Nexter, KMW und ihre Eigentümer bewerten ihren Schritt als entscheidend für die Konsolidierung der wehrtechnischen Industrie Europas“, heißt es in der Pressemitteilung der Unternehmen. Ihre gemeinsame strategische Neuaufstellung ermögliche den Erhalt von Arbeitsplätzen und Kompetenzen im Kern der Europäischen Union. Konkurrenz wird es also demnächst nicht mehr geben zwischen den beiden Panzerschmieden – völlig frei agieren können die Unternehmen jedoch auch in Zukunft nicht.

Anzeige
Anzeige

So hat der deutsche Staat bei Rüstungsexporten weiter den Daumen drauf: Bei jedem Deal ins Ausland ist die Zustimmung der Regierung erforderlich. Auch Paris hat bei Verkäufen in Krisengebiete ein Wort mitzureden – egal, ob Staatskonzern oder nicht. Ob die Bestimmungen in beiden Ländern tatsächlich so gut harmonieren wie behauptet, wird sich zeigen. Nachteile muss jedoch Rheinmetall befürchten, ein weiteres deutsches Rüstungsunternehmen, bisheriger KMW-Hauptpartner und gleichzeitig Konkurrent. Aber vielleicht stößt auch dieses Unternehmen zur neuen Holding, die bereits Offenheit für weitere Partner signalisiert hat.

 



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige